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28.03.2014

15:58 Uhr

Bankaktien

Warrens Wette geht auf

Warren Buffett hatte mal wieder den richtigen Riecher. Mit seinen Wetten auf die Aktien von US-Banken lag der 83-Jährige Gold richtig. Die Deals bringen 123 Millionen Dollar. Wie Buffett anlegt.

Hat gut lachen: Guru Warren Buffett hat mit dem Unternehmen Berkshire Hathaway 123 Millionen US-Dollar eingenommen. dapd

Hat gut lachen: Guru Warren Buffett hat mit dem Unternehmen Berkshire Hathaway 123 Millionen US-Dollar eingenommen.

FrankfurtEr hatte das richtige Händchen und vor allem die nötige Geduld. Warren Buffetts Wetten auf die Aktien von US-Banken machen sich bezahlt – das bedeutet einen zusätzlichen Gewinn von 123 Millionen US-Dollar. Unternehmen wie Wells Fargo und American Express hatten die jüngsten Stresstests der US-Notenbank Fed bestanden und die Genehmigung für eine Anhebung der Dividenden erhalten.

Berkshire Hathaway, wo Buffett sowohl Chairman als auch Vorstandschef ist, hat die meisten seiner Aktien-Investments in der Finanzbranche – und profitiert nun davon. Denn Berkshire ist der größte Aktionär bei der Bank Wells Fargo und bei American Express, dem nach Einkäufen größten Kreditkartenausgeber der USA. Wells Fargo, die größte US-Bank für Wohnhypotheken, erhöhte ihre Quartalsdividende um fünf Cent auf 35 Cent je Aktie. Das dürfte Berkshire rund 96,7 Millionen Dollar im Jahr mehr bescheren. Grundlage für die Berechnung ist die Bilanz 2013, der zufolge Berkshire 483,5 Millionen Wells-Fargo-Aktien besitzt.

Kennzahlen à la Buffett, Teil I

Anleihe

Unternehmen mit einem dauerhaften Wettbewerbsvorteil haben nicht viele Anleihen emittiert, weil sie in der Regel nicht viele Schulden haben. Buffett achtet darauf, dass Unternehmen nicht viele Schulden haben.
Quelle: Mary Buffett, David Clark: So liest Warren Buffett Unternehmenszahlen

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Dieser Posten in der Bilanz sollte möglichst niedrig sein. Denn Unternehmen mit einem dauerhaften Wettbewerbsvorteil haben meist geringe oder gar keine Aufwendungen für Forschung und Entwicklung.

Bruttogewinn

Der Bruttogewinn ist der Erlös aus dem Verkauf von Produkten, d.h. Umsatz minus Umsatzkosten ist gleich Bruttogewinn. Warren Buffett gleicht den Bruttogewinn gegen andere Zahlen ab.

Bruttogewinnspanne

Je höher das Verhältnis aus Gesamtergebnis und Umsatz ist desto besser. Unternehmen mit dauerhaftem Wettbewerbsvorteil haben tendenziell eine hohe Bruttogewinnspanne.

Buchwert

Der Buchwert je Aktie ist ebenfalls eine wichtige Kennzahl bei der Bilanzanalyse. Die einfache Regel à la Buffett: Ein steigender Buchwert ist gut, ein sinkender Buchwert ist schlecht.

Dauerhafter Wettbewerbsvorteil

Der Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern, den das Unternehmen lange aufrechterhalten kann, ist das Geheimnis von Warren Buffetts Erfolg, sind Mary Buffett und David Clark überzeugt.

EBITDA

Unternehmen, die kein Geld verdienen, lieben das EBITDA, also der Gewinn vor Zinsen, Steuer und Abschreibung materieller und immaterieller Vermögensgegenstände). Warren Buffett hält nichts von dieser Kennzahl. Er ist überzeugt, wenn eine Unternehmensleitung vom EBITDA spricht, dann heißt das immer, dass der Konzern über keinen dauerhaften Wettbewerbsvorteil verfügt.

Eigene Anteile

Wenn ein Unternehmen eigene Anteile – Stammaktien des Unternehmens, die vom Unternehmen zurückgekauft worden sind – besitzt, ist das für Buffett ein Indiz, dass es einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil genießen könnte.

Eigenkapitalrendite

Die Eigenkapitalrendite, also der Reingewinn eines Unternehmens geteilt durch sein Aktionärskapital, ist eine der Kennzahlen, mit deren Hilfe Buffett feststellt, ob das Unternehmen einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil hat. Auch hier gilt: Je höher, desto besser.

Quelle: Mary Buffett, David Clark: So liest Warren Buffett Unternehmenszahlen

Viele Unternehmen überstanden Fed-Stresstest

American Express setzte unterdessen die Quartalsdividende von 23 Cent auf 26 Cent je Aktie herauf. Berkshire besitzt 151,6 Millionen Aktien und dürfte damit unterm Strich zusätzlich etwa 18,2 Millionen Dollar im Jahr kassieren. Darüber hinaus hat das Unternehmen von Buffett mit 96,1 Millionen Titeln auch in U.S. Bancorp investiert. Die Bank erhöhte die Dividende von 23 Cent auf 24,5 Cent je Aktie – für Berkshire Hathaway sind das weitere Einnahmen von etwa 5,8 Millionen Dollar.

Nach der Bekanntgabe der Ergebnisse der Fed-Stresstests hatten viele Finanzunternehmen ihre Kapitalpläne veröffentlicht. Die Notenbank führt die zweiteiligen Prüfungen jährlich durch. Damit will die Fed sicherstellen, dass Banken über genügend Kapital verfügen, um existenzbedrohende Schocks zu überleben. Ziel dabei ist, steuerfinanzierte Rettungsaktionen wie etwa in 2008 künftig zu verhindern.

Kommentare (1)

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28.03.2014, 17:06 Uhr

Meine Hochachtung vor diesem Mann, der sich nicht nur immer wieder durch den richtigen Riecher auszeichnet, sondern zudem ein geradliniger Vollblutspekulant ist, ohne mit seinem Reichtum zu protzen.

G. Soros, dessen permanente penetrante politische "Ratschläge" mir persönlich gehörig auf den Keks gehen, ebenso wie seine primitive Schwarzmalerei (Gruß an Herrn Müller, der ja hier auch regelmäßig Schwarzmalen darf), sollte sich an diesem Mann ein Beispiel nehmen.

So sehen Vorbilder aus.

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