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04.10.2011

17:45 Uhr

Börse Frankfurt

Angst vor neuer Finanzkrise – Dax schmiert ab

Bankaktien reißen die Börsen in die Tiefe. Der Dax verlor zeitweise mehr als vier Prozent. Die Ausfallversicherungen für Staatsanleihen erreichen neue Rekorde. Auch Bernanke kann die Märkte nicht beruhigen.

Dax-Kurve: Im Zickzackkurs nach unten. dpa

Dax-Kurve: Im Zickzackkurs nach unten.

DüsseldorfAus Furcht vor einem Kollaps des internationalen Finanzsystems trennten sich Anleger am Dienstag in großem Stil von Aktien. Unter Druck standen wie Ende 2008 vor allem die Banken, nachdem das belgisch-französische Kreditinstitut Dexia im Strudel der griechischen Schuldenkrise in Schieflage geraten war.

„Was wir sehen, ist, dass sich Investoren die Banken herauspicken“, sagte Analyst Justin Urquhart Stewart von Seven Investment Management. „Und Dexia ist die schwächste. Die Politiker müssen jetzt hinter den Banken stehen und das System am Leben halten. Andernfalls droht uns eine neue Finanzkrise.“

Der Dax schloss drei Prozent tiefer bei 5.217 Punkten. Der noch konjunktursensiblere Nebenwerte-Index MDax büßte 4,7 Prozent auf 7.783 Zähler ein. Der TecDax notierte 2,9 Prozent schwächer bei 626 Punkten.

Automobilwerte konnten am Dienstag trotz guter US-Absatzzahlen nicht gegen das sehr schwache Marktumfeld ankommen. Die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) verloren 7,1 Prozent und zählten damit zu den größten Verlieren im Dax. Die Titel von Daimler und BMW sanken um 5,7 beziehungsweise 4,4 Prozent.

Der Tag an den Märkten (Stand 18:00 Uhr)

Dax

+ 0,6 Prozent

Euro-Stoxx 50

+ 0,7 Prozent

Dow Jones

+ 0,3 Prozent (20.10.)

Nikkei

- 0,04Prozent

CSI300

- 0,5 Prozent

Euro

1,3774 Dollar (+ 0,01 Prozent)

Öl (Brent Barrel)

110,47 Dollar (- 0,3 Prozent)

Gold

1.621 Dollar (+ 0,2 Prozent)

Börsianer wiesen in diesem Zusammenhang auf eine Kuriosität hin: Am Montag hatte der S&P500-Index bei 1099,23 Punkten geschlossen - dem exakt gleichen Stand wie am 3. Oktober 2008. Damals war sein Kurs bis zum Jahresende noch um 18 Prozent gefallen. „Das ist natürlich ein kompletter Zufall“, betonte Christian Keilland, Chef-Händler des Brokerhauses BTIG in Hongkong. „Aber es sieht danach aus, dass - wo immer die Reise hingeht - es schneller, härter und rauer wird.“ Die Nervosität der Investoren setzte den Euro erneut unter Druck. Er fiel auf ein Neun-Monats-Tief von 1,3144 Dollar. Gleichzeitig legte der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, bis zu 130 Ticks auf 138,74 Punkte zu und lag damit nur noch rund 50 Ticks unter seinem bisherigen Rekordhoch vom September.

Gleichzeitig kratzte die Diskussion um die Rettung Griechenlands am Image Deutschlands als solventem Schuldner. Die Absicherung eines zehn Millionen Euro schweren Pakets von Bundesanleihen per Credit Default Swap (CDS) stieg den zweiten Tag in Folge auf ein Rekordhoch von 121.000 Euro, teilte der Datenanbieter Markit mit. „Es sieht so aus, als trage Deutschland immer mehr die von den Peripherieländern ausgehenden Risiken“, sagte Volkswirtin Jennifer McKeown von Capital Economics.

Dexia verbuchte angesichts der Spekulationen um eine Aufspaltung und neue Finanzspritzen einen Rekord-Kurssturz von bis zu 38 Prozent und mit 0,81 Euro waren die Aktien so billig wie noch nie. Parallel dazu verteuerten sich die CDS auf Verbindlichkeiten des Institutes Markit zufolge um 117.000 auf 700.000 Euro.

Angesichts des umfangreichen Bestands an griechischen Staatsanleihen, wäre es nicht verwunderlich, wenn der Staat Dexia unter die Arme greifen müsste, schrieben die Analysten der UBS in einem Kommentar. Das Volumen an Risiko-Anleihen belaufe sich auf 82 Prozent des Grundkapitals. Frankreich und Belgien betonten, sie wollten die Finanzierung von Dexia sicherstellen. Die beiden Staaten und andere Großaktionäre hatten bei dem Institut während der Finanzkrise bereits sechs Milliarden Euro nachgeschossen.

Kommentare (35)

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Account gelöscht!

04.10.2011, 07:36 Uhr

moin zusammen, nach dem sehr erfolgreichen wochenstart gestern, mit +139 fdax-punkten bei 2 trades pour moi, fehlt mir momentan noch etwas die inspiration für heute.
da wir aber gleich wieder mit einem monster-gap eröffnen werden, bleibt mir fast zwangsläufig gar keine andere möglichkeit als den markt wie gestern wieder von unten nach oben zu spielen, mit ziel gap-close bei 5377.
als einstiegspunkt gilt dabei der bereich 5208-5246. erste short versuche würde ich frühestens im bereich 5434-5449 wagen.
wichtigstes kriterium bleibt aber die euro/dax-korrelation.
so sieht jedenfalls mein grober game-plan heute früh aus. im tagesverlauf ergeben sich aber mit sicherheit auch noch andere opportunitäten. dabei kommt der wichtigste eco impuls heute um 10h mit den vdma-zahlen für august.
weiterhin offene gaps sind bei 5640 (29/09), 5502 (vom 30/09) und 5377 (vom 03/10).

happy trading :-)

Martin

04.10.2011, 07:52 Uhr

Warum sollte die Konjunktur in den USA anspringen ?????
Ist doch garnicht gewollt von den korrupten Bankstern und Politikern
Zum Schein noch mal ein paar Milliarden Fiat-Money Bankster Privatgeld in die Märkte pressen gefällig !?
Verlogene, korrupte Welt......

Neutral

04.10.2011, 08:14 Uhr

Konjunktur sprang gestern schon an - wie gemeldet. Das produzierende Gewerbe in den USA legte deutlich zu, es wurde mehr eingestellt und die Autoverkaeufe legten im Schnitt um 10% zu - deutsche Hersteller ueberproportional. Eigenartig - dass das HB diese Nachrichten "uebersehen" hat. Ansonsten - sollte es heute mal wieder eine leichte Entspannung am Markt geben - Asien und Oel berappeln sich wieder.

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