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22.09.2011

17:56 Uhr

Börse Frankfurt

An den Börsen dominiert die Angst - Dax stürzt ab

Ein schwarzer Tag für den Dax: Europas Banken stehen auf wackligen Beinen und die US-Konjunktur erlahmt. Anleger verkaufen ihre Aktien und lassen den Dax tief ins Minus fallen. Das Jahrestief ist wieder in Reichweite.

Die Börse in Frankfurt hat schon mal hellere Tage erlebt. dpa

Die Börse in Frankfurt hat schon mal hellere Tage erlebt.

FrankfurtHeute hat der Bär den Bullen besiegt: Der Dax beendete den heutigen Handelstag mit einem dicken Minus von fünf Prozent auf 5.164 Punkte und verlor damit zum Vortag über 260 Punkte. Sein Tagestief markierte der Leitindex bei einem Kurs von 5.135 Zählern, was ein Abschlag von fast sechs Prozent bedeutete.

Die zweite Reihe machte es heute nicht besser: Der MDax verlor ganze 5,7 Prozent auf 8.230 Punkte und der TecDax gab 4,7 Prozent auf 654 Stellen ab.

Den ganzen Tag kroch der Dax tief im Minusbereich. Am Morgen wurde er durch schwache Vorgaben aus den USA und durch die Abstufung zahlreicher italienischer und einiger US-Banken belastet. Die "Operation Twist", am Vortag von der Federal Reserve verkündet, konnte auch keine Umbruchstimmung stiften und so beherrschte den ganzen Tag über Panik die Märkte. Weltweit zogen verschreckte Investoren ihr Geld aus Aktien ab. „Es herrscht ein globales Unwohlsein. Wir haben die Konjunkturängste, die europäische Schuldenkrise und die Frage nach der Stabilität der Banken. Die Stimmung ist insgesamt einfach schlecht“, sagte ICF-Marktexperte Klaus Stabel.

Der Tag an den Märkten (Stand 11:00 Uhr)

Dax

+ 0,6 Prozent

Euro-Stoxx 50

+ 0,7 Prozent

Dow Jones

+ 0,3 Prozent (20.10.)

Nikkei

+ 1,7 Prozent

CSI 300 (China)

- 0,3 Prozent (30.09.)

Euro

1,3774 Dollar (+ 0,01 Prozent)

Öl (Brent Barrel)

110,47 Dollar (- 0,3 Prozent)

Gold

1.621 Dollar (+ 0,2 Prozent)

Der europäische Einkaufsmanagerindex reizte die angespannte Lage am Morgen noch weiter auf. Für die gesamte Privatwirtschaft fiel der Einkaufmanagerindex im September auf 49,2 Punkte von 50,7 im August, teilte das Markit-Institut am Donnerstag mit. Damit fiel das Barometer zum ersten Mal seit Juli 2009 unter die Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. „Die Erholung ist vorbei“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Der Euro zeigte sich vor diesem Hintergrund wieder schwach. Am Nachmittag verlor die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar 0,9 Prozent und notierte bei einem Kurs von 1,3453 Dollar.

China, das derzeit als Stütze für die krisengeplagte Weltwirtschaft angesehen wird, konnte die Panik auf den Märkten auch nicht eindämmen. Im Gegenteil: Dem HSBC Einkaufsmanagerindex zufolge ist die chinesische Industrie im September geschrumpft.

Börse Frankfurt am Mittag

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Am frühen Nachmittag brachten die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus den USA ebenfalls keine Entspannung. Zwar fiel die Zahl im Vergleich zur Vorwoche um 9.000 auf 423.000 Anträge, jedoch wurde eine Zahl von 420.000 prognostiziert.

Folgerichtig zeigten alle drei Indizes der US-Börsen nach unten. Der Dow-Jones notierte 3,3 Prozent schwächer auf 10.759 Punkte, der breiter gefasste S&P-500 gab 3,1 Prozent nach auf 1.131 Zähler und der Nasdaq-100 musste 2,8 Prozent auf 2.195 Punkte abgeben.

Auf dem deutschen Aktienmarkt gab es heute nur Verlierer. Banktitel traf es besonders hart: Die Papiere der Commerzbank und der Deutschen Bank litten unter der Ratingabstufung ausländischer Konkurrenten und gingen mit Kursverlusten von 6,4 und 8,4 Prozent aus dem Handel. Auch die im MDax notierte Aareal Bank musste ein Minus von fast zwölf Prozent hinnehmen. Der europäische Bankenindex zeigte mit 5,8 Prozent in Richtung Minus. Am Vorabend hatte Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit für sieben italienische Banken gesenkt und damit gedroht, dass dies bei acht weiteren noch geschehen könnte. Moody's senkte derweil auch das Rating einiger US-Banken, darunter die Bank of America. Das belastet den gesamten Bankensektor europaweit, kommentierten Händler.

Kommentare (60)

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Novize

22.09.2011, 07:54 Uhr

@ daytrader..gap closure 5340 und neues by 5434. d.h.nach Lehrbuch wir gehen Richtung Nord trotz Politkasper hier und jenseits des Atlantiks?
Mich wuerds nicht stoeren. Ich verstehe nichts von Carts, deshalb die Frage.

Account gelöscht!

22.09.2011, 08:16 Uhr

das ist nur eine handelsstrategie. short geh ich mit sicherheit aber nicht bei einem zu erwartenden über 3%igen drop in der eröffnung.

Account gelöscht!

22.09.2011, 08:22 Uhr

Ein Tag Pause für mich. Hab mir anscheinend den falschen ausgesucht :-(

Heute erst einmal abwarten. das Gap lockt, aber erst muss mal eine Stabilisierung her. Wahrscheinlich erster long-Versuch am S3 5240. Kann mir aber durchaus vorstellen, dass short heute "leichter" ist.

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