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08.08.2011

17:45 Uhr

Börse Frankfurt

Anleger fliehen aus deutschen Aktien

Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt: Der Dax hat einen Schwarzen Montag erlebt und ist um rund fünf Prozent auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr abgestürzt. Und ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht.

Anleger verlieren die Nerven

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FrankfurtNach Eröffnung der US-Börsen gab es am deutschen Aktienmarkt kein Halten mehr: Um zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent brach der deutsche Leitindex ein und riss dabei auch die 6.000-Punkte-Marke, nachdem der Aktienhandel an der Wall Street begonnen hatte. Bis Handelsschluss büßte das wichtigste deutsche Börsenbarometer rund fünf Prozent auf 5.921,46 Punkte ein, das Tagestief lag bei 5911,09 Punkten. Noch härter nach unten ging es im MDax, der mehr als sechs Prozent verlor. Auch der TecDax wurde mit 4,8 Prozent heftig nach unten gezogen.

Auch an der Wall Street kam es zu massiven Kursverlusten, die sich im Handelsverlauf bis zum Dax-Schluss massiv ausweiteten. Alle drei großen Indizes gaben im Verlauf drei Prozent oder mehr nach, der Technologie-Index Nasdaq verlor zwischenzeitlich sogar über vier Prozent. Später erholte sich der Markt etwas. Damit setzte sich die internationale Verkaufswelle fort, die am Morgen in Asien begonnen hatte und am Mittag über Europa schwappte.

Und ein Ende des Crash ist nicht in Sicht: Die Analysten von Bank of America erklärten Kunden in einer Telefonkonferenz, man rechne damit, dass S&P die USA in weniger als drei Monaten erneut herunterstufen werde. "Wir erwarten weitere Herunterstufungen", sagte Volkswirt Ethan Harris. Der Grund: Er rechne nicht damit, dass die nun in Washington eingesetzte Sparkommission zu nachhaltigen Ergebnissen komme.

Der Tag an den Märkten (Stand: 18:00 Uhr)

Dax

+3,3 Prozent

SMI (Schweiz)

+5,0 Prozent

CAC 40 (Frankreich)

+2,9 Prozent

FTSE 100 (Großbritannien)

+/- 0 Prozent

ASE (Griechenland)

+0,3 Prozent

Ibex 35 (Spanien)

+3,6 Prozent

MIB (Italien)

-1,0 Prozent

Eurostoxx 50

+2,9 Prozent

Dow Jones

+2,6 Prozent

Nasdaq

+3,3 Prozent

S&P 500

+2,9 Prozent

Nikkei

-0,6 Prozent

CSI 300 (China)

+1,5 Prozent

Gold

-1,9 Prozent

Silber

-0,6 Prozent

Öl (Brent)

+1,5 Prozent

Dollar

1 Euro = 1,422 Dollar / +0,5 Prozent

CDS Deutschland

+85 Basispunkte

CDS USA

+54 Basispunkte

CDS Frankreich

+ 174 Basispunkte

Bundesanleihen (10 Jahre)

+/- 0 Basispunkte

US-Staatsanleihen (10 Jahre)

+5 Basispunkte

Griechische Staatsanleihen (10 Jahre)

+8 Basispunkte

Spanische Staatsanleihen (10 Jahre)

-5 Basispunkte

Italienische Staatsanleihen (10 Jahre)

-6 Basispunkte

Der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman hält die Herabstufung der US-Bonität durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) für eine politische Entscheidung. „Ich bin ziemlich sicher, dass sich herausstellen wird, dass S&P politisch gehandelt hat, wenn wir erst einmal die ganze Geschichte kennen“, schrieb der US-Professor am Montag in seinem Blog auf der Internetseite der Zeitung „New York Times“.

„Sie wollten jemanden einen Gefallen tun und einfach nicht zulassen, dass ihnen dabei die Fakten in die Quere kommen. Was wirklich wehtun wird in den kommenden Wochen, ist diesen „sehr ernsthaften Leuten' zusehen, wie sie diese Clowns behandeln, als wäre ihre Meinung irgendetwas wert“, hieß es unter der Überschrift „Was wäre, wenn sie eine Herabstufung angekündigt hätten und sich niemand darum scheren würde“ weiter.

Die Kurse von US-Staatsanleihen sind aber trotz der Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA merklich gestiegen. Damit fiel die Rendite von zweijährigen US-Anleihen sogar auf ein Rekordtief. Aber auch in den übrigen Laufzeiten gingen die Renditen merklich zurück. Die Renditen signalisieren das aktuelle Zinsniveau, das ein Land bei Aufnahme vom frischem Geld zahlen muss.

Trotz der Herabstufung werden US-Staatsanleihen offenbar weiter gesucht. Sie profitierten von den Aktienmarktverlusten in Asien und Europa, schreibt die Commerzbank in einem Kommentar.

 

Kommentare (148)

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KarlNall

08.08.2011, 07:11 Uhr

Achterbahnfahrt? Waren doch alle Tage im Minus, teilweise erheblich. Es geht weiter Richtung Süden, nur Gold glänzt!

aless80

08.08.2011, 07:41 Uhr

Der Oberhammer war ein Beitrag in der Bildzeitung wo ein Finanzexperte Professor A.D. meinte, dass die Anleger mit kühlem Kopf und besonnen reagieren werden.
HAha, selten so gut gelacht..
Natürlich wird ein weiterer Sturm Richtung Süden ausbrechen, da jeder so schnell wie möglich ohne -20% Verlusten aus seinen Papieren rausmöchte.

Account gelöscht!

08.08.2011, 07:42 Uhr

future bei 6155 geht ja noch...

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