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22.05.2013

17:56 Uhr

Börse Frankfurt

Bernanke gibt den Börsen Feuer

Der Geldhahn bleibt offen. Das entschied Ben Bernanke am Mittwoch. Die Anleger feierten dies und ließen den Dax neue Rekordhöhen erobern. Einige Händler äußern allerdings schon erste Zweifel an der Strategie der Fed.

Hochstimmung an der Börse. Die Bullen haben weiterhin das Sagen – Ben Bernanke sei Dank. dpa

Hochstimmung an der Börse. Die Bullen haben weiterhin das Sagen – Ben Bernanke sei Dank.

FrankfurtBen Bernanke hat gesprochen und die Börsen steigen. Im Kongress deutete der Notenbankchef an, dass er die konjunkturstimulierenden Maßnahmen fortsetzen werde. Die Anleger, die bis dahin kaum in Erscheinung traten, verließen ihre Deckung und kauften kräftig Aktien nach. Der Dax schoss in der Spitze rund 0,9 Prozent ins Plus auf 8.558 Punkte – ein neues Allzeithoch.

Gegen Handelsende beruhigte sich die Lage ein wenig. Am Ende schloss der Deutsche Aktienindex rund 0,7 Prozent fester auf 8.531 Zähler. Die zweite Reihe beendete den Handelstag ebenfalls freundlich. Der MDax legte 0,4 Prozent zu auf 14.259 Punkte, der TecDax kam auf ein Plus von 0,7 Prozent auf 976 Punkte.

Der Fed-Chef begründete seine Entscheidung mit der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit und dem nicht minder hohen Defizit des US-Haushalts. "Eine straffere Geldpolitik beherbergt ein substanzielles Risiko einer Verlangsamung oder sogar einer Beendigung der wirtschaftlichen Erholung", hieß es im Redemanuskript Bernankes. Laut dem Fed-Chef würde die jetzige Geldpolitik signifikante Verbesserungen der Wirtschaft herbeiführen.

Die US-Börsen, die zur Eröffnung nur leicht im Plus lagen, schossen ebenfalls kurz nach Veröffentlichung der Rede deutlich ins Positive. Nach Frankfurter Börsenschluss lag der Dow Jones 0,8 Prozent im Plus auf 15.503 Punkte, womit er ebenfalls einem bisher noch nie erreichten Stand notierte.

Der Devisenmarkt reagierte auf die Rede Bernankes mit eruptiven Kursbewegungen. Kurz nach Veröffentlichung des Redemanuskripts ließen die Investoren den Euro deutlich ins Plus schießen, um ihn anschließen umso deutlicher wieder fallen zu lassen. Am Abend verlor die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar 0,2 Prozent auf 1,2883 Dollar.

Mit dem Festhalten an der lockeren Geldpolitik wird die Notenbank auch in Zukunft jeden Monat Staatspapiere für rund 85 Milliarden Dollar aufkaufen. Bernanke sagte zudem, dass er an der jetzigen Strategie solange festhalten werde, bis sich die Lage wesentlich verbessert habe. Viele Anleger schöpfen aus diesen Aussagen eine erhebliche Planungssicherheit, was sie dazu verleitet, weiter Aktie zu kaufen.

Schon im Vorfeld zeigten sich die meisten Händler zuversichtlich. Bis auf wenige Zweifler gingen die meisten von einer Fortsetzung des aktuellen Kurses aus. Allerdings werden die Maßnahmen nicht durchgehend positiv gesehen. Dass die Entscheidung das Anleihekaufprogramm fortzusetzen, die Aktienmärkte am Nachmittag so stark beeinflusste, zeigte deutlich wie stark die Börsen derzeit von den Entscheidungen der Notenbanken respektive der US-Zentralbank (Fed) abhängig sind.

"Spätestens mit der Rede von US-Notenbankpräsident Ben Bernanke vor dem US-Kongress wissen Anleger, dass die Märkte fast reine Notenbankmärkte geworden sind", kommentiert Daniel Saurenz von Feingold Research mit einem negativen Unterton. "Dax, Dow Jones und EuroStoxx sind auf eine expansive Geldpolitik angewiesen, wenn die Rally weitergehen soll."

Kommentare (69)

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Korrektur

22.05.2013, 07:43 Uhr

Paulchen heute.

OldTrader

22.05.2013, 08:03 Uhr

Die Korrektur kommt. Und zwar von DAX 9200 auf 8800 in den nächsten 2 Monaten.
Draghi, wir lieben dich.

buy_buy_buy

22.05.2013, 08:37 Uhr

Der Dax wird niemehr unter 8.000 fallen. Notfalls per Gesetzt.

Die Erwartungen an die FED-Rede sind schon so niedrig angesetzt, dass wir heute Nachmittag gut 200 Punkte nach oben sehen werden.

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