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02.08.2013

11:44 Uhr

Börse

Berlusconi-Urteil macht Italiens Aktienanleger ratlos

Nachdem der Oberste Gerichtshof Berlusconi in dritter Instanz schuldig gesprochen hat, ist der Mailänder Index auf Berg- und Talfahrt gegangen. Auch die Titel von Mediaset schwanken. Analysten sind zwiegespalten.

Silvio Berlusconi hat Grund zum Lächeln: Zwar wurde er in letzter Instanz schuldig gesprochen, aber mit einer Haftstrafe muss der 76-Jährige nicht rechnen. ap

Silvio Berlusconi hat Grund zum Lächeln: Zwar wurde er in letzter Instanz schuldig gesprochen, aber mit einer Haftstrafe muss der 76-Jährige nicht rechnen.

FrankfurtDas Steuerbetrugs-Urteil gegen den früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi hat die Anleger etwas ratlos zurückgelassen. Der Mailänder Index startete am Freitag zunächst 0,3 Prozent fester, drehte innerhalb der ersten Handelsstunde dann aber 0,5 Prozent ins Minus. Auch die Titel von Berlusconis Medienkonzern Mediaset gingen auf Berg- und Talfahrt.

Der Oberste Gerichtshof hatte am Donnerstagabend die von zwei unteren Instanzen verhängten vier Jahre Haft gegen Berlusconi bestätigt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Chef des Medienunternehmens Mediaset im Zusammenhang mit dem Ankauf eines Filmpakets Steuerbetrug begangen hatte. Mit Gefängnis muss der 76-Jährige allerdings nicht rechnen, weil die Strafe im Zuge einer Amnestie bereits auf zwölf Monate herabgesetzt worden war.

Zudem kann er die Haftstrafe entweder im Hausarrest absitzen oder eine Gegenleistung in Form gemeinnütziger Arbeit erbringen. Der Medienmilliardär kann bis auf weiteres auch Senator und Chef der konservativen Partei Volk der Freiheit (PDL) bleiben, weil die Entscheidung über ein fünfjähriges Verbot der Ausübung öffentlicher Ämter vertagt wurde.

Die Analysten waren in Reaktion auf das Urteil zwiegespalten: Während Bernstein-Analyst Claudio Aspesi davon ausgeht, dass die politischen Spannungen in Italien nun wieder zunehmen dürften, zeigten sich die Volkswirte der Berenberg Bank relativ entspannt. „Das Urteil ist zwar eine Herausforderung für die Regierungskoalition von Ministerpräsident Enrico Letta, aber auseinanderbrechen sollte sie deswegen erst einmal nicht.“

Auch Clairinvest-Fondsmanager Ion-Marc Valahu sieht keine unmittelbare Gefahr für das zerstrittene Bündnis aus der sozialdemokratischen Demokratischen Partei (PD) und Berlusconis PDL. „Ich bin weiterhin optimistisch für die Märkte der Peripherie – der Mailänder Index hat noch Luft nach oben.“

Bislang hat die italienische Börse seit Januar 3,4 Prozent zugelegt, der Dax kommt auf ein Plus von mehr als zehn Prozent. Die Aktien von Berlusconis Medienkonzern Mediaset schwankten am Freitag zwischen einem Plus von 2,1 Prozent und einem Minus von 4,3 Prozent hin und her. Analysten erklärten, das Urteil habe keinen unmittelbaren Einfluss auf den Konzern. Problematisch werde es allerdings, wenn die Verurteilung mit einer neuen Phase der politischen Instabilität einhergehe, die wiederum die wirtschaftliche Entwicklung negativ beeinflussen dürfte.

Am Rentenmarkt überwog die Erleichterung über das unmittelbare Ausbleiben einer Regierungskrise. Die Kurse der zehnjährigen italienischen Anleihen zogen an, die Rendite ging um drei Basispunkte auf 4,34 Prozent zurück.

Von

rtr

Kommentare (2)

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kraehendienst

02.08.2013, 11:56 Uhr

"....ratlos.." - So hirngewaschen sind die schon dass sie ohne den Banditen, die nationale Identifikationsfigur garnicht mehr weiter wissen.

werner

03.08.2013, 09:41 Uhr

endlich ist er das was er schon immer war,ein halunke,ein hochkrimineller verbrecher bzw auch politverbrecher.wann entschliessen sich endlich deutsche gerichte die deutschen politkbanditen und desperados in die gefaengnisse ein zu liefern???

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