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12.05.2016

16:46 Uhr

Börse Frankfurt

Bayer-Gerüchte lassen Dax unter 10.000 Punkte fallen

Starke Quartalsberichte sorgen beim deutschen Leitindex zunächst für einen Aufschwung. Dann machen Spekulationen die Runde, Bayer wolle Monsanto kaufen. Die Kurse schmieren ab, der Dax schließt deutlich im Minus.

Börse am Abend

RWE als Spitzenreiter - keine Frage der Zahlen

Börse am Abend: RWE als Spitzenreiter - keine Frage der Zahlen

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FrankfurtDas wichtigste deutsche Börsenbarometer hat am Donnerstag die 10.000-Punkte-Marke weiter aus den Augen verloren. Nach einem schwierigen Morgen war der Dax ins deutliche Plus gewendet, schnell gelang ihm die Rückkehr in die Fünfstelligkeit. Nicht zuletzt dank überraschend starker Unternehmensberichte, allem voran RWE konnte überraschen. Doch am späten Nachmittag ebbte der Schwung ab und die Frankfurter Benchmark rutschte abrupt wieder ins Minus. Der Grund: Dax-Schwergewicht Bayer soll eine Offerte für den Saatgutriesen Monsanto planen. Der Dax schloss 1,1 Prozent leichter bei 9862 Punkten.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, prüfe Bayer, der am größten gewichtete Titel im Dax, eine mögliche Übernahme des 40 Milliarden schweren US-Konzerns. Das US-Finanznachrichtenportal StreetInsider.com meldete seinerseits, dass BASF eine mögliche Übernahme von Monsanto anvisiere. Insidern zufolge soll ein Angebot vorbereitet werden, eine endgültige Entscheidung stehe aber noch aus.

Scheinbar sehr zum Unwillen der Anleger: Im Dax sackten die Bayer-Aktien schlagartig um ganze fünf Prozent ab und zogen den gesamten Leitindex mit sich in die Tiefe.

Am anderen Ende des Dax zog RWE ungewohnt einsame Kreise. Mehr als acht Prozent legten die Titel des vom Atomausstieg gebeutelten Versorgers zu. Die Anleger honorierten die überraschend angenehmen Quartalszahlen. „Das erste Quartal bei RWE ist eindeutig besser als erwartet ausgefallen“, kommentierten die Analysten von Kepler Chevreux. Allerdings sei dies vor allem Sonderfaktoren geschuldet. So konnte der Energiehandel den Strompreisverfall ausgleichen.

Ohne Sonderfaktoren sei die Entwicklung im Quartal eher schwach gewesen, vor allem wegen der niedrigeren Strompreise in Europa, urteilte Analyst Xavier Caroen von Bryan Garnier. „Wir geben nach wie vor Eon statt RWE den Vorzug.“ Solche Kommentare erfreuen den Konkurrenten. Im Aufwärtstrieb von RWE konnte auch Eon zulegen. Die Düsseldorfer waren nach Vorlage ihrer Kennzahlen gestern um fünf Prozent abgeschmiert konnten heute aber drei Prozent aufholen. Die Pläne für eine Kapitalerhöhung waren bei den Anlegern nicht gut angekommen.

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„Das Ergebnis hat die Erwartungen des Marktes übertroffen.“ Diesen Satz wollen die Konzerne hören – und schrauben oftmals Erwartungen im Vorfeld künstlich herunter. Analysten übernehmen diese Meldungen oft ungeprüft.

Nicht nur der Dax, auch die zweite Frankfurter Reihe erlebte am Donnerstag einen Achterbahnfahrt. Der MDax schloss 0,9 Prozent leichter bei 20 047 Punkten, der TecDax schloss 0,6 Prozent tiefer auf 1631 Zähler. Der Leitindex des gemeinsamen Währungsraumes, der Euro-Stoxx-50, verlor 0,7 Prozent auf 2934 Stellen. Für späten Druck sorgten die Fasspreise für Öl, die wieder leicht nachließen. Ein etwas schwächerer Euro konnte den Märkten keinen längeren Rückhalt geben.

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