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08.07.2011

17:54 Uhr

Börse Frankfurt

Anleger im Banne des US-Arbeitsmarktberichts

Der Freitagshandel stand ganz im Zeichen des US-Arbeitsmarktberichts. Morgens trieb er mit falschen Hoffnungen den Dax voran, nachmittags ließ er ihn einbrechen.

Börse Frankfurt: Der US-Arbeitsmarktbericht trübte die Stimmung ein. Quelle: dpa

Börse Frankfurt: Der US-Arbeitsmarktbericht trübte die Stimmung ein.

FrankfurtDer US-Arbeitsmarkt bestimmte den Handel am letzten Wochentag. Noch am Morgen hatte die Hoffnung auf eine Erholung der US-Konjunktur die Anleger am deutschen Aktienmarkt in Kauflaune versetzt. Händlern zufolge hatten nach den starken Zahlen der privaten Arbeitsagentur ADP vom Vortag viele auch bei den offiziellen Zahlen auf eine Überraschung gehofft. Die Privatwirtschaft hatte im Juni deutlich mehr Stellen geschaffen als von Experten vorhergesagt.

Die US-Regierung hat dann um 14:30 Uhr (MESZ) den enttäuschenden Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Außerhalb der Landwirtschaft wurden im Juni unter dem Strich insgesamt nur 18.000 Stellen geschaffen, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Im Vormonat war der Stellenaufbau mit revidiert 25.000 kaum höher ausgefallen. Von Reuters befragte Analysten hatten für Juni ein Plus von 90.000 erwartet. Die Arbeitslosenquote stieg mit 9,2 Prozent sogar leicht. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist entscheidend für die Konsumausgaben, die wiederum rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung in den USA ausmachen. „Die Zahlen unterstreichen, dass sich die US-Wirtschaft derzeit in einer Wachstumsdelle befindet“, meinten die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen.

Nach dem US-Bericht fiel der Dax um mehr als ein Prozent und ging 0,92 Prozent schwächer bei 7.402 Punkten aus dem Handel; vor dem Bericht hatte er 0,7 Prozent im Plus gelegen. Auf Wochensicht hat der Dax damit 0,23 Prozent verloren. Für den MDax ging es 1,06 Prozent auf 11.068 Punkte bergab. Der TecDax beendete den Freitag 1,29 Prozent schwächer bei 898 Punkten. Verluste der Solarwerte hatten diesen bereits vor dem Arbeitsmarktbericht im Minus verlaufen lassen.

Für einen Kurseinbruch am Vormittag und Verunsicherung bei den deutschen Anlegern sorgten bereits Spekulationen darüber, dass nach Griechenland, Irland und Portugal nun auch Italien Hilfe von außen benötigen könnte, um die Schuldenprobleme in den Griff zu bekommen. Als Folge der Spekulationen stürzten die italienischen Bankenwerte ein. Ein Händler in Mailand wertete die Gerüchte als unbegründet und als "Angriff" gegen Italien. Der Mailänder Leitindex gab um 1,8 Prozent auf 19370 Punkte nach. Die Aktien der Großbank Unicredit sackten um mehr als 6 Prozent ab, nachdem sie zeitweise vom Handel ausgesetzt wurden. Kreisen zufolge haben alle fünf italienischen Banken den EU-Stresstest bestanden. Die offiziellen Ergebnisse werden jedoch erst am Freitag den 15.Juli veröffentlicht.

US-Arbeitsmarktbericht schockt Börsen

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Deutsche Börse waren Dax-Spitzenreiter an und schlossen wegen des schwächelnden Gesamtmarktes nur mit einem schwachen Plus von 0,84 Prozent. Am Donnerstag hatten die Aktionäre des NYSE auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Fusion mit der Deutschen Börse zugestimmt. Die Entscheidung der deutschen Aktionäre steht noch aus.

RWE waren das deutliche Schlusslicht im heutigen Handel. Der nach der Atomwende unter Druck stehende Energiekonzern erwägt zur Absicherung seines Kreditratings eine Kapitalerhöhung. Die bisherigen Konsolidierungspläne reichten vermutlich nicht aus, um die Ratingagenturen von der finanziellen Stärke des Konzerns zu überzeugen, sagte Konzernchef Jürgen Großmann auf einer Sitzung des Konzernbeirats. Über die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung werde er mit dem Aufsichtsrat beraten und Mitte August die Öffentlichkeit informieren. Die Aktien schlossen mit einem Abschlag von 4,03 Prozent. In den Sog von RWE gerieten auch die Werte von Eon, die 2,38 Prozent nachgaben und damit auch zu den größten Verlierern im Dax gehören.

Nach einer Herunterstufung durch Analysten gehörten den ganzen Tag über auch Metro zu den Schlusslichtern. Erstere seien skeptisch gegenüber den Gewinn- und Umsatzzielen des Konzerns. Die Aktien schlossen mit einem Verlust von 2,5 Prozent.

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Kommentare (27)

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Peter

08.07.2011, 07:39 Uhr

Gute Nachrichten aus den USA.....so ein Schwachsinn !!!
Die bescheuerten Investoren schieben vermehrt das Fiat Money in die Aktien und ziehen sich immer mehr von Staatsanleihen zurück.
Stetig mit dem Finger am Abzug !!!
In NANOSEKUNDEN kann plötzlich die Flucht aus den Aktien beginnen und die Börsen crashen......

Account gelöscht!

08.07.2011, 07:41 Uhr

vorsicht, börsenmikado bis 1430h droht. wer sich zuerst bewegt hat schon verloren...

asdfgh

08.07.2011, 08:18 Uhr

Man könnte mal wieder alles mit der "Vorlagen-Spirale" begründen.Vorlage aus US gut,aus Asien gut,dann müsste in Europa alles gut sein was dann wieder als Vorlage für die USA dient usw....

Und was passiert? 22.00 Uhr Schlusskurs.
zur Schuldenobergrenze:die wird so oder so erhöht,was soll man denn sonst machen?genausp wie Griechenland retten,Banken etc.oder soll man den Kollaps riskieren?

Die Begründung dieser angeblich so "tollen" Meldungen ist ja bei den Haaren herbeigezogen

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