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11.10.2011

08:36 Uhr

Bankaktien aufgekauft

China will die Börse hochkaufen

Die Börse in Shanghai kommt nicht auf die Beine. Deshalb helfen die Parteibosse in Peking jetzt nach. Der Staat lässt Bankaktien aufkaufen, um den Markt zu stützen. Unmittelbar zeigt die Maßnahme allerdings keinen Erfolg.

Männer beobachten auf einer Anzeige die Entwicklung der Werte im Shanghai Composite. dpa

Männer beobachten auf einer Anzeige die Entwicklung der Werte im Shanghai Composite.

PekingDie chinesische Regierung versucht, die Stimmung an den Märkten des Landes durch gezielte Aktienkäufe zu heben. Die staatliche Bankenholding Central Huijin hat gestern Anteilsscheine der vier wichtigsten Kreditinstitute Chinas erworben, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montagabend. „Der Schritt dient der Stabilisierung des Geschäfts und der Entwicklung wichtiger Finanzinstitutionen“, schrieb Xinhua. Central Huijin hat zuletzt auf dem Höhepunkt der Finanzkrise Anfang 2009 Stützkäufe getätigt.

Der chinesische Leitindex hat im vergangenen halben Jahr 22 Prozent verloren. Der Wertverlust schlägt inzwischen auf die Realwirtschaft durch: Privat- und Profianleger wie Banken und Unternehmen sind nun ärmer und geben weniger Geld aus. Vor allem Bankaktien haben verloren, weil die Anleger nach einem staatlich verordneten Investitionsboom steigende Kreditausfälle befürchteten, zumal der Immobiliensektor als überhitzt gilt. Wenn der Staat nun Handlungsbereitschaft zeigt, dann springen in den kommenden Tagen auch Privatinvestoren auf und stützen die Kurse kräftig – so lautet das Kalkül der Wirtschaftslenker. In der Vergangenheit hat das bereits geklappt. Unmittelbar war die Maßnahme allerdings nicht erfolgreich. Am Dienstag verlor der Shanghai Composite weiter 0,4 Prozent auf 2546 Punkte.

Der Tag an den Märkten (Stand 18:00 Uhr)

Dax

+ 0,6 Prozent

Euro-Stoxx 50

+ 0,7 Prozent

Dow Jones

+ 0,3 Prozent (20.10.)

Nikkei

- 0,04Prozent

CSI300

- 0,5 Prozent

Euro

1,3774 Dollar (+ 0,01 Prozent)

Öl (Brent Barrel)

110,47 Dollar (- 0,3 Prozent)

Gold

1.621 Dollar (+ 0,2 Prozent)

Die Nachrichtenagentur Xinhua weist in ihrer offiziellen Meldung ausdrücklich darauf hin, dass eine Straffung der Geldpolitik durch Zinserhöhungen seit Jahresbeginn die Kurse der chinesischen Banken stark belastet habe. Offenbar hält Peking die Schwäche des Aktienmarktes für übertrieben – kein Wunder, denn der Staat ist über Central Huijin ohnehin schon Mehrheitseigner sämtlicher Banken des Landes.


Von

fmk

Kommentare (3)

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Schlaumeier

11.10.2011, 07:41 Uhr

Das macht Bananke von der FED, und sein Vorgänger Greenspan schon lange. Ob Aktien, Anleihen, Edelmetalle und alte Fahrräder. Das ganze nennt man dann Marktwirtschaft. Sozialismus pur, gerade in den USA.

Account gelöscht!

11.10.2011, 08:04 Uhr

verkauft die fed dann auch wenns dann alle paar jahre plötzlich wieder heftig in den keller geht? oder gehört ihr schon die halbe wall street:-)

Account gelöscht!

11.10.2011, 19:23 Uhr

Ist das jetzt moderner Kapitalismus oder moderner Sozialismus?

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