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12.01.2010

07:16 Uhr

Börse Frankfurt

Berichtssaison enttäuscht, Dax verliert fast 100 Punkte

Mit der Ruhe war es heute an der Börse vorbei. Die ersten Unternehmen legen ihre Zahlen vor, die Berichtssaison beginnt. Und der Auftakt bringt gleich die erste Enttäuschung. Zudem stimmen Spekulationen über eine Anhebung der Leitzinsen in China die Anleger pessimistisch. Der Dax geht mit deutlichen Verlusten aus dem Handel.

Notenbank in Peking und Alcoa drücken den Dax ins Minus. Quelle: dpa

Notenbank in Peking und Alcoa drücken den Dax ins Minus.

HB FRANKFURT. Die US-Berichtssaison beginnt, in den nächsten Tagen müssen die Anleger eine ganze Flut an Quartalsberichten verarbeiten. Der Start in die Saison verlief allerdings enttäuschend, der dax musste deutliche Verluste hinnehmen. Der Leitindex schloss erstmals in diesem Jahr wieder unter der Marke von 6 000 Punkten. Mit minus 1,61 Prozent auf 5 943 Zähler ging er aus dem Handel. Der MDax gab um 1,75 Prozent auf 7 781 Punkte nach. Der TecDax sank um 1,33 Prozent auf 842 Punkte. Das Handelsvolumen im Dax stieg auf 129 (Montag: 103,7) Millionen Aktien. Der Umsatz erhöhte sich auf 3,52 (2,7) Milliarden Euro.

In den USA hatten der Aluminiumhersteller Alcoa und der Ölkonzern Chevron mit ihren Aussagen zum bisherigen Geschäftsverlauf enttäuscht. "Die harten Zahlen stimmen nicht mit der aktuellen Euphorie am Markt überein", mahnte Dirk Müller, Händler bei MWB Fairtrade. "Die positive Grundeinstellung der Anleger wird derzeit auf die Probe gestellt", sagte auch Stratege Patrick Pflüger von IG Markets. "Das Alcoa-Ergebnis liefert keine guten Vorzeichen für die noch diese Woche angekündigten Quartalsergebnisse der US-Bank JPMorgan und des Chipherstellers Intel.

"Auslöser für die Kursverluste war China", sagte ein Händler. "Der Markt könnte zum Kleinen Verfall am Freitag hin wohl etwas korrigieren, aber das wäre nach dem Anstieg zu Jahresbeginn auch ganz gesund", ergänzte er.

Chinas Zentralbank hob per 18. Januar den Zins für die Mindestreserveanforderung für Banken um 0,5 Prozentpunkte an. Zudem erhöhte die Notenbank in Peking zum zweiten Mal in Folge die Zinssätze für Staatspapiere. Damit scheinen sich Spekulationen auf eine Straffung der chinesischen Geldpolitik zu bestätigen, mit der die Notenbank in Peking eine konjunkturelle Überhitzung bekämpfen würde. China gilt mit seinen hohen Wachstumsraten derzeit als Motor der Weltwirtschaft.

Am deutschen Markt kamen zudem die vorläufigen Geschäftsdaten von Beiersdorf nicht gut an. Die Aktie fiel um 3,2 Prozent und gehörte damit zu den größten Dax-Verlierern. Der Nivea- und Tesa-Hersteller hatte für das vergangene Jahr einen Umsatzeinbruch ausgewiesen, zugleich aber dank Einsparungen und Werbung die Renditeziele erreicht. Es habe eine positive Überraschung gefehlt, stellten Analysten fest. Entspannt hatte sich allerdings die Lage im Industriegeschäft mit der Klebstoffsparte Tesa. Davon profitierten Händlern zufolge die Aktien des Konkurrenten Henkel, die mit einem Plus von 1,2 Prozent größter von zwei Dax-Gewinnern waren. Nach Aussage von Händlern rechnet der Markt nun auch mit besseren Geschäften beim weltgrößten Klebstoffhersteller.

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