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12.05.2015

17:55 Uhr

Börse Frankfurt

Anleihemärkte lassen den Dax ins Minus stürzen

Die mögliche Pleite Griechenlands sorgt für Wirbel an den Finanzmärkten. Der Bund-Future stürzt ab, die Renditen für deutsche Staatsanleihen steigen zwischenzeitlich über 0,7 Prozent und der Dax verliert rund 200 Punkte.

Börse am Abend

Dax reagiert auf ungelöste Griechenlandfrage: Nur ein Gewinner

Börse am Abend: Dax reagiert auf ungelöste Griechenlandfrage: Nur ein Gewinner

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FrankfurtDas griechische Schuldendrama hält die Anleger in Atem. Die stockenden Verhandlungen zwischen Athen und den internationalen Geldgebern sorgen für Verwirbelungen an den Anleihemärkten, die wiederrum den Aktienhandel belasten. Der Dax musste heute deutliche Verluste hinnehmen. In der Spitze gab der Leitindex rund 2,4 Prozent nach. Am Ende schloss der Dax 1,7 Prozent leichter auf 11.472 Punkten.

In der zweiten Reihe verzeichneten die Indizes ebenfalls deutliche Verluste. Der MDax beendete den Handel 1,4 Prozent im Minus auf 20.318 Punkten. Der TecDax sank um 1,1 Prozent auf 1654 Zählern.

Das Treffen der Euro-Finanzminister brachte keine Wende in die Schuldenproblematik Griechenlands. Und auch die Rückzahlung Athens von Verbindlichkeiten in Höhe von 750 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) wurden nicht aus eigenen Mitteln bezahlt, sondern aus dem Topf der IWF. Das sorgt an den Finanzmärkten nicht gerade für Vertrauen. Besonders deutlich zu erkennen ist das an den Anleihemärkten.

Fakten rund um den Dax

Die Anfänge

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung” fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Wer ist gelistet?

Im Dax sind die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse enthalten.

Wie wird der Dax berechnet?

Der Index wird sekündlich auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet und ist ein Performance-Index. Damit unterscheidet er sich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Wonach werden die Aktien gewichtet?

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Was entscheidet über die Aufnahme in den Dax?

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse nach diesen Kriterien eine Rangliste, die dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index dient. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Wie beeinflussen Dividenden den Index?

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Wer bestimmt über den Dax?

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt aber vier Mal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.

Der Bund-Future verlor 0,7 Prozent auf 153,13 Punkte. Damit summierte sich das Minus der vorangegangenen beiden Wochen auf acht Prozent. Nie zuvor ist er so schnell so stark gefallen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe zwischenzeitlich auf rund 0,735 Prozent. Im April hatte sie noch bei 0,05 Prozent gelegen. Auch die vergleichbaren Bonds aus Italien oder Spanien rentierten höher. Der Euro schoss satte 0,7 Prozent in die Höhe auf 1,237 Dollar und senkt damit zugleich die Attraktivität europäischer Einzelwerte.

„Die Geschwindigkeit der Kursverluste bei den Renten wird langsam zum Problem“, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Weitere Kursgewinne bei den Bonds seien allerdings nicht mehr zu erwarten, betonte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Daher nähmen Anleger lieber ihre Gewinne mit. Seit dem Start der Anleihekäufen durch die Europäische Zentralbank sind die Kurse vieler Papiere stark nach oben geschossen.

Die höheren Renditen sind vor allem für die Aktienbörsen eine Belastung. „Sie schmälern die Attraktivität von Aktien, da nun wieder eine lang vermisste Investmentalternative ihr mögliches Comeback zumindest in Erinnerung ruft“, sagte IG-Analyst Gregor Kuhn. Vor allem solide Dividendentitel hätten in den vergangenen Monaten vom Anlagenotstand profitiert.

Kommentare (4)

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Herr Joachim Buch

12.05.2015, 08:51 Uhr

Ach was - die Griechen werden doch sowieso wieder gerettet. Wer einigermaßen Erfahrung hat und nicht gerade hasenfüßig reagiert, der weiß das. Wir sind doch keine kleinen Kinder mehr.

Herr walter rehm

12.05.2015, 09:13 Uhr

Richtig...wir retten die Griechen in Dauerschleife...genauso wie der Dax auch wieder steigen wird...schön wie die Maschinen von der 11200 wieder in wenigen Stunden den Markt hochgekauft haben...über 600 Punkte...unten kaufen oben geben...es ist so einfach

Herr Daniel Baum

12.05.2015, 14:07 Uhr

So,so...

"Der Euro schoss mit der negativen Eröffnung des Dax satte 0,8 Prozent in die Höhe auf 1,248 Dollar..."

Das wäre mir neu. Wenn Sie wollen, kann ich Ihnen ein paar Euros zu dem Preis verkaufen.

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