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14.05.2014

18:12 Uhr

Ausverkauf von Bankaktien

Lissaboner Börse kracht auf Drei-Monats-Tief

Spekulationen über mögliche Kapitalerhöhungen von Banken haben die portugiesische Börse auf Talfahrt geschickt. Es ist wohl eine willkommene Gelegenheit, Gewinne mitzunehmen – die Kurse waren zuletzt stark gestiegen.

Die Portugiesische Flagge: Auf Sicht von sechs Monaten hat der Börsenindex PSI20 über 15 Prozent gewonnen. dpa

Die Portugiesische Flagge: Auf Sicht von sechs Monaten hat der Börsenindex PSI20 über 15 Prozent gewonnen.

FrankfurtEin Ausverkauf bei den Finanztiteln hat am Mittwoch die Lissaboner Börse stark unter Druck gesetzt. Der Leitindex fiel um bis zu 2,7 Prozent auf ein Drei-Monats-Tief von 7125 Punkte und verlor damit deutlich mehr als der EuroStoxx, der 0,1 Prozent im Minus notierte. Größter Verlierer waren die Aktien von Portugals größter Privatbank, der Millenium bcp, mit einem Abschlag von über sieben Prozent auf 0,1884 Euro. Ein Sprecher wies Spekulationen über eine mögliche Kapitalerhöhung zurück. Es sei noch keine Entscheidung gefallen.

Die Zeitung „Diario Economico“ hatte berichtet, Millenium wolle mehr als 1,5 Milliarden Euro aufnehmen. Die Bank wolle damit Staatshilfen schneller bedienen. Auch die Banco Esperito Santo (BES) bereite zu diesem Zweck eine Kapitalerhöhung von einer Milliarden Euro vor. BES verloren über fünf Prozent auf 1,64 Euro. Börsianer erklärten, dies sei eine willkommene Gelegenheit für viele Anleger, um Kasse zu machen. Denn die portugiesischen Aktien waren zuletzt besonders stark gestiegen.

Auf Sicht von sechs Monaten hat der PSI20 über 15 Prozent gewonnen. Zum Vergleich: Der Dax und der EuroStoxx kommen nur auf eine Plus von sechs bis knapp acht Prozent. Auch andere Aktienbörsen in den südlichen Euro-Ländern hatten zuletzt stark zugelegt. Dies wurde mit den besseren Konjunkturaussichten und Fortschritten in der Schuldenbekämpfung begründet, was auch an den Rentenmärkten zu einem starken Rückgang der Renditen von Anleihen südeuropäischer Länder geführt hat. So rentieren die zehnjährigen portugiesischen Papiere inzwischen nur noch bei 3,6 Prozent. Noch im Sommer vorigen Jahres hatte die Rendite über sieben Prozent betragen. Aufgrund diese Entwicklung ist Portugal inzwischen wie Griechenland an den Kapitalmarkt zurückgekehrt und will noch im Mai den Euro-Rettungsschirm ohne Netz und doppelten Boden verlassen.

Von

rtr

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