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23.08.2011

10:51 Uhr

Bankanleihen fehlen Käufer

Anleger trauen Banken nicht über den Weg

VonPeter Köhler, Yasmin Osman

Das Misstrauen der Anleger gegenüber europäischen Banken nimmt weiter zu. Die kurz- und mittelfristige Finanzierung über die Märkte ist weiterhin schwierig. Bankanleihen finden so praktisch keine Käufer.

Die Banken-Hochhäuser in Frankfurt. Bankanleihen finden derzeit kaum noch Käufer. dpa

Die Banken-Hochhäuser in Frankfurt. Bankanleihen finden derzeit kaum noch Käufer.

FrankfurtDie Unsicherheit unter den Banken nimmt auch zum Wochenauftakt weiter zu. Das zeigte erneut der Markt für Kreditausfallversicherungen. Zur Absicherung eines Portfolios über zehn Millionen Euro aus europäischen Bankanleihen mussten Anleger gestern 242 000 Euro zahlen – das ist der bisher höchste Preis überhaupt.

Neben der angespannten Lage bei der kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung unter den Kreditinstituten rückt dabei auch die schwieriger werdende längerfristige Aufnahme frischer Mittel an den Kapitalmärkten vermehrt in den Fokus.

Denn die Platzierung von Bankschuldtiteln durch europäische Geldhäuser bei privaten Investoren ist laut dem Datendienstleister Dealogic im August auf vier Milliarden Dollar eingebrochen. Bereits der Juli war schon mit nur 18 Milliarden ein sehr schwacher Monat gewesen. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden im Juli und August noch 52 Milliarden beziehungsweise 48 Milliarden Dollar aufgenommen.

Bankanleihen finden damit momentan praktisch keine Käufer. „Der Markt ist geschlossen und wird mindestens bis September geschlossen bleiben. Eventuell sogar noch länger“, sagt ein Investmentbanker. Der Kreis von Banken, die derzeit überhaupt in der Lage wären, Käufer für ihre Anleihen zu finden, sei extrem klein. Doch wenn sich der Markt im September nicht wieder erholt, sei mit einer weiteren Runde schlechter Nachrichten aus den Banken zu rechnen, erklärt Matt Spick in einer Analyse der Deutschen Bank. Die Banken müssten dann ihre Geschäfte einschränken und als Folge möglicherweise auch die Kreditvergabe. Somit würden die Probleme mit der Refinanzierung im Bankensektor mit zeitlicher Verzögerung auch die Unternehmen der Realwirtschaft treffen.

Auch bei der kurzfristigen Mittelbeschaffung zeichnet sich keine Entspannung ab. Die Ratingagentur Fitch wies gestern in einer Analyse der amerikanischen Geldmarktfonds darauf hin, dass sich diese bei den europäischen Banken zuletzt weniger stark engagiert haben und die Laufzeiten verkürzt haben. Ende Juli hätten die zehn größten US-Geldmarktfonds ihr Engagement bei europäischen Banken auf Dollar-Basis gegenüber dem Vormonat um neun Prozent verringert, gegenüber Ende Mai beträgt der Rückgang sogar gut 20 Prozent.

Kommentare (2)

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werner

23.08.2011, 11:56 Uhr

...und so führte -wieder einmal - eine populistische Entscheidung, das Shorten von Banken weitgehend zu verbieten, zu Schwierigkeiten bei, genau,den Banken.
Die sind nämlich die grössten Short-Seller, und das müssen sie auch sein um sich abzusichern, wenn sie über Nacht zig Millionen bei der Konkurrenz parken wollen.
Der Zins kann übrigens noch auf minus 10% sinken, die Kreditvergabe wird deshalb nicht besser, denn das Risikomanagement kann ja nicht einfach ausgeschaltet werden.
Warum werden die Milliarden nicht endlich direkt in den Markt gegeben, indem öffentliche Arbeitgeber Geld für Investitionen, Preissenkungen und neues Personal erhalten (Schulen, ÖPN, Altenpflege, Polizei, Kindergärten...)?
Da fliesst es ja auch wieder zurück, nämlich durch Steuereinnahmen, Einsparung bei Sozialhilfe und verringerte Subvention der Sozialversicherungen.

ZumTeufelmitIhnen

23.08.2011, 13:12 Uhr

lasst sie ausbluten diese verbecher!!!!!!!!

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