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20.11.2014

11:22 Uhr

Bill Gross meldet sich zurück

„Die Notenbanken allein bringen es nicht“

Kaum ist der Ex-Chef des Anleihemanagers Pimco beim neuen Arbeitgeber Janus Capital angekommen, haut er schon mächtig auf den Putz. Im ersten Investmentausblick fordert er die Staaten auf, sich höher zu verschulden.

Mit beunruhigtem Blick: Die Notenbankpolitik allein bringt es laut Ex-Pimco-Chef Bill Gross nicht. Reuters

Mit beunruhigtem Blick: Die Notenbankpolitik allein bringt es laut Ex-Pimco-Chef Bill Gross nicht.

DüsseldorfKnapp zwei Monate ist es nun her, dass Bill Gross seinen Schreibtisch beim weltgrößten Anleihemanager Pimco geräumt hat. Doch wer dachte, Gross würde fortan in der Versenkung verschwinden, sich im Hintergrund halten, hat sich geirrt. Kaum beim neuen Arbeitgeber, dem Asset Manager Janus Capital, angekommen, verfasst er einen Investmentausblick, der es in sich hat. Kritik bekommen vor allem die Notenbanken ab.

So beginnt der am Mittwoch veröffentlichte Outlook mit den Feststellung, dass sich allein mit einer lockeren Geldpolitik der Notenbanken das Wachstum in den entwickelten Volkswirtschaften – allen voran den USA und Euroland – nicht ankurbeln lasse. Die Idee, Wachstum nur über mehr und mehr Geld zu generieren, habe offensichtlich nicht funktioniert.

Die profitabelsten Hedge-Fonds der Welt

Das Ranking

Sie verwalten riesige Summen und wenn sie Gewinn machen, geht er in die Millionen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hat Hedge-Fonds weltweit nach ihrer Profitabilität gerankt. Berücksichtigt wurde der Gewinn für die ersten zehn Monate des Jahres 2014.

Platz 1: Pershing Square International

Manager: Bill Ackman
Rendite: 32,8 Prozent

Platz 2: Quantedge Global

Manager: Team-Managed
Rendite: 32,3 Prozent

Platz 3: STS Partners

Manager: Michael Craig-Scheckman, Scott Burg
Rendite: 23,9 Prozent

Platz 4: Hildene Opportunities

Manger: Brett Jefferson
Rendite: 23,6 Prozent

Platz 5: AHL Diversified

Manager: Tim Wong, Matthew Sargaison
Rendite: 21,1 Prozent

Platz 6: MBS Agency

Manager: William Mok
Rendite: 20,6 Prozent

Platz 7: Citadel Tactical Trading

Manager: Team-Managed
Rendite: 19,7 Prozent

Platz 8: Stratus

Manager: Team-Managed
Rendite: 17,7 Prozent

Platz 9: Citadel Global Equities

Manager: Team-Managed
Rendite: 17,3 Prozent

Platz 10: Dymon Asia Macro

Manager: Danny Yong
Rendite: 17,0 Prozent

Zwar hätten die ultralockere Geldpolitik der weltweiten Notenbanken bewirkt, dass Billionen von Dollar in die Wirtschaftskreisläufe geflossen seien: In den USA waren es vier Billionen Dollar, in Japan umgerechnet zwei Billionen Dollar und eine Billionen Dollar in der Eurozone: „Aber es hat nicht gewirkt“.

Statt in die Realwirtschaft sei das ganze Geld „in den Zementmixer der Märkte gekommen und dann im Finanzsystem versandet.“ Das habe zur Folge gehabt, dass Preise zwar gestiegen seien – aber letztlich die falsche Preise. „Der Kurs der Alibaba-Aktie zum Beispiel ist nach dem Börsengang geradezu explodiert, während die Reallöhne seit Jahren stagnieren.“

Damit die „richtigen“ Preise steigen – und die Wirtschaft in der Konsequenz wächst – brauche es also einen Ansatz, der die reine Geldpresse-Politik der Notenbanken ergänzt. Die Alternative, die Gross dann allerdings präsentiert, dürfte so manchem (konservativen) Fiskalpolitiker einen Schrecken einjagen.

Denn Gross plädiert für mehr staatliche Investitionen und damit – mehr Staatsverschuldung. Die Staaten sollten nicht ständig auf ihren Haushalt achten, so die These. „Solange staatliche Defizite als Fluch gelten und der Fokus auf ausgeglichenen Haushalte liegt, ist die Deflation eine ernste Gefahr für das Wachstum der Weltwirtschaft“.

Von

saz

Kommentare (5)

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Herr Thomas Behrends

20.11.2014, 11:31 Uhr

Mit gierigen großen Augen fordert Bill Gross die Staaten auf sich höher zu verschulden.

Mit welchem Recht eigentlich?

Es ist doch klar, dass man Schulden nicht mit Schulden begleicht. Das ist KEIN Patentrezept, um Krisen zu überwinden.

Das wäre in etwa so, als wenn man Brände mit Benzin löschen wollte.

Ein Flächenbrand würde entstehen.

Neo-Libearlisten wie Bill Gross wollen die Gesellschaft für staatliche Exzesse bezahlen lassen.

Das ist ein einddeutiges NO GO!!!

Note 6, bitte setzen Sie sich in die letzte Reihe !

Herr Johann Brädt

20.11.2014, 12:19 Uhr

@Thomas Behrends
Sie haben viele Namen was?

Toni Hübner

20.11.2014, 12:47 Uhr

Billy Boy, Du bringst es auch nicht mehr. Mach mal ein Praktikum beim Hasenstab.

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