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16.01.2010

10:16 Uhr

Bijou Brigitte

Das große Geschäft mit preiswerten Klunkern

VonLaura de la Motte

Die meisten Artikel in den Läden von Bijou Brigitte kosten zwischen fünf und zehn Euro. Dennoch gehört die Aktie des Modeschmuckunternehmens Mit einer Kurssteigerung von 1 357 Prozent zu den Gewinnern des letzten Jahrzehnts. Doch der Markt für die modischen Accessoires wird immer härter umkämpft.

Bijou-Brigitte-Filiale: Der Modeschmuckkonzern hat sich zu einem Global Player entwickelt. Pressebild

Bijou-Brigitte-Filiale: Der Modeschmuckkonzern hat sich zu einem Global Player entwickelt.

DÜSSELDORF. Die Wände hängen voller Ketten und Ohrringe, in Glasregalen liegen Armbänder und Ringe, an Ständern baumeln Tücher, Taschen und andere Accessoires. Die meisten Artikel in den Läden von Bijou Brigitte kosten zwischen fünf und zehn Euro. Doch die Klunker muten teurer an. Da greifen Kundinnen auch mal spontan zu. Ein Schmuckstück zum neuen Kleid oder zur Belohnung darf es bei der meist jüngeren Kundschaft schließlich ruhig öfter sein.

"Der Wunsch unserer Kundinnen, sich mit modischen Accessoires zu schmücken, ist auch in der Krise ungebrochen", sagt Bijou-Brigitte-Vorstandschef Roland Werner. Das Familienunternehmen verkauft Modeschmuck für Junge und Junggebliebene und gehört zu den Börsenstars der vergangenen Dekade, die das Handelsblatt in einer Reihe vorstellt. Mit einer Kurssteigerung von 1 357 Prozent seit dem Jahr 2000 liegt Bijou Brigitte hinter Solarworld auf Platz zwei der erfolgreichsten deutschen Aktien.

Friedrich-Wilhelm Werner, Roland Werners Vater, gründete 1963 in Hamburg die Firma Friedrich Werner Im- und Export. Er verkaufte Plastikringe und Goldschmuckimitate aus Hongkong an Drogerien - aus dem Kofferraum seines Ford 17M. Im Jahr 1966 begann das Unternehmen selbst mit der Produktion von günstigem Modeschmuck und benannte sich 1971 in Bijou (französisch für Schmuckstück) Brigitte (nach Werners Ehefrau) um. 1988 folgte der Börsengang in Hamburg.

Im Jahr 1993 verlagerte Bijou Brigitte seine Produktion nach Asien. Mit Spanien begann 1999 die Expansion ins Ausland. Seit Vater Friedrich-Wilhelm 2008 den Chefsessel räumte, ist Roland Werner der Herr der Plastikringe. Völlig zurückgezogen hat sich der Senior aber nicht. Er leitet nun den Einkauf, steht dem Vorstand beratend zur Seite und hält die Aktienmehrheit.

Seit 1997 macht Bijou Brigitte mit dem günstigen Schmuck von Jahr zu Jahr mehr Gewinn. 2009 könnte das Ergebnis allerdings leicht unter Vorjahresniveau liegen. Der trotzdem beeindruckende Erfolg liegt im kostenbewussten Geschäftsmodell. Einkäuferinnen reisen rund um die Welt, um bei Modelabels auf nachahmungswürdige Kreationen zu stoßen. Dabei müssen sie den Geschmack von Europäerinnen und Amerikanerinnen treffen, denn Bijou Brigitte hat inzwischen 1 125 Filialen in 17 Ländern.

Die Produktion in großen Stückzahlen ermöglicht die niedrigen Preise. Damit sowohl die deutsche als auch die portugiesische Kundin zum einen oder anderen Impulskauf verleitet wird, sind über 9 000 Artikel im Sortiment. Und auch bei der Ladenmiete spart das Unternehmen: Im Gegensatz zu edlen Schmuckgeschäften, in denen wenige Produkte großräumig präsentiert werden, sind die Bijou-Brigitte-Filialen klein - zwischen 40 und 100 Quadratmetern.

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