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20.01.2010

09:43 Uhr

Bloomberg-Umfrage

Flut bei Staatsanleihen hält an

Um die Konjunktur nach der Finanzkrise anzukurbeln haben Staaten riesige Mengen an Anleihen ausgegeben. Die Erträge sind auf Grund der Emissionsflut auf dem niedrigsten Stand seit 1995. Ein Ende ist nach einer Bloomberg-Umfrage nicht in Sicht. Das überreiche Angebot dürfte Investoren noch lange niedrige Renditen bescheren

Nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers sind die Erträge von Staatsanleihen auf ein Rekordtief gesunken. ap

Nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers sind die Erträge von Staatsanleihen auf ein Rekordtief gesunken.

LONDON. Die durch die Finanzkrise ausgelöste Emissionsflut bei europäischen Staatsanleihen hat den Investoren die niedrigsten Erträge im Vergleich zu Unternehmensanleihen seit 1995 gebracht. Und die für Anleiheemissionen zuständigen staatlichen Stellen in mehreren europäischen Ländern gehen davon aus, dass diese Flut noch weitere sieben Jahre anhalten wird.

In einer Bloomberg-Umfrage unter elf Vertretern von staatlichen Schuldenverwaltungen im EuroRaum prognostizieren acht Teilnehmer, dass es mindestens bis 2015 dauern werde, bis die Emissionen wieder auf ein Volumen wie vor dem Zusammenbruch von Lehman Brothers gesunken sind. Vier der acht rechnen gar mit einem Zeitraum von bis zu einem Jahrzehnt. Im Schnitt erwarten die Umfrageteilnehmer einen Zeitraum bis 2017.

Im vergangenen Jahr ist das Emissionsvolumen von staatlicher Seite in der Euro-Zone um 36 Prozent angeschwollen auf 870 Mrd. Euro. Gleichzeitig haben deutsche Bundesanleihen den Investoren einen Ertrag von gerade einmal 1,96 Prozent eingebracht. Mit Unternehmensanleihen erzielten die Anleger dagegen eine Rendite von 14,9 Prozent, geht aus Indizes von Bank of America Merrill Lynch hervor. So hoch war der Renditeabstand noch nie seit mindestens 15 Jahren.

Das Emissionsvolumen der Staaten dürfte dieses Jahr weiter steigen auf das Rekordhoch von einer Billion Euro, prognostiziert die britische Bank HSBC. Mit den Rekord-Emissionen finanzieren die Staaten Konjunkturprogramme.

Quelle: Bloomberg

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