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30.12.2015

17:43 Uhr

Bilanz 2015

Der Dax schlägt sie alle

Immerhin 27 neue Höchststände, ein Jahresplus von gut zehn Prozent und damit besser als die Weltbörsen, aber auch sehr schwankungsfreudig  - das ist die Bilanz des Dax. Nicht schlecht und 2016 könnte noch besser werden.

Der Dax ist der Sieger unter den Leitindizes. Reuters

Boxkampf

Der Dax ist der Sieger unter den Leitindizes.

Düsseldorf/FrankfurtNach den ziemlich turbulenten vergangenen Monaten fühlt es sich gar nicht so an, als ob der Dax der große Sieger des Jahres wäre. Ist er aber. Deutsche Aktien haben sich 2015 besser entwickelt als ihre europäischen und globalen Pendants. Und die gute Nachricht: Anlagestrategen setzen auf weitere Kursgewinne im kommenden Jahr.

Ob der Dax allerdings zu einer neuen Rekordjagd ansetzt? In diesem Jahr erreichte er immerhin 27 Mal einen neuen Höchststand, bevor er in einen Bärenmarkt abrutschte. Die Volatilität hat sich mehr als verdoppelt. Trotzdem läuft der deutsche Leitindex auf einen Jahresgewinn von zehn Prozent zu, womit er den Stoxx Europe 600 und MSCI All Country World schlagen würde.

Auch 2016 könnte einen Aktienjahr werden. Strategen prognostizieren eine Fortsetzung der Dax-Rally im kommenden Jahr - gestützt von der Aussicht, dass der niedrige Ölpreis und ein schwächerer Euro den Unternehmen zugutekommen. Die Exporteure erhielten schon im Jahr 2015 einen frühen Schub durch die noch lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Doch Chinas überraschende Währungsabwertung und der Emissionsskandal bei Volkswagen vernichteten bei den deutschen Unternehmen bis zu 368 Milliarden Dollar (336,5 Milliarden Euro) an Marktwert. Seit seinem September-Tief hat der Dax allerdings etwa die Hälfte der Verluste wieder aufgeholt.

Die schwärzesten Tage des Dax: 1989-2001

Was zeichnet einen Crash aus?

Eindeutige Kriterien für einen Crash gibt es nicht - außer Panik, hohe Umsätze und hohe Verluste. Beim bislang größten Börsenkrach der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987, als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index an der Wall Street um 23 Prozent einbrechen ließ, gab es den Dax noch nicht. Er wurde erst am 1. Juli 1988 erstmals berechnet. Die höchsten Verluste des Dax seither:

16. Oktober 1989

Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten bei einem Unternehmensverkauf einen Ausverkauf auslösten.

19. August 1991

Ein später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow drückt den Dax um gut neun Prozent ins Minus.

28. Oktober 1997

Im Sog der Asienkrise sackt der Dax im Handelsverlauf um bis zu 13 Prozent ab und schließt mit 3567 Punkten acht Prozent niedriger.

1. Oktober 1998

Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.

11. September 2001

Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.

Und das versöhnte Anleger mit den Turbulenzen. „Es war ein sehr gutes Jahr, wenn man diszipliniert war und an seinen Investmentthemen festgehalten hat“, sagte Michael Woischneck, Aktienfondsmanager bei Lampe Asset Management in Düsseldorf. „Öl und der Euro auf diesen Niveaus sollten das Wachstum stützen. Wir könnten 2016 ein weiteres gutes Jahr für den Dax sehen.“ Die deutsche Wirtschaft dürfte Prognosen zufolge im kommenden Jahr um 1,8 Prozent expandieren, verglichen mit erwarteten 1,7 Prozent Wachstum im Euro-Raum.

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