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14.08.2013

17:43 Uhr

Börse Frankfurt

Algorithmen steuern den Dax

Lange verharrte der Dax auf seinem Vortagsniveau. Doch mit Eröffnung der US-Börsen stiegen die Kurse – allerdings ohne wirklichen Grund. Denn die Wall Street überzeugte nicht. Der leichte Anstieg hatte technische Gründe.

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Börse am Abend

Börsen-News: Börse am Abend

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FrankfurtDie Urlaubszeit macht den Handel an den Börsen berechenbar – für die Computer. Viele Händler und Aktionäre halten sich im Sommer aus dem Marktgeschehen heraus und lassen stattdessen die Algorithmen arbeiten. Die Folge: Der Dax bewegt sich bei insgesamt geringen Umsätzen nur in engen Spannen und weitestgehend unspektakulär. Heute sorgte einzig die Eröffnung der US-Börsen für etwas mehr Dynamik und das obwohl die Börsen in New York alles andere als zufriedenstellend notierten.

Der Dax konnte am Mittwoch lediglich 0,3 Prozent zulegen auf 8438 Punkte. In der zweiten Reihe stieg der MDax um 0,5 Prozent auf 14.855 Punkte, der TecDax schloss 1,1 Prozent fester auf 1042 Zähler.

"Wirklich nachvollziehbar ist das nicht", sagt ein Händler. "In New York geben die Kurse nach und hier ruft man 'Juhu'." Die technischen Faktoren im unterrepräsentierten Ferienhandel in Deutschland haben zudem einen weitere Folge. Während der Ferienzeit im Sommer kann immer wieder beobachtet werden, dass das Handelsvolumen mit Eröffnung der US-Börsen deutlicher als sonst zunimmt und größere Kursbewegungen die Folge sind.

"Es zeigen sich wieder einmal die alten technischen Widerstände, die uns schon den ganzen Sommer begleiten", sagte ein Händler. "Es gibt immer wieder ein heftiges Auf und Ab bei Einzelwerten, aber der Gesamtmarkt ist gefangen in einer ganz engen Spanne."

Euro-Zone lässt Rezession hinter sich

Die Konjunktur in der Euro-Zone konnte im vergangenen Quartal erstmals seit sechs Quartalen mit 0,3 Prozent leicht zulegen. Damit verlässt die Euro-Zone die längste Rezession in der Geschichte des europäischen Währungsraums. Einen bedeutenden Anteil an der Gesundung der Wirtschaft in der Euro-Zone hat Deutschland. Die heute veröffentlichten Konjunkturdaten wiesen ein Wachstum von 0,7 Prozent aus. Experten hatten einen Anstieg um 0,6 Prozent erwartet.

Die Hoffnung auf anhaltende Konjunkturstützen der US-Notenbank (Fed) hatten der Wall Street am Dienstag Auftrieb gegeben. Anlass waren Äußerungen des Präsidenten der Fed von Atlanta, Dennis Lockhart. Allerdings halten die meisten Ökonomen ein baldiges Abebben der großen Geldflut der US-Notenbank für immer wahrscheinlicher. In einer am Mittwoch veröffentlichten Reuters-Umfrage erwarten knapp drei Viertel der Volkswirte, dass die Federal Reserve im September den Fuß vom Gas nimmt. Die Experten gehen davon aus, dass die Notenbank in einem ersten Schritt das Volumen der monatlichen Ankäufe von Staatsanleihen und Immobilienpapiere um 15 Milliarden Dollar verringern wird. Derzeit kauft sie noch Papiere im Volumen von 85 Milliarden Dollar auf, um der Wirtschaft auf die Beine zu helfen.

RWE präsentiert miserables Ergebnis

Siemens droht ein Prozess wegen angeblicher Kartellabsprachen beim Bau der U-Bahn in der brasilianischen Metropole Sao Paulo. Der Gouverneur des gleichnamigen Bundestaates, Geraldo Alckmin, kündigte am Dienstag an, den deutschen Technologiekonzern auf Schadensersatz zu verklagen. Siemens wollte sich dazu zunächst nicht äußern. Die Aktionäre zeigten sich von der drohenden Schadenersatzklage unbeeindruckt. Die Papiere legten am Mittwoch ein Prozent zu.

Der zweitgrößte deutsche Energiekonzern RWE steht durch die Energiewende unter hohem Druck. Der Gewinn des Energiekonzerns ist im ersten Halbjahr um fast 40 Prozent geschrumpft. "Nach den Zahlen von E.ON gestern hatte man sich mehr erhofft", sagte ein Börsianer.

Kommentare (74)

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Programmierer

14.08.2013, 07:41 Uhr

Natürlich steigt der DAX weiter.
Die Maschinen sind doch auf UP programmiert.
Vor den Wahlen wird sich daran auch nichts ändern.
Die Großen bekommen weiterhin billiges Geld von den Notenbanken hinterher geworfen. Der Kleinsparer bleibt da auf der Strecke, die Zesche zahlt der Steuerzahler.
Einige wenige werden heute wieder ihren Gewinn verdreifachen,in wenigen Minuten. Nein, da muß man nicht arbeiten gehen. Man muß das System erkennen.Alle können reich werden.
Ich höre nicht auf den Finger in diese Wunde der Geldvermehrung zu legen.
Und das täglich und mehrmals am Tag.

Spieler

14.08.2013, 07:45 Uhr

Das war doch gestern wieder ein schönes Spiel.
Das Casino war für jeden geöffnet,man muß nur mitspielen.
Meine billigen Calls von gestern gehen heute Morgen mit Verdoppelung raus.
Funktioniert wie ein Schneeballsystem.
Das war gestern wieder besonders einfach, man muß das System der Mächtigen nur erkennen.

Traeumer

14.08.2013, 07:52 Uhr

Bald haben diese von Notenbanken gesponserten Wetten ein Ende. Nach den Wahlen ist es vorbei mit Algotrading.
Dann können die IB mit Duldung der Politik nicht mehr ihre Wunschkurse selbst bestimmen. Dann wird alles wieder gut.
Der Präzenshandel kommt auf das Parkett zurück, mit den Kursmaklern, Freimaklern und Börsenhändlern.
Dann ist wieder alles transparent und fair, keine Absprachen und Kursmanipulationen.

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