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15.02.2017

17:52 Uhr

Börse Frankfurt

Angriff vertagt

Die Wall Street drosselt ihr Tempo, aber in Frankfurt erreichen M- und SDax neue Rekorde. Für den großen Wurf reicht es aber nicht. Zwar legt der Dax zu, doch es fehlt der Schwung für einen Angriff auf das Jahreshoch.

Börse am Abend

Dax bleibt träge – M- und SDax erreichen neue Rekorde

Börse am Abend: Dax bleibt träge – M- und SDax erreichen neue Rekorde

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FrankfurtDer Dax hat die gerade erreichte 11.800-Punkte-Marke nicht halten können. Zwar nahmen Europas Börsen den frischen Wind von den rekordträchtigen US-Börsen dankend an, doch reichte der Schwung nicht aus, um den deutschen Leitindex in die Nähe seines Jahreshochs zu treiben. Am Ende ging er 0,2 Prozent fester aus dem Handel bei 11.793 Punkten, genau hundert Punkte unter dem im Januar erreichten 20-Monats-Hoch. Die trump'sche Rally treibt damit weiter ihre Knospen, Experten sehen die Möglichkeit einer Frühjahrsrally, die bis in den Mai geht. Doch scheint sie langsam an die Grenzen ihrer Ausdauer zu kommen. Denn in den USA geht plötzlich die Sorge vor einer frühen Zinserhöhung umher.

Zumindest bleiben die Anleger auf der Hut. Die hohe Inflation in den USA lässt die erwartete Zinserhöhung näher rücken. Sollte US-Präsident Trump seine Wirtschaftspläne vollziehen, wird die US-Notenbank Federal energisch einem Überschießen der Teuerungsrate entgegenwirken. Das gab Fed-Chefin Yellen in ungewohnter Deutlichkeit zu Protokoll.

Der US-Präsident war seinen großen Ankündigungen bisher Taten schuldig geblieben. Doch die jüngsten Andeutungen in Sachen Unternehmenssteuern scheinen den Anlegern zu reichen, für sie bleibt Trump der Börsenliebling. Trump trifft sich am Mittwoch mit den Managern einiger Einzelhandelskonzerne. Dabei soll es vertrauten Kreisen zufolge um Steueränderungen und Infrastruktur gehen. Nun hoffen die Börsianer auf die langersehnten Details zum neuen Wirtschaftsfahrtplan aus Washington.

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

Dass die Stimmung nicht zu sehr kippte, lag auch daran, dass der Republikaner in den letzten Tagen verhältnismäßig ruhig geblieben ist, was den viel gefürchteten Protektionismus anbelangt. Beim Treffen mit dem kanadischen Premier Justin Trudeau verzichtete Trump auf neuerliche Kritik gegenüber den Handelspartnern. Auch die Abwertungsvorwürfe, die in den letzten Wochen weltweit für Trubel gesorgt hatten, fanden keine Nahrung.

Das reichte den Börsianern, den Dow-Jones-Index die nächste Hundertermarke knacken zu lassen. Zwei Wochen nachdem der wochenlange Flirt mit dem 20.000-Punkte-Meilenstein sein Happy End fand, steht der Weltleitindex schon 500 Punkte höher. Am Mittwoch lief er 0,3 Prozent fester bei 20.571 Punkten. Auch die anderen Indizes der Wall Street rückten weiter vor, wenn auch mit deutlich gedrosseltem Tempo.

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Interessantes kam aus Washington. Dort stimmte Fed-Chefin Janet Yellen die Finanzmärkte auf weiter steigende Zinsen ein. Vor einer Kongressanhörung sprach die weltmächtigste Notenbankerin davon, dass ein baldiger Anstieg auf den nächsten Sitzungen des zuständigen Ausschusses „wahrscheinlich angebracht“. Die Ansage sorgte doch für Überraschung: „Das haben die Investoren wohl nicht unbedingt so erwartet“, schrieben etwa die Analysten der Essener Nationalbank in ihrem Marktkommentar. Mit Blick auf den Terminmarkt schätzt der Großteil der Anleger die Juni-Sitzung als frühestmöglichen Zeitpunkt.

Darauf reagierte der Euro am Devisenmarkt. Die Gemeinschaftswährung verlor 0,2 Prozent auf 1,0553 Dollar, was wiederum den europäischen Aktien im Mittwochshandel Rückhalt gab, verbilligt eine schwache Währung doch die Exporte. Davon profitiert gerade die traditionell exportorientierte deutsche Wirtschaft.

Kommentare (2)

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15.02.2017, 09:07 Uhr

Beim Dax Hoch ist nur die Frage, wieviel Hoch von der einheimischen Wirtschaft kommt und wieviel Hoch auf die Spekulation des Dow Jones geschuldet ist.

Herr Franz Paul

15.02.2017, 10:54 Uhr

Ach was, es gibt eine Trump-Rally? Laut unseren "Fachleuten" oder gar "Politikern" sollte doch jetzt die Welt untergehen. Wie schon nach dem Brexit. Ach, übrigens, die Griechenland-Krise, die ist wieder da. Nein, die war nie weg. Dank unserer "Fachleuite" und "Politiker".

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