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22.09.2014

14:23 Uhr

Bayers Kunststoff-Sparte

Rothschild organisiert Börsengang

Bayer plant, seine Kunststoff-Sparte abzuspalten und an die Börse zu bringen. Der Konzern will damit Geld für weitere Investitionen freischaufeln. Die Investment-Bank Rothschild soll den Börsengang vorbereiten.

Die Bayer-Kunststoff-Sparte Bayer MaterialScience (BMS) soll abgespalten und im kommenden Jahr an die Börse gebracht werden. Reuters

Die Bayer-Kunststoff-Sparte Bayer MaterialScience (BMS) soll abgespalten und im kommenden Jahr an die Börse gebracht werden.

Frankfurt am Main/LondonDie Investmentbank Rothschild soll Insidern zufolge den geplanten Börsengang der Kunststoff-Sparte von Bayer vorbereiten. Bayer MaterialScience (BMS) soll abgespalten und im kommenden Jahr an die Börse gebracht werden.

Rothschild soll die Transaktion vorbereiten und dabei helfen, die begleitenden Banken auszuwählen, wie zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag sagten. Bayer hat sich noch nicht entschieden, ob es einen regulären Börsengang geben soll oder ob die Aktien an die Bayer-Aktionäre weitergereicht werden sollen (Spin-off).

Letzteres hatte Siemens mit seiner Lichtsparte Osram gemacht, weil sich deren Aktien schwer bei neuen Investoren platzieren ließen.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Bayer und Rothschild wollten sich nicht dazu äußern.

Der Börsengang von BMS dürfte erst nach der Sommerpause 2015 über die Bühne gehen, sagten die Insider. Dabei könnten zunächst 25 Prozent der BMS-Aktien an die Börse gebracht werden.

Auch eine Kombination von Börsengang und Spin-off sei denkbar. Bayer hat sich 12 bis 18 Monate für die Ausgliederung Zeit gegeben.

Der Börsengang dürfte in Frankfurt über die Bühne gehen, obwohl Spezialchemie-Anbieter wie BMS in den USA oft höhere Bewertungen genießen. Bayer-Chef Marijn Dekkers will mit der Trennung von BMS Geld freischaufeln, um verstärkt in das Arzneimittel-, Tiermedizin- und Pflanzenschutz-Geschäft investieren zu können.

Von

rtr

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