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02.06.2015

17:51 Uhr

Börse Frankfurt

Athen, Euro und Inflation drücken Dax ins Minus

Heute war kein einfacher Tag für die Anleger. Die Hellas-Krise dauert an, die Inflation zog überraschend an und der Euro schoss deutlich nach oben. Gewinnmitnahmen waren angesagt. Der Dax nimmt seine Talfahrt wieder auf.

Börse am Abend

Angeschlagener Dax schließt mit Minus

Börse am Abend: Angeschlagener Dax schließt mit Minus

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FrankfurtStehen die griechischen Schuldenverhandlungen kurz vor dem Durchbruch? Diese Frage beschäftigt die Börsen seit Wochen. Eine klare Antwort gibt es bisher nicht, dafür aber eine Reihe von Indizien, die auf eine baldige Einigung hindeuten. Ein Entwurf für eine neue Hilfs- und Reformvereinbarung mit der Regierung in Athen sei fast fertig, hieß es am Dienstag am Rande der Verhandlungen. Die griechische Regierung soll hierfür an ihre Gläubiger einen umfassenden Reformplan vorgelegt haben „In der vergangenen Nacht wurde ein kompletter Plan übermittelt“, sagte Regierungschef Alexis Tsipras am Dienstag in Athen. Es seien „realistische“ Vorschläge, um das Land aus der Krise zu führen.

Doch was wirklich dran ist an der angeblich bevorstehenden Einigung, weiß an den Märkten derzeit keiner mit letzter Sicherheit. Für die Börsianer gestaltet sich der Handel daher schwierig. Zwischen Hoffen und Bangen zuckte der Dax nervös zwischen größeren und kleineren Verlusten hin und her. Am Ende notierte er 0,9 Prozent leichter auf 11.329 Punkten. „Das Thema Griechenland entwickelt sich zu einer unendlichen Geschichte. Langsam wünscht man sich schon ein Ende mit Schrecken“, sagte Aktienhändler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner.

Fakten rund um den Dax

Die Anfänge

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung” fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Wer ist gelistet?

Im Dax sind die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse enthalten.

Wie wird der Dax berechnet?

Der Index wird sekündlich auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet und ist ein Performance-Index. Damit unterscheidet er sich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Wonach werden die Aktien gewichtet?

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Was entscheidet über die Aufnahme in den Dax?

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse nach diesen Kriterien eine Rangliste, die dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index dient. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Wie beeinflussen Dividenden den Index?

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Wer bestimmt über den Dax?

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt aber vier Mal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.

Noch stärker waren die Ausschläge an den Anleihe- und Devisenmärkten. Der Euro schoss zeitweise zwei Prozent ins Plus und belastete den Dax somit zusätzlich. Am Abend wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 1,1132 Dollar bewertet. Experten zufolge profitierte der Euro neben den Hoffnung auf eine baldige Einigung im griechischen Schuldenstreit auch von der anziehenden Inflation in der Euro-Zone. Sie dämpfen die immer wieder aufflammenden Spekulationen auf eine Ausweitung des Anleihe-Ankaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB). Gleichzeitig setzten immer mehr Investoren auf eine Verschiebung der geplanten US-Zinserhöhung.

Aktien: Die Tops und Flops im Mai

Aktien

Die Tops und Flops im Mai

Der Börsenspruch „Sell in May and go away“ legt nahe, dass Anleger im Mai die Börsen meiden. Doch ein genauer Blick offenbart zahlreiche Überraschungen. Aktien wie Bwin, AOL und Nordex konnten zum Teil deutlich zulegen.

Bei den Anleihen waren ausgerechnet griechische Staatsanleihen die großen Gewinner. Die Renditen auf zehnjährige Staatsbonds aus dem Krisenland sanken um 45 Ticks auf 11,175 Prozent während die Staatsanleihen der übrigen Euro-Staaten anzogen. Viele Anleger warfen vor allem die als sicher geltenden Bundesanleihen aus ihren Depots. Die Rendite stieg dort auf 0,704 Prozent an. Der Bund-Future auf diese Papiere rutsche bei 152,96 Punkten rund 1,5 Prozent ins Minus. Die Verzinsung zehnjähriger italienischer Papiere stieg mit 2,114 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als sechs Monaten. Vergleichbare französische Papiere rentierten bei 0,92 Prozent sechs Basispunkte höher.

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