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02.02.2012

09:33 Uhr

Bafin ist alarmiert

Balda wird zum Börsenkrimi

VonSönke Iwersen

Das Treiben um die Balda-Aktie versetzt die Börsenaufsicht in Alarmbereitschaft: Ausgerechnet kurz vor der außerordentlichen Hauptversammlung steigt der Handel mit der Aktie rapide. Aktionäre befürchten falsches Spiel.

Der Handy-Zulieferer Balda sorgt an der Börse für Aufregung. picture alliance / dpa

Der Handy-Zulieferer Balda sorgt an der Börse für Aufregung.

DüsseldorfSeltsame Kursverläufe, anonyme Aktionäre und ein Strippenzieher in Taiwan. Das Schicksal des Medizinprodukte-Zulieferers Balda wird zum Börsenkrimi der besonderen Art. Die Börsenaufsicht ist bereits alarmiert.

"Wir können bestätigen, dass die Bafin Hinweise auf Verstöße gegen das Wertpapier-Handelsrecht und das Wertpapier-Übernahmerecht erhalten hat", sagte eine Sprecherin der Börsenaufsicht auf Anfrage des Handelsblatts. "Wie immer bei solchen Hinweisen werden wir diesen nachgehen und gegebenenfalls Schritte einleiten."

Dass gerade etwas Ungewöhnliches mit der Balda-Aktie passiert, ist offensichtlich. Am 8. Februar findet eine außerordentliche Hauptversammlung statt, bei der unzufriedene Aktionäre den Aufsichtsrat abwählen wollen. Abstimmen darf nur, wer bis zum 16. Januar Aktien hielt. Just vor diesem Datum stieg der Handel mit Balda-Aktien rapide an. Allein am 13. Januar wurden 2,5 Millionen Aktien gehandelt - siebenmal so viel wie üblich. In den sieben Tagen vor dem Stichtag wechselten fast neun Prozent des Kapitals die Hände. Und obwohl ein Käufer anzeigen muss, wenn er nur drei Prozent hält, gab es keinerlei Pflichtmeldungen an die Börse.

Der Finanzinvestor Octavian, der acht Prozent an Balda hält, vermutet nun falsches Spiel. In einem Schreiben an die Börsenaufsicht weist Octavian darauf hin, dass derzeit drei Aktionäre genau unter der Meldeschwelle von drei Prozent lägen und absichtlich anonym blieben. Alle drei hätten die Aktien jedoch über dasselbe Bankhaus erworben und würden sich auf der Hauptversammlung vom selben Rechtsanwalt vertreten lassen - dem Anwalt, der auch der taiwanesischen Familie Chiang verbunden sein soll. Sie hält allein 28 Prozent an Balda. Der Rechtsanwalt war hierzu nicht zu erreichen.

Aktienrechtlich bewegen sich die Akteure in einem gefährlichen Feld. Sollte die Bafin herausfinden, dass die Aktienkäufe der Unbekannten nur getätigt wurden, um der Familie Chiang bei der Abstimmung beim Aktionärstreffen zu helfen, würde dies ein verbotenes gemeinschaftliches Handeln bedeuten. Andererseits würden die 28 Prozent der direkt und neun Prozent der indirekt von Familie Chiang kontrollierten Aktien als Block gezählt. Dann würden die Taiwanesen die Schwelle von 30 Prozent überschreiten und müssten ein Übernahmeangebot an alle Aktionäre unterbreiten - ein teures Unterfangen.

Die Prüfung der Bafin wird kaum vor dem 8. Februar beendet sein. Käme eine Abstimmung aber unter diesen Vorzeichen zustande, gäbe es laut Aktienrecht Gründe für eine Anfechtungsklage. Aufsichtsratschef Michael Naschke teilte über einen Sprecher mit, er sehe keine Anzeichen von verbotenen Absprachen. Naschke wurde wie die beiden anderen Aufsichtsräte von den Taiwanesen für das Kontrollgremium vorgeschlagen.

Kommentare (1)

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odeerik

02.02.2012, 16:20 Uhr

was is da krimi?

s geht um kleines geld ,um kleine ganoven.
im grunde genommen kavaliersdelikte

häng was ein stock tiefer

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