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10.09.2012

18:13 Uhr

Börse Frankfurt

Anleger wagen sich nicht aus der Deckung

Vor dem Urteil des Verfassungsgerichts zum ESM-Rettungsschirm am Mittwoch agieren die Anleger nur verhalten. Der Dax pendelte am Montag um seinen Vorwochenschluss. Für Ernüchterung sorgten Zahlen aus China.

Börse Frankfurt am Abend

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FrankfurtNach dem geknackten Jahreshoch am Freitag agieren die Dax-Anleger am Montag verhalten. Die deutschen Standardaktien haben sich am Montag kaum von der Stelle bewegt und damit das deutlich erhöhte Niveau vom Wochenausklang verteidigt. Der Leitindex pendelte den gesamten Tag um seinen Vorwochenschluss von 7214 Punkten und notierte bei Handelsschluss einen Tick schlechter bei 7213 Zählern.

In der zweiten Reihe verlor der MDax zum Wochenstart 0,1 Prozent auf 11.164 Punkte, der TecDax gab 0,9 Prozent auf 805 Zähler nach.

Der Tag an den Märkten (Stand: 18:00 Uhr)

Dax

+ 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 1,25 Prozent

Dow Jones

+ 0,35 Prozent

Nikkei

- 0,58 Prozent (Schlusskurs vom 11.10)

Euro

1,2921 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Gold

1.769 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Öl (Brent)

116,48 Dollar (+ 1,3 Prozent)

Die Märkte hofften nach den schlechter als erwarteten US-Arbeitsmarktzahlen vom Freitag auf der einen Seite auf weitere Stützungsmaßnahmen der US-Notenbank, sagte Stratege Stan Shamu von IG Markets. Nachdem die Europäer mit einem unbegrenzten Anleihenkaufprogramm die Erwartungen der Investoren erfüllt haben, richten sich die Blicke nun gen Washington. Dort wird die Notenbank Fed am Donnerstag über ihren weiteren Kurs informieren. Viele Investoren setzen inzwischen auch dort auf ein neues Hilfsprogramm („QE3“) - umso mehr, nachdem der Arbeitsmarktbericht für August enttäuscht hatte.

Dax-Chartanalyse: Der Weg ist frei bis zu 8000 Punkten

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Der Dax steigt und steigt. Manchem Anleger ist etwas mulmig zumute wegen des Anstieges. Geht es nach Charttechnikern, dann müssen sich die Investoren nicht sorgen. Die Rally sei noch lange nicht vorbei, sagen sie.

Am Morgen seien aber auf der anderen Seite die Im- und Exportzahlen aus China allerdings schlechter als erwartet ausgefallen, sagte Shamu. China hatte für August einen überraschend starken Rückgang der Industrieproduktion bekanntgegeben. Parallel dazu wuchs der Export weniger stark als erhofft.

Die Woche an den Märkten

Montag

Wenn die deutschen Börsianer ihre Computer starten, liegen aus Japan bereits die zweite Schätzung für das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal und das Verbrauchervertrauen sowie aus China Daten zum Außenhandel vor. Am Vormittag folgen für Deutschland Juli-Umsätze im verarbeitenden Gewerbe. Nach Feierabend werden zudem die US-Verbraucherkredite bekanntgegeben.

Dienstag

Die Stimmung am Markt könnten die Großhandelspreise für Deutschland, der OPEC-Ölmarktbericht sowie die Handelsbilanz der USA beeinflussen. Die Deutsche Bank stellt ihre Strategie vor. Lufthansa veröffentlicht Verkehrszahlen für August.

Mittwoch

Die wichtigste Nachricht ist die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Rechtmäßigkeit des Euro-Rettungsschirms (10 Uhr). Dazu stehen die Daten zur europäischen Industrieproduktion sowie Ausfuhr-, Einfuhr- und Großhandelspreise aus den USA auf der Agenda.

Donnerstag

Mit Spannung wird der Zinsentscheid (18.30 Uhr) und die anschließende Pressekonferenz über die Konjunkturerwartungen (20.15 Uhr) der US-Notenbank Fed erwartet. Vorher schauen die Anleger auf die US-Erzeugerpreise .

Freitag

Die Finanzminister der Euro-Zone treffen sich. Neben den Konsumentenpreisen für die Euro- Zone hagelt es erneut jede Menge US-Daten: Konsumentenpreise, Einzelhandelsumsätze, Zahlen zur Industrieproduktion, Kapazitätsauslastung, Lageraufbau und das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan werden publik. Deutsche Beteiligungs AG, Gerry Weber und Wolford öffnen ihre Bücher.

Die wichtigste Entscheidung in dieser Woche verkündet am Mittwoch das Bundesverfassungsgericht. Dort wird über die Rechtmäßigkeit des Euro-Rettungsfonds geurteilt. Die Erwartungen sind optimistisch: Von Reuters befragte führende deutsche Verfassungsrechtler gehen einhellig davon aus, dass die Richter grünes Licht für die deutsche Beteiligung am dauerhaften sogenannten ESM geben werden. Dennoch werden die Anleger vor der endgültigen Entscheidung nur verhalten agieren.

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Claudia Windt von der Helaba glaubt jedoch, dass künftige Finanzhilfen für andere Euro-Länder mit Auflagen versehen werden. Nichtsdestotrotz dürfte alles andere als ein Verbot für neue Jubelkäufe an den Aktienmärkten sorgen. Denn „die Entscheidung wird den Weg dafür bereiten, dass der ESM ab Oktober einsatzfähig is“, heißt es bei der Credit Suisse.

Kommentare (25)

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10.09.2012, 07:16 Uhr

Für die, die noch immer nicht drin sind bzw. schon vor einigen Wochen ihre satten Gewinne realisiert und seitdem das Geld geparkt haben, gilt diese Woche:
Mögliche Rücksetzer konsequent zum Aufbau von Positionen nutzen. Und damit meine ich Aktien (z.B. eine Allianz, BASF, Daimler, EON oder Siemens) und kein Optionsscheinmüll (!!!). S/L -10% vom Einstand platzieren. Ziel (im Index) 7500 bis Ende Oktober, und 8000 (vllt. sogar neues All-Time-High) bis Ende 2012.

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10.09.2012, 07:28 Uhr

Da fragt man sich, warum überhaupt alle in der EZB letztes Wochenende durcharbeiten mussten, wenn so eine einfache Lösung gefunden wurde. Deswegen konnte Draghi nicht nach Jackson Hole? Wegen unbegrenzter Staatsanleihen? Das ist ja ein Witz. 

Jedenfalls waren die Jahreshochs bisher immer einwandfreie Wendepunkte. So wird es auch diesmal kommen. 

Schäuble meint er könne versprechen, dass der Euro überleben wird. Eigenartig, dass er es nur andeutet und nicht einfach tut. Und überhaupt gab es prominente Beispiele, für nicht gehaltene Versprechen in der Politik. Siehe Norbert Blüm ( Die Renten sind sicher...). Und was soll er denn auch sagen, die Wahrheit, dass der Euro abgeschafft gehört? Das traut sich doch (noch) keiner so richtig. 

Soros wird vermutlich wieder recht behalten. Deutschland raus aus dem Euro. 

Die Party dauerte diesmal nur zwei Tage. Im DOW sogar nur einen. Erfolgreichen Tag

Account gelöscht!

10.09.2012, 08:07 Uhr

Anmerkung zu Soros legt Deutschland den Austritt aus der Währungsunion nahe: Der Mann hat recht, egal ob man ihn mag oder nicht. Spätestens seit dem berüchtigten EZB - Donnerstag ist eine Bonitätsherabstufung Deutschlands unumgänglich, sie kommt in Kürze, ganz sicher. Die Finanzszene wird der EZB schon auf ihre Art und Weise klarmachen was sie von der Entscheidung vergangenen Donnerstag langfristig hält, daß Strohfeuer ist zu Ende.
Das zu erwartende Skandalurteil am Mittwoch aus Karlruhe steht auch noch aus - schöne Zukunftsperspektiven für die Kaufkraft der Bürger mit Billionen von Staatsschulden.

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