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23.11.2011

15:00 Uhr

Bewertung

Fitch sieht Frankreichs Top-Rating in Gefahr

Zu Beginn der Woche drohte Moody´s mit Entzug der Bestnote. Jetzt sieht auch Fitch Frankreichs AAA in Gefahr. Zusätzliche Maßnahmen seien nötig, damit die Regierung ihr Ziel beim Defizitabbau bis 2013 erreichen könne.

Firmengebäude von Fitch Ratings in New York. dpa

Firmengebäude von Fitch Ratings in New York.

ParisAuch die Ratingagentur Fitch sieht Frankreichs Top-Bonität wegen der Schuldenkrise in der Euro-Zone in Gefahr. Sollte sich die Schuldenkrise verschärfen, drohe Frankreich der Verlust des Spitzen-Ratings AAA, teilte Fitch am Mittwoch mit. Vor allem die wachsenden Ansteckungsgefahren und das Risiko eines Konjunkturabschwungs könnten die Kreditwürdigkeit beeinträchtigen.

Bestnote in Gefahr: Moody's droht Frankreich mit Herabstufung

Bestnote in Gefahr

Moody's droht Frankreich mit Herabstufung

Moody's droht Frankreich mit Entzug der Bestnote - nicht die erste Warnung.

Zusätzliche Maßnahmen seien wahrscheinlich nötig, damit die Regierung in Paris ihr Ziel beim Defizitabbau bis 2013 erreichen könne. Wachsende Staatsschulden hätten Frankreichs Fähigkeit aufgezehrt, weitere Schocks ohne Schaden für die Spitzenbonitätsnote zu verkraften.

Ratingagenturen ABC

Wie arbeiten Ratingagenturen?

Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Anleiheemittenten; das können Unternehmen, Banken oder Staaten sein. Das Urteil der Bonitätsprüfer bestimmt letztlich den Kurs der Papiere. In die Bewertung fließen veröffentlichte Zahlen ebenso ein wie Brancheneinschätzungen. Die weltweit einflussreichsten Ratingagenturen sind Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch.

Welche Auswirkungen hat ein schlechtes Rating?

Je schlechter Ratingagenturen die Bonität eines Marktteilnehmers beurteilen, desto schwieriger und teurer wird es für diesen, sich frisches Geld zu besorgen. Die Refinanzierungskosten steigen, im schlimmsten Fall ziehen Geldgeber ihr Kapital ab. Am Rating orientieren sich nicht nur Banken, sondern beispielsweise auch institutionelle Investoren.

Was bedeuten Ratings wie „AAA“ oder „BB+“?

Für ihre Einstufungen verwenden die Agenturen Buchstabencodes. Bei Standard & Poor's und Fitch beginnt die Skala mit der Bestnote „AAA“ (englisch: „Triple A“). Es folgen „AA“, „A“, „BBB“, „BB“, „B“, „CCC“, „CC“, „C“. Die meisten Stufen können mit Plus- und Minuszeichen noch feiner unterteilt werden. Ab „BB+“ beginnt der spekulative Bereich, der auch „Ramsch“ (englisch: „Junk“) genannt wird. Die Skala reicht bis „D“ - das bedeutet, dass ein Ausfall des Schuldners eingetreten ist. Etwas anders verfährt die Ratingagentur Moody's, die bei der Bewertung große und kleine Buchstaben sowie Zahlen kombiniert. „Aaa“ bedeutet „erstklassig“ und ist die höchste Bewertung. Diese Note steht für höchste Qualität, geringstes Ausfallsrisiko, vergleichbar mit Staatsanleihen. Dann folgen „Aa1“, „Aa2“, „Aa3“ für „starke Zahlungsfähigkeit“ sowie in der nächsten Stufe „A1“, „A2“ und „A3“ für „gute Zahlungsfähigkeit“. Danach wird der erste Buchstabe durch ein „B“ ersetzt. Der «spekulative Bereich“ beginnt bei „Ba1“, die niedrigste Kategorie ist „E“.

Was bemängeln Kritiker an Ratingagenturen?

Kritiker bemängeln, es bleibe oft unklar, welcher Anteil der Bonitätseinstufungen Mathematik und was Meinung ist. In der Finanzkrise kamen Ratingagenturen in die Schusslinie: In vielen Fällen behielten Unternehmen, die ein hohes Risiko trugen, zu lange ihre Topnoten. Sie wurden erst herabgestuft, als die Krise bereits akut war; Anlegern blieb keine Zeit zu reagieren. Daher ist es wenig ratsam, allein auf das Urteil von Moody's & Co zu vertrauen.

Welche Alternativen gibt es zu Ratingagenturen?

Manche Profis verlassen sich inzwischen stärker auf das Urteil eigener Analysten. Deren Meinung findet umso mehr Beachtung, wenn sie eine abweichendes Urteil zu den Ratingagenturen fällen. Privatanleger können überlegen, wenig transparente Marktsegmente über Fonds abzudecken, statt direkt in Anleihen zu investieren. So profitieren sie quasi indirekt vom Know-How weiterer Experten.

Erst am Montag hatte die Ratingagentur Moody's gewarnt, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone könnte ihr Top-Rating verlieren, falls die Refinanzierungskosten dauerhaft hoch blieben und wegen der Konjunkturflaute den Haushalt belasteten.

Von

rtr

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