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13.07.2014

14:43 Uhr

Besorgte US-Notenbank

„Anleger werden zu selbstgefällig“

Die US-Notenbank Fed sieht die steigende Risikofreude der Anleger kritisch. Investoren würden die Unsicherheiten nicht ausreichend berücksichtigen. Dabei hat die Fed mit ihrer Geldflut erst diese Risikofreude geschaffen.

Kurstafel in Frankfurt. Anleger werden nach Ansicht der Fed zu risikofreudig. dpa

Kurstafel in Frankfurt. Anleger werden nach Ansicht der Fed zu risikofreudig.

New YorkIn der US-Notenbank nimmt dem Sitzungsprotokoll vom Juni zufolge die Sorge über die Risikofreude der Anleger zu. Die US-Währungshüter diskutierten demnach auch Ausstiegsstrategien und fassen für das Auslaufen ihrer Anleihekäufe den Oktober ins Auge.

Einige Vertreter der Federal Reserve zeigten sich besorgt, dass Anleger hinsichtlich des Wirtschaftsausblicks zu selbstgefällig werden dürften, wie aus dem Protokoll von der Fed-Sitzung vom 17. und 18. Juni hervorgeht, das am Mittwoch in Washington veröffentlicht wurde. Das Auftreten übermäßiger Risikobereitschaft solle daher im Blick behalten werden.

„Anzeichen einer zunehmenden Risikofreude wurden von einigen Teilnehmern als ein Signal gewertet, dass die Marktteilnehmer die Unsicherheit über den wirtschaftlichen und geldpolitischen Verlauf nicht ausreichend berücksichtigen“, hieß es.

Auch über die geringe Volatilität an den Aktien-, Devisen- und Rentenmärkten zeigen sich die Währungshüter besorgt. Jedoch wurde in der Mitschrift auch „angemerkt, dass die Geldpolitik weiterhin günstige Finanzierungskonditionen fördern muss, die zur Stützung des Wirtschaftswachstums nötig sind“.

Die Notenbanker einigten sich darauf, ihre Anleihekäufe mit einer letzten Reduzierung um 15 Milliarden Dollar bei ihrer Oktober-Sitzung zu beenden. Voraussetzung dafür sei, dass sich die Wirtschaft wie erwartet erhole. Im Juni wurde das Volumen der monatlichen Anleihekäufe die fünfte Sitzung in Folge um 10 Milliarden Dollar verringert. Zuletzt beliefen sich die Bondkäufe der US-Notenbank damit auf 35 Milliarden Dollar pro Monat.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

Die Währungshüter setzten zudem ihre Debatten über den letztlich kommenden Ausstieg aus ihren beispiellosen geldpolitischen Lockerungen fort. „Es wurde festgestellt, dass es nützlich wäre, wenn der Ausschuss seine Pläne im weiteren Jahresverlauf entwickelt und kommuniziert - lange bevor die ersten Schritte hin zu einer Normalisierung der Geldpolitik angemessen sein werden.“

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank wird das nächste Mal am 29. und 30. Juli zusammenkommen.

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