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01.08.2014

17:44 Uhr

Börse Frankfurt

Ausverkauf im Dax – 9200 Punkte ins Ziel gerettet

Dass es so schnell gehen wird, hatte kaum jemand erwartet: Der Dax verlor innerhalb weniger Tage mehr als 400 Punkte, fiel am Freitag zeitweise sogar unter 9200 Punkte. Behalten die Crash-Propheten doch Recht?

Börse am Abend

Dax fällt in tiefes Sommerloch

Börse am Abend: Dax fällt in tiefes Sommerloch

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FrankfurtEin Minus von rund 430 Punkten und 4,5 Prozent – so sieht die Bilanz des Dax für diese Woche aus. Nachdem die Woche ruhig begonnen hatte, ging es Donnerstag und Freitag plötzlich ganz schnell nach unten. Am letzten Wochenhandelstag ging der Dax 2,1 Prozent schwächer bei 9.210 Punkten aus dem Handel, was der größte Tagesverlust seit fünf Monaten war. Der tiefste Stand des Tages lag sogar unter 9.200 Punkten.

Die letzten zwei Tage unterstrichen die Thesen vieler Crash-Propheten. Die Zahl der Schwarzseher hat in den vergangenen Tagen deutlich zugenommen und der heutige Dax-Chart schien ihnen recht zu geben. „Der Welt könnte schlimmeres bevorstehen als ‚nur‘ der nächste Finanzcrash“, befürchtet Bestsellerautor und Crash-Prophet Max Otte. „Dieser ist aber auch nicht auszuschließen, da die Verschuldung weiter gestiegen ist.“

Der Rücksetzer muss allerdings keinen Crash darstellen. „Was wir im Moment erleben, ist noch eine druckablassende Konsolidierung“, sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank, als der Dax noch 500 Punkte von seinem Allzeithoch entfernt war. Nun beträgt der Abstand mehr als 800 Punkte.

Analysten sehen noch Abwärtspotenzial

Der Ausverkauf beim Dax könnte sich Chart-Experten zufolge sogar weiter fortsetzen. Bereits vergangene Woche warnte der technische Analyst Frederik Altmann: Für ihn war das Bild des Dax-Charts „technisch so gefährdet wie seit langem nicht mehr“. Damals bewegte sich der Dax in Richtung 200-Tage-Linie bei rund 9470 Zählern. Seit dem gestrigen Donnerstag hat der Leitindex diese Marke deutlich durchbrochen.

In diesem Fall ist laut Altmann der „positive Trend beim Dax erstmal ad acta gelegt“. Bei den Anlegern sollten die „Alarmglocken schrillen“. Die nächsttiefere Station, die den Abwärtstrend nun aufhalten könnte, wäre erst wieder bei 8.977 Zählern zu finden, danach böte längerfristig das alte Hoch bei 8.152 Punkten Halt.

Was Charttechniker vor allem nicht gefällt, ist die Art und Weise, wie der Dax am Donnerstag seine 200-Tage-Linie durchbrach. Die Linie, die jahrelang das deutsche Börsenbarometer Unterstützung gegeben hatte, hat quasi seine Funktion ohne Gegenwehr aufgegeben. Die Verluste der beiden vergangenen Tage zeigen, dass die Börse durchaus das Zeug zu einer stärkeren Korrektur hat.

Tops und Flops der Woche

Top 1: Stratec Biomed

+ 6,47 Prozent

Stand: Freitag, 15:55 Uhr

Top 2: Fresenius Se

+ 3,10 Prozent

Top 3: Fresenius Med. Care

+ 1,34 Prozent

Top 4: Deutsche Wohnen

+ 0,77 Prozent

Top 5: Drägerwerk

+ 0,70 Prozent

Flop 1: SMA Solar

- 22,67 Prozent

Flop 2: Adidas

- 17,94 Prozent

Flop 3: DMG Mori Seiki

- 15,40 Prozent

Flop 4: Metro

- 11,46 Prozent

Flop 5: Osram

- 11,13 Prozent

Überraschend schwache US-Arbeitsmarktdaten hatten Anlegern kaum neue Hinweise auf die Aussichten für die Geldpolitik der Fed geliefert. Der Dax grenzte seine Verluste nur kurz ein, um dann wieder einzuknicken.

Mark Grant, Geschäftsführer von Southwest Securities, bezeichnete den Aufbau von 209.000 (Prognose: 233.000) Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft als „ordentlich, aber nicht außerordentlich“. „Er wird die Fed nicht dazu zwingen, die Zinsen in nächster Zeit anzuheben.“ Seit Monaten wird an den Börsen darüber spekuliert, wann die US-Notenbank die Zinswende einleitet.

Die Hoffnung der Anleger ruht zudem auf stimulierenden Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB). Die sehen Experten nach den aktuellsten Inflationszahlen unter Zugzwang, geht doch die Teuerung in der Euro-Zone immer weiter zurück: Im Juli ist sie auf 0,4 Prozent gefallen und beträgt damit nur etwa ein Viertel der Zielgröße der EZB. Das dürfte für Gesprächsstoff auf der Zinssitzung am kommenden Donnerstag sorgen.

Kommentare (40)

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Herr Edi Haas

01.08.2014, 09:18 Uhr

Ich werde auch weiterhin hier meine Meinung schreiben.
Auch heute wieder , wie gestern auch oder so üblich, die besten Kurse für Derivate VOR Handelsstart.
Unglaublich wie niedrig gestern einige Derivate NACH Börsenschluss ohne Risiko gehandelt wurden,alles Schnäppchen.
Aber ihr wollt das System einfach nicht verstehen.Unternehmensdaten sind doch egal,der Markt wird von der Technik bestimmt.Nie war
es so einfach Geld zu verdienen,Heute Nachmittag grasen dann wieder die Maschinen in Nanosekunden die Wunschkurse ab.
Die Linde und die MüRü machen mich glücklich.

Privat Anleger

01.08.2014, 09:42 Uhr

Guten Morgen Delta/Alexander???,

mich würde interessieren, was da an dieser Story dran ist, dass da Call Derivate vor Börseneröffnung billig gekauft werden können, die sich dann im Wert vervielfachen.

Ist das realistisch oder hoch riskante Zockerei?

Herr Toni Trapper

01.08.2014, 09:52 Uhr

Daran stimmt alles!!! Die handelszeiten für Derivate in Frankfurt und Stuttgart liegen ja genau im Schattenmarkt zwischen 9 und 20 Uhr. Es ist also echt realistisch, morgens um 8 und abens um 21.00 Uhr jeden put und call kaufen und verkaufen zu können.

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