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14.04.2014

06:35 Uhr

Blackrock fordert

Konzerne sollen weniger Dividende zahlen

ExklusivAnleger lieben Dividenden. Doch ausgerechnet der weltgrößte Vermögensverwalter ruft zum Verzicht auf: Unternehmen sollten weniger Dividende zahlen und mehr investieren. Der Appell richtet sich auch an deutsche Chefs.

Blackrock-Chef Larry Fink kritisiert das kurzfristige Denken in vielen Unternehmen. ap

Blackrock-Chef Larry Fink kritisiert das kurzfristige Denken in vielen Unternehmen.

Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock sorgt sich um das kurzfristige Denken an den Kapitalmärkten. Deshalb fordert der Vorstandschef der Fondsgesellschaft, Larry Fink, in einem Brief die Vorstandschefs der europäischen Großkonzerne auf, mehr Geld in ihre langfristige Zukunft zu investieren, statt Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe weiter in die Höhe zu treiben.

„Wir sind besorgt, dass nach der Finanzkrise viele Unternehmen vor Investitionen in ihre Zukunft zurückgeschreckt sind. Zu viele Firmen haben ihrer Kapitalausgaben zurückgefahren oder sogar höhere Schulden gemacht, um Dividenden und Aktienrückkäufe zu steigern“, klagt Fink in dem Schreiben, das dem Handelsblatt (Montagsausgabe) vorliegt. „Viele Kommentatoren beklagen die kurzfristigen Forderungen der Kapitalmärkte, wir teilen diese Bedenken“, fährt Fink fort. Geht es nach Blackrock, dann sollen die Unternehmen wieder mehr Geld in Produkte, Innovationen aber auch in strategische Optionen wie Übernahmen investieren.

Die zuverlässigsten Dividendenzahler in Deutschland

Platz 1

Fuchs Petrolub

Branche: Schmierstoffe
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 24,1 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,7 Prozent
Ausschüttungsquote: 37,6 Prozent

Platz 2

Baywa

Branche: Handel
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 11,5 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,1 Prozent
Ausschüttungsquote: 29,2 Prozent

Platz 3

Fresenius SE

Branche: Medizintechnik und Gesundheit
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 10,6 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 1,2 Prozent
Ausschüttungsquote: 21,2 Prozent

Platz 4

Fielmann

Branche: Optiker
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 13,6 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 3,6 Prozent
Ausschüttungsquote: 85,1 Prozent

Platz 5

Bayer

Branche: Pharma
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 14,2 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,3 Prozent
Ausschüttungsquote: 35,7 Prozent

Platz 6

Linde

Branche: Industriegase
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 9,2 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,2 Prozent
Ausschüttungsquote: 34,8 Prozent

Platz 7

Stratec Biomedical

Branche: Medizintechnik
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 27,2 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 1,9 Prozent
Ausschüttungsquote: 41,7 Prozent

Platz 8

Munich Re

Branche: Versicherungen
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 13,7 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 4,9 Prozent
Ausschüttungsquote: 46,4 Prozent

Platz 9

OHB

Branche: Raumfahrt
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 13,9 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,9 Prozent
Ausschüttungsquote: 38,0 Prozent

Platz 10

SAP

Branche: Software
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 12,9 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 1,8 Prozent
Ausschüttungsquote: 30,3 Prozent

Quelle: FactSet, DZ BANK

Der Brief von Fink ging nach Informationen des Handelsblatts auch an alle deutschen Konzerne, an denen der Vermögensverwalter größere Anteile hält. Dazu zählen unter anderem die Deutsche Telekom, Daimler, Linde, Siemens, VW und Pro Sieben Sat 1.

Rund zwei Drittel der im Dax-30-Index vertretenen Firmen stocken ihre Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr noch einmal auf. Insgesamt wollen die 30 wichtigsten deutschen Konzerne gut 28 Milliarden Euro ausschütten. Die Barreserven der Dax-Unternehmen summierten sich 2013 auf knapp 140 Milliarden Euro. 2008 waren es dagegen erst 85,5 Millionen Euro. Viele Konzerne scheuen vor größeren Investitionen zurück, weil sie nicht an ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum glauben, und weil ihnen der Schrecken der Finanzkrise noch immer in Knochen steckt.

Von

mm

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

14.04.2014, 11:52 Uhr

Bei Herren wie Herrn Larry Fink sollte man immer sehr vorsichtig sein in Bezug auf das was sie sagen. Nicht um sonst ist Blackrock gerade in diesen dekadenten Zeiten, wo durch Geld Geld generiert wird ohne Werte zu schaffen, vielmehr wo Werte zerstört werden, zum weltgrößten Vermögensverwalter geworden. Ziel von Blackrock kann es doch nur sein die Sperrminorität gewisser reicher und gut funktionierender Konzerne zu erreichen um dann den Vorstand zu gewissen Verhalten zu nötigen (eben Aktienrückkäufen und vor allem Erhöhung der Dividende) um die eigenen Investments gut verzinst zu sehen. Um dies zu erreichen sucht Blackrock die Aktienkurse, durch, wie im vorliegenden Falle, heuchlerische Meinungsäußerungen, weiter zu drücken um möglichst günstig an die Selbigen zu kommen. Gegenwärtig bedient sich Blackrock, im Verbund mit Goldman Sachs und anderer Alliierte, des Mittels der Leerverkäufe, sieht aber auch selbst dass sich so recht keine Panik erzeugen lässt. Und da diese leerverkauften Aktien ja zurück gekauft werden müssen, geht dieses Spiel, im günstigsten Fall, plus/minus Null aus. Also fängt man an zu anderen, wie immer manipulatorischen, mitteln zu greifen.

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