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25.04.2017

17:50 Uhr

Börse Frankfurt

Auf welche Dax-Marken Anleger achten sollten

Der Deutsche Aktienindex hat seinen 2015er-Rekordstand am heutigen Dienstag erneut überboten. Ist das der Startschuss für die nächste Börsenrally, oder eher der finale Kaufschub?

Börse am Abend

Nach Allzeithoch: Dax kennt kein Halten

Börse am Abend: Nach Allzeithoch: Dax kennt kein Halten

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Frankfurt/DüsseldorfNach dem Rekordhoch zum Wochenstart kletterte der deutsche Leitindex am Dienstag weiter nach oben. Er kletterte zeitweise 12.482 Punkte und beendete den Handel mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 12 467 Zählern. Der Euro Stoxx 50 schnupperte ebenfalls Höhenluft und legte 0,2 Prozent auf 3583 Zähler zu. Der MDax für mittelgroße Unternehmen stieg um 0,1 Prozent auf 24.615 Punkte nach, hatte zuvor allerdings bei 24.629 Punkten eine neue Bestmarke erklommen. Der Technologie-Index TecDax gewann 0,1 Prozent auf 2.066 Punkte.

 „Eine Konsolidierung ist überfällig und würde gut tun“, meint der freie Charttechniker Holger Struck.  Denn dass nun die Börse tagtäglich ähnliche Freudenfeuer abbrennt wie am gestrigen Montag, dürften Anleger nicht erwarten. Für ihn liegt das nächste Kursziel bei 12.800 Zählern. Die höchste Unterstützung liegt bei 12.289 Punkten. „Wenn der Dax darüber notiert, dann regiert der Bulle uneingeschränkt“, meint Struck.

„Aus statistischer Sicht besteht kurzfristig noch Luft für weitere zwei bis drei Prozentpunkte Plus in den kommenden Tagen - danach wird die Luft vorerst dünner“, meint das Börsenmagazin Index-Radar. Rein charttechnisch gesehen zählen frische Bestmarken eigentlich zu den besten Kaufsignalen. Doch ein Blick in die Vergangenheit zeige auch: Kursgewinne von mehr als drei Prozent wie zum Wochenauftakt sind beim deutschen Leitindex sehr selten. Im vergangenen Jahr schaffte der Dax nur zweimal (März und Juni) einen so kräftigen Sprung. Vier Wochen später notierte der Index in beiden Fällen nahezu unverändert. Index-Radar empfiehlt Anlegern in eine Konsolidierung hinein zu kaufen.

Denn die Frankfurter Benchmark notiere aktuell bereits rund elf Prozent oberhalb seines langfristigen 200-Tage-Durchschnitts.Werte ab 14 Prozent sind in der Vergangenheit stets Warnsignale vor einer - zumindest kleinen - Korrektur gewesen.

Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

5. Juni 2014

Erstmals in seiner Historie ist der Dax fünfstellig. Um 14:33 Uhr knackt der deutsche Leitindex die magische Marke und steigt bis auf 10.014 Punkte.

22. Januar 2015

EZB-Präsident Mario Draghi beschließt ein Anleihekaufprogramm im Stile der Federal Reserve. Die Zentralbank wird bis September 2016 Staats- und Unternehmensanleihen im Wert von 60 Millionen Euro aufkaufen. Insgesamt sollen so 1,14 Billionen in die Märkte gespült werden. Der Dax springt nach nervösen Pendelbewegungen auf ein Rekordhoch von 10.454 Punkten. In den folgenden Tagen hält die Hausse an, am 13. Februar springt der Dax das erste Mal über in seiner Geschichte über die 11.000-Punkte-Marke. Damit sollte die Rekordjagd aber gerade erst beginnen.

16.März 2015

Bereits wenige Wochen nach der Eroberung der 11.000-Punkte steht ein weiterer Meilenstein der Dax-Geschichte auf der Börsen-Agenda. Der Leitindex klettert zum ersten Mal über 12.000 Punkte. Weder der Konflikt in der Ostukraine noch der sich immer weiter zuspitzende Schuldenstreit scheinen die Börsenteilnehmer groß zu stören. Sie kaufen Aktien und befeuern die Hausse.

14. Juni 2017

In Erwartung einer positiven Zinsentscheidung der US-Notenbank knackt der Dax das erste Mal im Laufe seiner Geschichte die 12.900 Punkte und erreicht schließlich sein Allzeithoch von 12.921 Punkten. Schon in den Monaten zuvor hatte der Dax im Anschluss an den Erfolg des europafreundlichen Politikers Emmanuel Macron bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich seinen Höchststand mehrfach verbessert.

Mit Spannung blickten Anleger auch in Richtung USA, wo Präsident Donald Trump am Mittwoch seine Pläne für eine Steuerreform vorstellen will. Darauf warten Investoren seit Wochen. Der Politiker selbst sagte in einem Interview, es handele sich wohl um die größte Steuersenkung, die es je gegeben habe. „Ein Teil der Erwartungen darüber ist bereits in den Kursen eingepreist, insofern muss Trump ein paar Überraschungen in petto haben, damit die Kursrally weitergeht“, sagte Händler Markus Huber vom Broker City of London. Spannend sei auch, ob Trump die Maßnahmen durch den Kongress bringe.

Investoren in Deutschland deckten sich mit SAP ein. Der Konzern hat im ersten Quartal dank einer hohen Nachfrage nach Cloud-Software und dem neuen Hauptprodukt S/4Hana mehr verdient als vor Jahresfrist. Die Titel stiegen zwischenzeitlich um 1,2 Prozent, beendeten den Handel aber nur noch mit einem kleinen Plus von 0,1 Prozent.

Die Erlöse legten auch dank eines schwachen Vergleichsquartals im Vorjahr um zwölf Prozent auf 5,3 Milliarden Euro zu, wie das im Dax notierte Unternehmen am Dienstag mitteilte. Unter dem Strich verdiente SAP mit 530 Millionen Euro aber sieben Prozent weniger. Grund seien aktienbasierte Vergütungen und die höhere Mitarbeiterzahl, sagte Finanzchef Luka Mucic. Hohe Personalkosten bei Europas größtem Softwarehersteller haben demnach trotz eines Umsatzschubs im ersten Quartal den Gewinn gedrückt.

An die Dax-Spitze setzten sich Merck nach einem Deal mit Fresenius. Sie verteuerten sich um 2,7 Prozent in die Nähe ihres im April 2015 erreichten Rekordhochs von 111,85 Euro. Fresenius kauft den Darmstädtern für 170 Millionen Euro das Geschäft mit Nachahmermedikamenten von Biotech-Arzneien ab. Börsianer bezeichneten dies als „Win-Win-Situation“. Merck habe die Sparte loswerden wollen und einen guten Preis erhalten. Bei Fresenius passe das Geschäft ins Unternehmenskonzept. Der Konzern stemmte derweil mit der Übernahme von Akron eine zweite Mega-Transaktion innerhalb weniger Monate. Anleger überraschte das wenig, die Fresenius-Aktien verloren 1,6 Prozent.

Continental-Anleger reagierten dagegen vergrätzt auf die Ankündigung, die Sparte Powertrain umzustrukturieren. Die Aktien verloren 2,7 Prozent. Anleger hätten mit einem größeren Wurf gerechnet, sagte ein Händler.

Der angeschlagene Spezialmaschinenbauer Aixtron meldete dank einer guten Nachfrage seiner Kunden aus der Halbleiterbranche starke Zahlen, was den jüngst in den TecDax zurückgekehrten Papieren ein Plus von 13,4 Prozent bescherte.

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Am 10. April 2015 erreichte der Dax mit 12.390 Punkten das letzte Allzeithoch, nun gibt es eine neue Rekordmarke. Welche Dax-Aktien sich in den zwei Jahren dazwischen am besten schlugen – und welche am schlechtesten.

Außerhalb der Dax-Familie sprangen zudem die Anteilsscheine von Aurelius um rund zwölf Prozent hoch. Die jüngst von einem Finanzspekulanten attackierte Beteiligungsgesellschaft kontert den Angriff mit dem Verkauf des Kompressorherstellers Secop. Zudem soll für das Geschäftsjahr 2016 jetzt eine Dividende von insgesamt vier Euro gezahlt werden und damit doppelt so viel wie bisher geplant.

Unverändert notierten im SDax die Aktien des Berliner Onlinehandel-Unternehmens Rocket Internet. Die großen Beteiligungen von Rocket Internet haben ihre Verluste 2016 eingedämmt. Das operative Minus ausgewählter Start-ups – vom Kochbox-Anbieter HelloFresh bis zu den Möbelhändlern Westwing und Home24 – schrumpfte um 234 Millionen auf rund 360 Millionen Euro. Der Umsatz legte zugleich um 29 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zu, wie das Berliner Unternehmen am Dienstag mitteilte. „Im Jahr 2016 haben unsere ausgewählten Unternehmen weitere Fortschritte auf dem Weg in Richtung Profitabilität erzielt“, sagte Vorstandschef Oliver Samwer. Bis Jahresende sollen wie geplant drei Beteiligungen die Gewinnzone erreichen.

Als Hoffnungsträger gilt vor allem der Lieferdienst Delivery Hero („Lieferheld“, „Pizza.de“, „Foodora“). Dieser will „verschiedene Finanzierungsoptionen, einschließlich eines potenziellen Börsengangs“ prüfen. Das Unternehmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern in gut 40 Ländern wird mit mehr als drei Milliarden Euro bewertet. Rocket war zuletzt unter Druck geraten, nachdem Großaktionär Kinnevik im Februar überraschend die Hälfte seiner Anteile abgestoßen hatte.

An der Börse in Paris kletterten LVMH um vier Prozent auf ein Rekordhoch von 223,60 Euro. Der Luxuskonzern mit Marken wie Louis Vuitton und Moet & Chandon übernimmt seine Tochter Christian Dior komplett. Dior-Aktien sprangen um 12,8 Prozent ebenfalls auf ein Rekordhoch.

Kommentare (9)

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Herr Hofmann Marc

25.04.2017, 09:11 Uhr


Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

G. Nampf

25.04.2017, 09:21 Uhr

Wer hoch steigt, der tief fällt.

Lothar dM

25.04.2017, 09:38 Uhr

Die Blase wächst weiter. Die Inflation bei Vermögenswerten ist schon atemberaubend und zeigt deutlich wohin Draghi Billig-Billionen fliessen ... an die, die eh schon viel haben und vom EUR profitiert haben. Die anderen 99% zahlen die Exzesse dann wieder mit erhöhten Steuern und Abgaben, denn hier liegt Deutschland weltweit ganz vorn, und das obwohl es auch Exportweltmeister ist. Davon profitiert aber der Bürger seit EUR Einführung nicht mehr.

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