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08.10.2014

17:44 Uhr

Börse Frankfurt

Beim Dax geht die Angst um

Unter Anlegern machen sich Konjunkturängste breit: Deutschland wächst weniger als erwartet – und der Dax rutscht ab. Und wie. Zum Handelsschluss konnte der Leitindex die Marke von 9000 Punkten nicht mehr halten.

Börse am Mittag

Dax rutscht unter 9000 Punkte

Börse am Mittag: Dax rutscht unter 9000 Punkte

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FrankfurtDie jüngste Dax-Bärenrally hat einen neuen Tiefpunkt erreicht: Am Vormittag ist der deutsche Leitindex erstmals seit zwei Monaten unter die Marke von 9000 Punkten gefallen. Der niedrigster Wert von 8960 Punkten wurde kurz vor Handelsschluss erreicht. Schließlich ging der Dax unter der psychologisch wichtigen Grenze aus dem Rennen – mit einem Minus von einem Prozent bei 8995 Zählern.

Der Dax hat ein durchwachsenes Jahr hinter sich: Zunächst trieb das billige Geld der Notenbanken den Index in die Höhe. Am 5. Juni war er zum ersten Mal in seiner Geschichte über die Marke von 10 000 Punkten gesprungen. Seitdem aber verdüsterte sich die Lage. „Der Abwärtstrend ist kristallklar, das Potenzial reicht bis an die 8900-Punkte-Marke“, schrieb Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar in einem Kommentar. Händler machten die sich zuspitzenden Krisen im Nahen Osten, in der Ukraine, aber auch die deutlich schwächeren Wirtschaftsperspektiven für die Talfahrt an den Börsen verantwortlich.

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sehen nach Handelsblatt-Informationen die Konjunktur in Deutschland skeptischer. In ihrem Herbstgutachten gehen sie nun nur noch von 1,3 Prozent Wachstum in diesem Jahr und von 1,2 Prozent Wachstum im kommendem Jahr aus. Am morgigen Donnerstag wird das Konjunkturgutachten für die Bundesregierung veröffentlicht. Vor einem halben Jahr hatten die Institute noch 1,9 Prozent Wachstum für 2014 und 2,0 Prozent Wachstum für 2015 prognostiziert.

Auch in der zweiten Reihe zeigte der Trend abwärts: Der MDax notierte 1,1 Prozent niedriger bei 15.377 Zählern, der TecDax sogar 1,8 Prozent geringer bei 1182 Punkten. „Die Stimmung trübt sich schnell ein“, sagte Devisenstratege Kit Juckes von der Societe Generale. Man dürfe die jüngste Konjunkturprognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) zwar nicht überbewerten, der nachlassende Optimismus sei aber bemerkenswert. Der IWF hatte seine Prognose für das weltweite Wachstum 2014 am Dienstag auf 3,3 Prozent von zuvor 3,4 Prozent gesenkt. Für Deutschland erwartet er nur noch ein Plus von 1,4 statt 1,9 Prozent.

Viele Anleger sahen in enttäuschenden deutschen Konjunkturdaten ein schlechtes Omen für die anstehende Bilanzsaison. Gestern haben die Zahlen zur Industrieproduktion diese Sorge bestätigt. Den Daten nach haben deutsche Unternehmen im August rund vier Prozent weniger produziert. Wie üblich wird der Aluminiumhersteller Aloca als erster US-Großkonzern seine Bilanz für das dritte Quartal vorlegen. Die Aktienmärkte hätten bereits ein paar schwache Wochen hinter sich – angesichts des scharfen Ausverkaufs an der Wall Street sei das aber noch nicht ausgestanden, kommentierte Marktstratege Craig Erlam vom Broker Alpari UK.

Wo die Deutschen ihr Geld lagern

Festverzinsliche Wertpapiere (inklusive Zertifikate)

216 Milliarden Euro (vier Prozent)

Sonstige Anteilsrechte (zum Beispiel GmbH-Anteile)

199 Milliarden Euro (vier Prozent)

Aktien

300 Milliarden Euro (sechs Prozent)

Sonstige Anlageformen

355 Milliarden Euro (sieben Prozent)

Investmentfonds

450 Milliarden Euro (neun Prozent)

Versicherungen

1552 Milliarden Euro (30 Prozent)

Bargeld und Einlagen

2082 Milliarden Euro (40 Prozent)*

*Quelle: Deutsche Bundesbank

Verstärkt wurde der Konjunkturpessimismus von der Ausbreitung der Seuche Ebola. Selbst wenn sie bald eingedämmt werden könne, gehe der volkswirtschaftliche Schaden in die Milliarden, betonte Weltbank-Volkswirt David Evans. An den europäischen Aktienmärkten litten die Luftfahrt- und Touristik-Werte erneut unter der Ebola-Epidemie. Lufthansa, Air France, die British Airways-Mutter IAG, TUI und Thomas Cook verloren zwischen 0,8 und 3,2 Prozent.

Kommentare (21)

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Herr Thomas Albers

08.10.2014, 08:55 Uhr

"Für die Anleger ist das eine schwierige Situation. Sie müssen entscheiden, welcher Effekt der positivere für die Börsen ist."

Das ist aus meiner Sicht bezüglich des DAX relativ eindeutig. Wenn US-Unternehmen schwächeln sollten, dann besteht wenig Hoffnung auf eine Erholung der Weltwirtschaft - der DAX bricht dann mit größerer Wahrscheinlichkeit ein. Im umgekehrten Fall sind die Aussichten für DAX-Unternehmensgewinne besser, lebt aber mit Zinsangst.

Sind die US-Ergebnisse durchwachsen - also "so la la" ist's für den DAX am besten.

Boris Babbler

08.10.2014, 09:29 Uhr

Wie immer muß man sich an der Börse entscheiden,gehe ich
long oder short.
Denn wie immer kann es an der Börse
fallen oder steigen, oder zuerst
steigen dann fallen.

Herr Dr. Peter Lustig

08.10.2014, 09:34 Uhr

@Schwarzer Drache

Schon wieder ein neuer Name? Egal.

Ist das genau so eindeutig, wie Deine Einschätzung zum Goldpreis (fällt unter 1.000 USD)?

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