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19.08.2013

12:19 Uhr

Bernanke verschreckt Investoren

Historischer Ausverkauf bei US-Staatsanleihen

Die größten ausländischen Gläubiger der USA stoßen US-Anleihen in Rekordhöhe ab. Die Furcht vor einem Ende des ultra-lockeren Geldes der Fed vergrault die Anleger. Auslöser war eine Andeutung des Notenbankchefs.

Schwankende Kurse. Für US-Staatsanleihen geht es den fünften Monat in Folge bergab. dpa

Schwankende Kurse. Für US-Staatsanleihen geht es den fünften Monat in Folge bergab.

New YorkDie Furcht vor einem Ausstieg der US-Notenbank aus der Politik des ultra-billigen Geldes hat eine Flucht ausländischer Investoren aus dem Anleihenmarkt ausgelöst. Angeführt von China und Japan zogen die Anleger im Juni unter dem Strich vom Markt für langfristige US-Staatspapiere die Rekordsumme von 40,8 Milliarden Dollar ab, wie in der Nacht zum Freitag (MEZ) veröffentlichte Daten des US-Finanzministeriums belegen.

Einen größeren Geldabfluss hat es dem Analysten Michael Woolfork von BNY Mellon zufolge seit Beginn der Statistik im Jahr 1977 nicht gegeben. Aus dem Markt für längerfristige US-Wertpapiere flossen insgesamt 66,9 Milliarden Dollar ab - die größte Summe seit August 2007. Auslöser des Ausverkaufs waren Andeutungen von Notenbankchef Ben Bernanke im Mai, wonach die Federal Reserve ihre Konjunkturhilfen bei anhaltender wirtschaftlicher Erholung bald verringern könnte.

Ratings der größten Volkswirtschaften der Welt

USA

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA

Ausblick: Negativ

China

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Japan

S&P Rating: AA-
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Negativ

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Vereinigtes Königreich

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Brasilien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Russland

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Indien

S&P Rating: BBB-
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB-
Ausblick: Stabil

Kanada

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Australien

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Schweiz

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Japan und China, die größten ausländischen Gläubiger der USA, reagierten umgehend und stießen im Juni zusammen rund 40 Milliarden Dollar an US-Staatspapieren ab. Die Volksrepublik hielt danach noch Bonds im Wert von 1,27 Billionen US-Dollar, dicht gefolgt von Japan, dessen Bestand an US-Staatspapieren sich auf 1,08 Billionen Dollar reduzierte.

Der Juni war bereits der fünfte Monat in Folge, in dem ausländische Investoren dem Markt für langlaufende US-Wertpapiere den Rücken kehrten. Zugleich markiert der Monat einen Wendepunkt für die Nachfrage nach langfristigen US-Bonds, da im Mai noch unter dem Strich 11,3 Milliarden Dollar angekauft wurden.

Von

rtr

Kommentare (10)

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Euroklopapier

19.08.2013, 12:52 Uhr

Vorige Woche wurde auf Handelsblatt berichtet, dass die Nachfrage so groß sei. Der Gegenteil ist der Fall. Die Zinsen der Staatsanleihen steigen schon über ein Monat an. Darum wurde letzte Woche die Falschmeldung gebracht. Der Hut brennt jetzt ordentlich beim Schuldenmacherkönig USA. Aber auch wir in Europa brauchen uns nicht in Sicherheit zu wiegen. Die Zinsen für deutsche Staatsanleihen steigen in letzter Zeit auch sehr stark an. Mit unseren Garantien, die wir für die Dreckswährung Euro auf uns geladen haben, wundert mich das überhaupt nicht. Wir sind mitten im Anleihencrash, nur die Medien berichten über Wirtschaftswachstum und „ Die Krise ist vorbei“. Einfach die Masse mit Schrott beliefern!
Schön die Kohle auf der Bank lassen und viele Staatsanleihen kaufen. Am besten von Italien, Spanien und Frankreich. Damit kannst du dein Geld gleich einer Blockpartei spenden. Die Politiker haben es nötig.

Account gelöscht!

19.08.2013, 13:20 Uhr

Gratuliere HB - auch schon gemerkt, was bereits seit Monaten läuft (die Begründung ist natürlich wieder an den Haaren herbeigezogen) und was, wie mein Vorkommentator ausführt letzte Woche im HB noch anders klang.

Der Anleihenmarkt und hierbei die Trashuries sind der Schlüssel - ein Zusammenbruch dort wäre DIE Finanzkatastrophe.

Könnte daher sein, daß die US-Regierung schon ein As im Ärmel versteckt hat, um bald eine "Flucht in Sicherheit" auszulösen (im Klartext: eine Katastrophe ausreichenden Ausmaßes, möglicherweise im Finanzbereich siehe Lehman damals, möglicherweise anderswo).

wissensmanufaktur_net

19.08.2013, 13:25 Uhr

Das Grundproblem ist, dass die meisten Steuer- bzw. Zinssklaven ( Menschen ) das Geldsystem nicht verstehen und nicht verstehen sollen!!

Dank Brot und Spiele ( TV, Zeitungen, etc.. )

Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh!

Man kann das Schuldgeldsystem der internantionalen Bankster auch anders beschreiben:

Die Schlauen leben von den Dummen und die Dummen von der Arbeit!


Jeder der das System nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" suchen

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