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06.06.2013

10:33 Uhr

Börse

Broker müssen stempeln

Die goldenen Zeiten für Börsenhändler sind vorbei. Die Jobs für Trader sind rar und ihr Fachwissen ist in anderen Branchen nicht gefragt. Die Erfolgsverwöhnten warten auf Mitleid oder satteln wie Dirk Müller um.

Filmstars: Michael Douglas in der Rolle von Gordon Gekko mit Shia LaBeouf als Jake Moore (rechts) im Film Wall Street. dapd

Filmstars: Michael Douglas in der Rolle von Gordon Gekko mit Shia LaBeouf als Jake Moore (rechts) im Film Wall Street.

Der Film "Wall Street" hat das Bild des Börsenhändlers geprägt: Gordon Gekko, gespielt von Michael Douglas, jongliert mit sehr viel Geld, steht auf der Suche nach dem großen Geschäft ständig unter Strom und wenn alles gutgeht, ist sein Kontostand von einem Moment auf den anderen explodiert.

Die Aussicht auf das große Geld gepaart mit ständigem Nervenkitzel - das hat für viele Trader auch hierzulande eine nicht unerhebliche Rolle bei der Berufswahl gespielt. Lange ging die Rechnung auf. Doch die Zeiten haben sich geändert.

Aktuell gibt es für immer weniger Händler Jobs. Viele der einst Erfolgsverwöhnten stehen am Scheideweg. "Es ist sehr viel schwieriger geworden, einen neuen Job zu finden als in den vergangenen Jahren", sagt ein Händler, der gerade auf der Suche ist. "Befristete Arbeitsverträge sind durchaus üblich geworden, und dann muss man sich vor potenziellen Arbeitgebern fast dafür rechtfertigen, dass man so oft gewechselt hat."

Die besten Börsenfilme

Rang 1

Wall Street I

Hauptdarsteller: Charlie Sheen und Michael Douglas
Jahr: 1987
Der Klassiker der Börsenfilme, in dem der Wall-Street-Guru Gordon Gekko seinem Jünger beibringt, dass es immer „nur um die Kohle geht“. Ein Film der die Gier kritisiert - und ein bisschen vergöttert.

Rang 2

Wolf of Wall Street

Hauptdarsteller: Leonardo Di Caprio
Jahr: 2014
Aufstieg und Fall des Börsenmaklers Jordan Belfort. Mit krummen Börsengeschäften und Geldwäsche wird Belfort in den 1990er-Jahren zum Millionär. Er feiert eine einzige Orgie mit Parties, Sex und Drogen. Doch die Ermittler sind ihm auf der Spur. Basiert (weitgehend) auf wahren Begebenheiten. Regie führte Martin Scorsese.

Rang 3

High Speed Money

Hauptdarsteller: Ewan McGregor und Anna Friel
Jahr: 1999
Ein Film über die Pleite der Barings Bank und die Rolle, die die Börsengeschäfte des Nick Leeson dabei spielten. Basierend auf einer wahren Geschichte und dem Buch von Nick Leeson.

Rang 4

Margin Call – Der große Crash

Hauptdarsteller: Kevin Spacey und Paul Bettany
Jahr: 2011
Ein Mitarbeiter einer Großbank entdeckt eine Menge fauler Papiere bei seiner Bank. Damit die Bank nicht pleitegeht, müssen die „faulen Eier“ schnell das Nest verlassen - egal um welchen Preis.

Rang 5

American Psycho

Hauptdarsteller: Christian Bale und Justin Theroux
Jahr: 2000
Der Investmentbanker Patrick Bateman möchte zur Elite gehören. Nichts ist ihm wichtiger als materieller Reichtum. Doch er hat ein Problem: In seinen Depressionen tötet er wahllos Obdachlose und Prostituierte - denkt er.

Rang 6

Die Glücksritter

Hauptdarsteller: Dan Aykroyd und Eddie Murphy
Jahr: 1983
Die steinreichen und exzentrischen Gebrüder Duke, beides Warentermin-Börsenmakler, schließen eine Wette ab und wollen sehen, ob Erfolg angeboren ist. Dazu tauschen sie ihren Vorstandsvorsitzenden gegen einen Bettler ein. Doch der Bettler hat auch ein Wörtchen mitzureden.

Rang 7

Inside Job

Hauptdarsteller: Matt Damon (Erzähler im engl. Original)
Jahr: 2010
Ein Dokumentarfilm über die Finanzkrise 2007. Der Film bekam 2011 einen Oskar für den besten Dokumentarfilm. Der Name des Films verrät dabei schon, worum es geht: Inside Job ist die englische Bezeichnung für den Fall, wenn ein Insider seinem Unternehmen schadet.

Rang 8

Das Geld anderer Leute

Hauptdarsteller: Danny DeVito und Gregory Peck
Jahr: 1991
Eine Filmkomödie, in der der „Liquidator“ Konkurrenten aufkauft und ausschlachtet. Doch an einem Fall hat er besonders zu knabbern, denn er verliebt sich in die feindliche Anwältin. Schlüsselszene ist die Aktionärsversammlung der Firma, die übernommen werden soll.

Rang 9

Let’s make Money

Regie: Erwin Wagenhofer
Jahr: 2008
Dokumentarfilm über das System der Finanzwirtschaft - und wie man sein Geld für sich arbeiten lassen kann.

Rang 10

Enron – The smartest guys in the room

Hauptdarsteller: Peter Coyote (Erzähler)
Jahr: 2005
Ein Dokumentarfilm über eine der größten Firmenpleiten der USA. Eine Geschichte über Bilanzbetrug und geheime Machenschaften.

Rang 11

Wall Street 2

Hauptdarsteller: Michael Douglas und Shia LaBeouf
Jahr: 2010
Die Fortsetzung des Klassikers „Wall Street“. Gordon Gekko tritt wieder auf den Plan, nur etwas älter. Schließlich hat er die letzten 23 Jahre im Gefängnis verbracht.

Rang 12

Risiko - Der schnellste Weg zum Reichtum

Hauptdarsteller: Giovanni Ribisi und Vin Diesel
Jahr: 2000
Um bei seinem Vater Eindruck zu schinden, übernimmt Seth Davis eine Stelle aus Börsenmakler. Dort erfährt er, dass die hohen Gewinne der Firma mit illegalen Methoden erwirtschaftet werden.

Rang 13

Kapitalismus – eine Liebesgeschichte

Regie: Michael Moore
Jahr: 2009
Dokumentarfilm des USA-Kritikers Michael Moore. Ganz im Stile Moores wird hier kein Blatt vor den Mund genommen und die USA mit dem alten Rom verglichen: Brot und Spiele, damit das Volk ruhig bleibt und die Finanzmachenschaften der Elite nicht mitbekommt.

Rang 14

The Bank

Hauptdarsteller: David Wenham und Anthony LaPaglia
Jahr: 2001
Der Chef einer Bank wird auf einen Mathematiker aufmerksam, der mit Hilfe einer Software die Börsentrends vorhersagen kann. Die beiden schließen ein Bündnis der Gier, das nicht lange halten kann.

"Automatisierte Prozesse ersetzen zunehmend die Händler", konstatiert auch Frank Herkenhoff, Sprecher des Börsenbetreibers Deutsche Börse. Im hiesigen Aktienhandel zum Beispiel laufen inzwischen etwa 40 Prozent des Geschäfts komplett computergesteuert.

Dazu kommt, dass die Banken als Lehre aus der Finanzkrise nun deutlich strenger reguliert werden. Die Institute können an der Börse schlicht nicht mehr so wild zocken wie noch vor ein paar Jahren, also werden auch weniger Trader gebraucht. Während in den Jahren 2003 bis 2008 die Zahl der an der Deutschen Börse zugelassenen Aktienhändler um mehr als 40 Prozent auf knapp 5000 stieg, waren Anfang dieses Jahres nur noch rund 4.000 Händler gemeldet.

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

06.06.2013, 11:35 Uhr

Guter Artikel. Beschreibt ziemlich genau den Zustand der Branche.

Das geschilderte Problem des angeblich fehlenden Kapitals um sich als Trader selbständig zu machen und mit eignem Geld auf eigene Rechnung professionell und erfolgreich zu arbeiten, kann aber nur für solche Leute gelten, die sich diese Frage nach vielleicht 2 oder 3 Jahren Berufserfahrung als angestellter Börsenhändler stellen.

Für andere mit 7,8 oder mehr Jahren auf dem Trading-Floor bei einer IB, ist es eher die Frage einer sinnvollen Beschäftigung abseits des Golfplatzes. Wo man ab 50 noch genug Zeit hat sein Handicap zu verbessern um ihn auf den gleichen Level wie seinen Trading-Status zu bringen.

DarkMeyer

06.06.2013, 11:52 Uhr

Ich warte noch auf den Tag, an dem es einen Artikel über die Börse ohne ein Zitat von Dirk Müller gibt. Dass er mit seinen Aussagen mehrfach falsch lag findet nie Erwähnung. Auf Notenbank, Politik und Banker zu schimpfen kommt beim Leser sicher gut an ist aber kein guter Rat für Anleger. Aber zumindest einer Gewinnt immer ;-)

abc

06.06.2013, 11:56 Uhr

Naja, es gibt schon noch Jobs für Trader außerhalb von Banken/Versicherungen. Konkret bei Unternehmen mit hohem Energie- oder Rohstoffbedarf (halt Trading von Rohstoffen) oder Unternehmen mit hohem Export/Import Anteil (Trading von Forex). RWE z.B. sucht immer mal wieder.

Allerdings geht es dort nicht primär um Gewinnerzielung durch Trading, sondern Preisabsicherung. Entsprechend dürften dort aber auch die Gehälter deutlich niedriger sein und der Spaßfaktor geringer.

Was in meinen Augen tatsächlich vorbei ist, ist die Zeit der klassischen Parketttrader (also das was Dirk Müller gemacht hat). Elektronische Börsen sind deutlich effizienter und billiger. Und bei Finanzfirmen dürfte der Trend weg vom diskretionären Trading hin zu statistischem bzw. mechanischem Trading gehen. Und dafür braucht es keine Trader sondern Physiker und Mathematiker.

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