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31.07.2014

15:45 Uhr

Bankbilanzen

Investoren mögen faule Kredite aus Italien

Die italienischen Banken sitzen auf einem Berg fauler Kredite. Anscheinend haben sie dafür nun einen Abnehmer gefunden. Hedgefonds reißen sich um die Papiere – und gehen damit eine heiße Wette ein.

Zentrale der Unicredit in Mailand: Italienische Banken bereinigen ihre Bilanzen. ap

Zentrale der Unicredit in Mailand: Italienische Banken bereinigen ihre Bilanzen.

MailandHedgefonds sehen sich verstärkt in Italien um. Sie kaufen italienischen Banken sogenannte notleidende Kredite ab. Davon könnten beide Seiten profitieren: Die Geldinstitute bereinigen ihre Bilanzen. Die Investoren könnten von an der wirtschaftlichen Erholung des Landes verdienen.

Notleidende Kredite, auch toxische Kredite oder faule Kredite genannt, sind Kredite, bei denen die fristgerechte Rückzahlung ungewiss ist. Wer diese Papiere kauft, geht eine heiße Wette ein: In einer Wirtschaftskrise drohen massenhafte Ausfälle. Erholt sich die Konjunktur jedoch, können Investoren mit solchen Krediten hohe Gewinne erzielen.

Größte Banken der Welt (nach Bilanzsumme)

Platz 11

Deutsche Bank
Deutschland
1955 Milliarden Euro

Stand: Ende Juni 2015. Quelle: Bloomberg.

Platz 10

Barclays
Großbritannien
1960 Milliarden Euro

Platz 9

Bank of America
USA
1998 Milliarden Euro

Platz 8

BNP Paribas
Frankreich
2078 Milliarden Euro

Platz 7

Mitsubishi UFJ
Japan
2224 Milliarden Euro

Platz 6

JP Morgan Chase
USA
2402 Milliarden Euro

Platz 5

Bank of China
China
2408 Milliarden Euro

Platz 4

HSBC
Großbritannien
2489 Milliarden Euro

Platz 3

Agricultural Bank of China
China
2531Milliarden Euro

Platz 2

China Construction Bank
China
2627 Milliarden Euro

Platz 1

Industrial and Commercial Bank of China (ICBC)
China
3216 Milliarden Euro

Die italienischen Banken sitzen auf einem hohen Berg fauler Kredite. In den Bankbilanzen finden sich laut aktuellen Daten des italienischen Bankenverbandes 166 Milliarden Euro an nicht bedienten Darlehen – ein Rekord. Im Jahr 2008 lag das Volumen noch bei 42 Milliarden Euro.

Die Banken versuchen, solche Papiere loszuwerden, um neue Kapitalvorschriften zu erfüllen. Zudem prüft die Europäische Zentralbank die Fähigkeit der Kreditinstitute, eine Krise zu überstehen, indem sie die Aktiva der Banken untersucht. Auch 15 italienische Institute gehören zu den überprüften Banken.

„Die Prüfung der Aktivaqualität wird der Auslöser dafür sein, dass Banken sich darauf konzentrieren, ihre Bilanzen sauber zu halten, Kosten zu senken und notleidende Aktiva abzustoßen”, sagte Pietro Stella, Portfoliomanager bei Ares Management in London. „Italien wird das neue Epizentrum für den Abbau von Nicht-Kern-Aktiva der europäischen Banken.“

Kommentare (2)

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Herr richard roehl

31.07.2014, 16:44 Uhr

Die Investoren können an der uneingeschränkten Garantie Deutschlands verdienen, so wird ein Schuh draus

Herr Moritz J. Mueller

31.07.2014, 20:27 Uhr

Italien denkt überhaupt nicht daran von seinem selbstzerrstörerischen Pfad abzugehen. Wie auch? Dann käme der Kollaps sofort. Aber für einen Wiederaufschwung nach dem Kollaps müssten auch alle Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik, die ja die Ursache des Debakels sind, in die Wüste geschickt werden. Zu glauben dass es unter den jetzigen Gegebenheiten wieder zu einem Aufschwung kommen kann ist mehr als blauäugig... Einfach unglaublich dumm.

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