Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2011

11:20 Uhr

Bafin verlängert Meldepflicht

Wetten auf fallende Kurse werden weiter überwacht

Heimlich auf fallende Kurse von deutschen Finanztiteln zu wetten bleibt schwierig. Die deutsche Finanzaufsicht verlängert die Meldepflicht für ungedeckte Leerverkäufe um ein weiteres Jahr.

Wetten auf fallende Kurse deutscher Finanzaktien stehen weiter unter Beobachtung ap

Wetten auf fallende Kurse deutscher Finanzaktien stehen weiter unter Beobachtung

HB FRANKFURT. Die Finanzaufsicht BaFin hält den Daumen auf spekulative Geschäfte mit deutschen Finanztiteln und überbrückt damit die Zeit bis zu einer gesetzlichen Regelung. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verlängerte am Montag die Meldepflicht für Leerverkäufe der wichtigsten zehn deutschen Bank- und Versicherungsaktien um ein Jahr bis zum 25. März 2012. Von diesem Zeitpunkt an gilt in Deutschland eine gesetzliche Meldepflicht für alle Leerverkäufe von Aktien.

Die Regelung war im vergangenen März eingeführt worden, um diese riskanten Transaktionen besser überwachen zu können. Die Aufseher wollen verhindern, dass das Finanzsystem und die Banken durch solche Finanzwetten unterminiert würden. Nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers waren Leerverkäufe in den zehn Finanztiteln für eineinhalb Jahre ganz verboten gewesen, um die Märkte zu stabilisieren.

Leerverkäufe können Kursausschläge einer Aktie oder von Währungen drastisch beschleunigen. Investoren wie Hedge-Fonds wetten dabei auf fallende Kurse. Sie leihen sich etwa Aktien, verkaufen diese und versuchen, sich anschließend billiger wieder damit einzudecken. Ungedeckte Leerverkäufe von Aktien und von Staatsanleihen von Euro-Ländern sind seit vergangenem Sommer in Deutschland per Gesetz ganz verboten. Bei derartigen Geschäften haben Investoren die verkauften Papiere sich noch nicht einmal geliehen, was die Risiken noch erhöht.

Die nationale Regelung gilt aber als zahnloser Tiger, weil Hedge-Fonds und andere Anleger leicht ins Ausland ausweichen können. Eine EU-weite Regelung verzögert sich unterdessen. Ein Vorschlag der EU-Kommission vom vergangenen September, der Beschränkungen für den Leerverkauf von Aktien und Staatsanleihen und eine Art von Meldepflicht vorsieht, sollte noch im Dezember behandelt werden, nun dürfte sich das aber bis zum Frühjahr hinziehen.

Die jetzt verlängerte Meldepflicht gilt für Aktien der Allianz, der Commerzbank, der Deutschen Bank, der Deutschen Börse, der Münchener Rück, der Hannover Rück, der Postbank, der Aareal Bank, von Generali Deutschland und MLP. Gemeldet werden müssen Positionen ab einer Schwelle von 0,2 Prozent des Grundkapitals. Bei mehr als 0,5 Prozent müssen sie auch veröffentlicht werden.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Shorty

01.02.2011, 14:10 Uhr

Es wäre hilfreich, wenn wenigstens das Handelsblatt zwischen gedeckten und ungedeckten Leerverkäufen unterscheiden würde.
" Die deutsche Finanzaufsicht verlängert die Meldepflicht für ungedeckte Leerverkäufe um ein weiteres Jahr." aber dann:
"Ungedeckte Leerverkäufe von Aktien und von Staatsanleihen von Euro-Ländern sind seit vergangenem Sommer in Deutschland per Gesetz ganz verboten."

Ja was denn nun?!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×