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23.09.2011

07:57 Uhr

Bewertung

Moody's stuft griechische Banken weiter ab

Die Ratingagentur schätz die Pleitegefahr der griechischen Banken höher ein als gedacht. Acht Banken stuft Moody´s deshalb weiter ab. Auch der Ausblick bleibt negativ.

Kein positiver Ausblick für griechische Banken. Reuters

Kein positiver Ausblick für griechische Banken.

New YorkDie Gefahr einer Pleite griechischer Banken wegen der Schuldenkrise des Landes ist nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's weiter gestiegen. Die Kreditwürdigkeit von acht Instituten sei um zwei weitere Stufen gesenkt worden, teilte die Agentur am Freitag mit. Der Ausblick bleibt negativ.

Nun notieren die EmporikiBank, eine Tochter der französischen Credit Agricole, und die General Bank bei B3. Die National Bank, die EFG Eurobank, die Alpha-Bank, die Piräus Bank, die Attica Bank und die ATE wurden wurden von B3 auf Caa2 zurückgestuft. Sie hatten aber bereits lange zuvor keinen Investmentstatus mehr bei Moody's.

Nach Ansicht der EU-Taskforce für das Land müssen die griechischen Banken nicht verstaatlicht werden. Die Institute hätten bis zum Ausbruch der Schuldenkrise grundsolide gewirtschaftet, sagte Taskforce-Chef Horst Reichenbach. „Daher sehe ich keinen Grund für eine Verstaatlichung.“

Doch nicht nur die griechischen Banken stehen unter Druck. Europas Aufseher verlangen von den Wackelkandidaten des vergangenen Banken-Stresstests, sich schnell frisches Geld zu besorgen. Die 16 betroffenen Banken, die bei dem Test fast durchgefallen waren, müssten sich unverzüglich zusätzliches Kapital beschaffen, zitierte die „Financial Times“ einen hochrangigen französischen Beamten. Bislang sollten diese Institute bis April 2012 Zeit bekommen, sich ein dickeres Kapitalpolster anzulegen. Für die neun im Test gescheiterten Banken galt ohnehin nur eine Frist bis Ende Dezember.

Betroffen vom neuen Druck könnten laut Zeitung sieben spanische Banken sein, jeweils zwei aus Deutschland, Griechenland und Portugal sowie je eine aus Italien, Zypern und Slowenien. Darunter seien die HSH Nordbank und die Banco Popolare aus Italien. Der Vorstoß solle für neues Vertrauen in die europäische Finanzindustrie sorgen. Von den Instituten werde erwartet, dass sie zunächst versuchen, sich das Kapital an den Märkten zu beschaffen. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier schloss zuletzt nicht aus, dass einige der Banken Staatshilfe benötigen. Die französische Regierung favorisiert dem Bericht nach, hierzu den Euro-Rettungsfonds EFSF einzusetzen.

Auf der Liste der Problemfälle steht kein Institut aus Frankreich. Zuletzt hatte es an den Märkten Spekulationen gegeben, die Großbanken des Landes benötigten frisches Kapital, weil sie so viele Anleihen aus dem pleitegefährdeten Griechenland halten. Europas Bankenaufsicht EBA hatte insgesamt 91 Institute ihrem Stresstest unterzogen. Dabei wurde geprüft, wie gut eine Bank eine Krise aushalten kann und ob sie zusätzliches Kapital als Risikopuffer braucht.

Kommentare (2)

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cityboy

23.09.2011, 09:03 Uhr

ce la vie - was wird passieren?
der schleichende bank run in griechenland wird sich fortsetzen und verstärken.
die französichen banken, die an den griechischen pleitebanken beteiligt sind werden weiter in den strudel des untergangs gezogen werden.
und in der folge wird es weiter banken mithineinziehen. die welt der banken ist aus den fugen geraten und die politik lässt sich leider weiterhin von den banken an der nase herumführen, da die politiker die produkte der banken nicht verstehen. dies betrifft auch und vor allem die politiker die in den aufsichtsräten der banken sitzen (in deutschland besonders: landesbanken!). statt auf die empfehlungen der bankenlobbyisten zu hören, sollten die politiker ihren sachverstand schärfen und den banken die rote karte zeigen.
ist erforderlich das gesamte bankensystem grundlegend neu zu gestalten, zurück zum eigentlichen auftrag, der da heißt: dienstleistung.
die auswüchse der letzten ca. 20 jahre müssen zurückgedreht werden, d. h. weitgehendes verbot von derivaten. zurück zum derivatenangebote der 80er. plain-vanilla, einfache swaps, optionen und futures. alles andere gehört in den mülleimer der geschichte.
also weg mit den strukturierten produkten und den massenvernichtungswaffen, den kreditderivaten. solange diese produkte erlaubt sind, wird sich nichts ändern. die krisen werden sich häufen und in immer kürzeren abständen auftreten. es sollte ein harter schnitt erfolgen, mit einer abrechnung aller umlaufenden zu verbietenden derivate. die banken, die dies nicht überleben werden und dies werden wohl weit über 50% sein, sind zu verstaatlichen oder abzuwickeln. die gewinne und verluste aus den abrechnungen der derivate sollten über den iwf gesammelt und mit den betroffenen rettungsfonds der länder verrechnet werden. klingt grausig, ist es auch. aber ohne einen derartigen harten schnitt wird das system irgendwann unkontrolliert implodieren. ein neustart des weltweiten banksystems muss her.

Account gelöscht!

23.09.2011, 09:51 Uhr

Ich finde die Einschätzungen der Ratingagenturen basieren nur auf Medienberichte. Was konkret hat sich denn bei den Banken Commercial Bank of Greece, Eurobank, Alpha, Piräus, Attica und ATE seid 2009 bis jetzt geändert?
Das würde mich mal in Zahlen und Fakten interessieren.
Wie mir mal eine Mathematikerin sagte, mit Statistiken kann man so schön täuschen.

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