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17.09.2012

18:13 Uhr

Börse Frankfurt

Anleger treten nach Rally auf die Bremse

Nach der mehrwöchigen Rally hat das Anlegerinteresse an europäischen Aktien am Montag nachgelassen. Während manche Börsianer schon bald mit weiteren Gewinnen rechnen, erwarten einige Händler eine Kurskorrektur.

Börse in Frankfurt am Abend

Video: Börse in Frankfurt am Abend

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FrankfurtNach dem jüngsten Kursfeuerwerk hat sich der Dax am Montag eine Auszeit genommen. Nach zwei starken Wochen mit einem Anstieg auf den höchsten Stand seit Juli vergangenen Jahres, hat der Leitindex am Montag leichte Gewinnmitnahmen verzeichnet. Bei Handelsschluss notierte das Börsenbarometer 0,1 Prozent schlechter bei 7403 Punkten. Für den MDax ging es zum Wochenstart um 0,7 Prozent auf 11.159 Punkte nach unten, der TecDax hingegen konnte leicht um 0,04 Prozent auf 814 Punkte zulegen.

„Der Aufwärtstrend bleibt uns sicher erhalten“, betonte ein Börsianer mit Blick auf die Verschnaufpause des Dax. Schließlich müsse auf Jahre hinaus mit anhaltend niedrigen Zinsen gerechnet werden. Vielen Investoren bleibe daher kaum etwas anderes übrig, als in Aktien zu investieren, weil sie bei anderen Anlagen wie zum Beispiel Staatsanleihen nur magere Renditen erwirtschaften könnten.

Der Tag an den Märkten (Stand: 18:00 Uhr)

Dax

+ 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 1,25 Prozent

Dow Jones

+ 0,35 Prozent

Nikkei

- 0,58 Prozent (Schlusskurs vom 11.10)

Euro

1,2921 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Gold

1.769 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Öl (Brent)

116,48 Dollar (+ 1,3 Prozent)

„Während die kräftige Aufwärtsbewegung der letzten Handelswochen primär durch die Politik begründet wurde, werden nun sukzessive wieder Konjunkturdaten in den Fokus rücken“, so Analyst Gregor Kuhn von IG Markets. Ein Börsianer verwies zudem auf die Verunsicherung über eine europäische Bankenaufsicht und die Frage, ob und wann Spanien sich unter den Euro-Rettungsschirm stellen wird.

„Es gibt weiterhin Aufwärtspotenzial für Aktien, da wir noch dabei sind, das Nicht-Auseinanderbrechen der Euro-Zone einzupreisen“, sagte Händler Jerome Troin-Lajous von Louis Capital Markets. Der Markt beginne gerade erst zu bemerken, wie viel Abwärtsrisiken zuvor die Kurse gedrückt hätten. Die Rally werde allerdings nicht durch die Konjunktur, sondern durch die Umschichtung der Anleger getrieben. Viele Investoren hätten europäische Aktien untergewichtet, müssten nun in diese einsteigen und sich von US-Titeln sowie Staatsanleihen trennen.

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„Es ist viel heiße Luft im Markt“

Die Stimmung der Anleger ist zu gut, meinen Experten. Sie erwarten einen Kursrücksetzer.

Die geplanten Anleihe-Käufe der EZB und der Fed sowie das grüne Licht des Bundesverfassungsgerichts für den Rettungsfonds ESM gäben den Märkten Auftrieb, sagte auch Helaba-Aktienstratege Markus Reinwand. „Aktien sind immer noch moderat bewertet. Außerdem sind die Aktienquoten vieler Anleger noch überschaubar. Mit einem kräftigen Schwung ist aber erst dann zu rechnen, wenn die Konjunktur und die Gewinnerwartungen nach oben gehen.“

Uneins sind sich Analysten, inwieweit der Dax von den Bewegungen profitieren wird. Während die Experten von JP Morgan den deutschen Leitindex weiterhin als erste Wahl innerhalb der Euro-Zone sehen, raten ihre Kollegen von Société Générale zum Verkauf deutscher Titel. Das niedrigere Risiko mache stattdessen italienische Aktien wieder attraktiv, wogegen die exportorientierten deutschen Unternehmen unter der Konjunkturabkühlung litten.

Die Woche an den Märkten

Montag

In Tokio sind die Börsen geschlossen wegen des Feiertags „Tag der Ehrung der Alten“. Für die Euro-Zone werden die Leistungs- und Handelsbilanz für Juli veröffentlicht. In den USA wird der Empire State Index vorgestellt, der über die Stimmung in der Industrie Aufschluss gibt. Hennes & Mauritz nennt seinen Umsatz für August und das dritte Quartal.

Dienstag

Das Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW stellt seinen Konjunkturbericht für Deutschland für September vor. In den USA werden die Leistungsbilanz für das zweite Quartal und der Nettokapitalfluss für Juli veröffentlicht. Fedex berichtet.

Mittwoch

Die US-Wohnbaubeginne für August werden veröffentlicht. Die japanische Notenbank entscheidet zum Abschluss ihrer geldpolitischen Sitzung über die Leitzinsen. Die britische Notenbank veröffentlicht das Protokoll ihrer geldpolitischen Sitzung vom 5./6. September. Adobe und Inditex legen Zahlen vor.

Donnerstag

Die Markit Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Euro-Zone im September werden vorgestellt. Das Verbrauchervertrauen für die Euro-Zone im September wird veröffentlicht. Aus den USA kommen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die vergangene Woche, Frühindikatoren und der Industrieindex der Philadelphia Fed. Die EZB schließt ihre Ratssitzung ab. Die Messe IAA Nutzfahrzeuge wird in Hannover eröffnet. Oracle legt Zahlen vor.

Freitag

Das Bundesfinanzministerium stellt seinen Monatsbericht vor. An der Börse laufen verschiedenste Termingeschäfte aus (Hexensabbat).

Ebenfalls „Korrekturbedarf“ erkennen die Aktienexperten der DZ Bank beim Dax und beim Euro-Zonen-Leitindex Euro Stoxx50. Beim derzeitig schwachen Konjunkturausblick erscheint es ihrer Ansicht nach unrealistisch, auf eine baldige Besserung der Gewinnaussichten der Firmen zu hoffen. Der bisherige Kursaufschwung stehe auf wackeligem Fundament.

Kommentare (22)

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Ohweiohweiohwei

17.09.2012, 07:53 Uhr

Das gesamte Finanzsystem ist krank weil es nur noch aus Manipulationen besteht. Halb Europa ist faktisch pleite und die Aktienbörsen sind auf Höchstkursen. Es ist nicht zu glauben. Wenn die Banken die Ernte einfahren und die Börsen um 40% - 50% zusammenbrechen werden, dann wird das Wehklagen wieder groß sein.

Account gelöscht!

17.09.2012, 08:03 Uhr

"Wenn die Banken die Ernte einfahren und die Börsen um 40% - 50% zusammenbrechen werden, dann wird das Wehklagen wieder groß sein."

Das Geld sucht sich seinen Weg, genauso wie das Wasser :)
Mal sehen was die Ermittlungen wegen Geldwäsche in den USA ergeben.

Draghila

17.09.2012, 08:35 Uhr

Jeder der jetzt noch (Dax 7400) kauft muß doch krank sein, oder er hat zu viel Geld. Am Freitag ist großer Verfall an den Terminbörsen!!!

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