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19.11.2012

17:42 Uhr

Börse Frankfurt

Dax 200 Punkte im Plus

Kaum zeichnet sich beim US-Haushaltsstreit eine Einigung ab, belohnt dies die Börse mit einem Kursfeuerwerk. Doch die Anleger behalten auch den Schuldenschnitt für Griechenland im Hinterkopf.

Händler an der Frankfurter Börse. Kauflaune zum Wochenstart. dapd

Händler an der Frankfurter Börse. Kauflaune zum Wochenstart.

FrankfurtDie größte Sorge der Investoren war die „Fiskalklippe“ der US-Regierung. War, denn heute scheinen alle Sorgen vergessen. Der Dax legt am ersten Wochenhandelstag ein Kursfeuerwerk hin und schließt 2,5 Prozent höher bei 7.123 Punkten. Für Erleichterung und Kauflaune sorgte vor allem die Annährung der Demokraten und Republikaner im US-Haushaltsstreit. Die positive Eröffnung der New Yorker Börse schob den Dax zusätzlich an.

„Die Verhandlungen in den USA dürften bis zum Schluss spannend bleiben, aber am Ende sollte uns eine Lösung präsentiert werden,“ sagte ein Händler. „Alles andere wäre für die Parteien politischer Selbstmord.“

Am Freitag hatten die Republikaner nach einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama und dessen Demokraten ihre Bereitschaft zu Gesprächen über höhere Steuern signalisiert. Ohne Konsens im Haushaltsstreit drohen zum Jahreswechsel automatisch Ausgabensenkungen und Steuererhöhungen, die die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession stürzen könnten.

Die Woche an den Märkten

Dienstag

Es stehen die deutschen Erzeugerpreise sowie die Baugenehmigungen für Januar bis September an.
Auf dem Tagesplan steht auch der schweizerische Außenhandel.
Aus den USA kommen die Wohnbaubeginne.
Der EFSF begibt eine sechsmonatige Anleihe im Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro.
Die Finanzminister der Euro-Gruppe treffen sich. Spanien emittiert Staatsanleihen mit ein und eineinhalb Jahren Laufzeit. Der US-Notenbankchef Ben Bernanke hält eine Rede.
Unternehmenszahlen melden Schaeffler, Easyjet und Hewlett-Packard.

Mittwoch

Neben japanischen Außenhandelszahlen stellt die Bank von Japan ihren Monatsbericht vor.
Die Finanzmarktakteure erwarten US-Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe, zum Verbrauchervertrauen sowie die Frühindikatoren.
Deutschland begibt eine zehnjährige Anleihe über vier Milliarden Euro.
Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble spricht auf einer Konferenz zur künftigen Finanzarchitektur in Europa.
Die Bank von England veröffentlicht das Protokoll ihrer Sitzung vom 7./8. November, die Schweizerische Nationalbank ihren Monatsbericht für November.
Unternehmenszahlen liefern Gagfah, die österreichische CA Immobilien und Frauenthal.

Donnerstag

Wichtig sind die Einkaufsmanagerindizes für China, Deutschland und die Euro-Zone.
Darüber hinaus kommen die britischen Auftragseingänge und das Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone.
Auf dem Tagesplan steht die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank.
Spanien begibt eine Staatsanleihe.
Die US-Märkte sind wegen des Feiertags Thanksgiving geschlossen.
Zahlen von Unternehmensseite liefern unter anderem United Internet, SAB Miller, Flughafen Wien.

Freitag

Im Blickpunkt steht der Ifo-Geschäftsklimaindex, außerdem das Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal sowie Zahlen aus dem Baugewerbe.
Frankreich und Belgien melden ebenfalls Zahlen zum Geschäftsklima.
Österreich gibt den Produktionsindex für September bekannt.
Die japanische Börse ist wegen eines Feiertags nicht geöffnet.
Die US-Börsen werden aufgrund des Feiertags Thanksgiving am Vortag früher geschlossen.

Positive Impulse gab es auch aus Japan, wo der Nikkei deutlich zulegen konnte. In Japan hoffen die Investoren auf eine neue Regierung, die eine lockerere Geldpolitik versprochen hat.

Die griechische Tragödie geht in den nächsten Akt

Gespannt blickten die Anleger aber nicht nur auf die USA, sondern auch auf Athen. Am Dienstag treffen sich die Euro-Finanzminister zu einer Sondersitzung, um erneut über die Finanzierung der weiteren Griechenlandhilfen zu beraten. Nach den Worten von Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker sind der IWF und die Währungsgemeinschaft dabei, ihren Konflikt über den Schuldenabbau Griechenlands zu lösen.

Der IWF pocht auf einen Abbau des griechischen Schuldenbergs auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2020, die Euro-Gruppe will dem Land bis 2022 Zeit geben, ist sich aber uneins, wie die Mehrkosten finanziert werden sollen. IWF-Experten glauben, dass der Abbau kaum ohne einen Nachlass der öffentlichen Gläubiger zu erreichen ist. Geldgeber wie Deutschland und die Niederlande schließen das aber schon allein aus rechtlichen Gründen aus.

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Zu den größten Gewinnern im Dax zählen die Finanzwerte, die die Vorwoche deutlich unter die Räder gekommen waren. Die Commerzbank-Aktie schloss 5,2 Prozent höher, die Werte der Deutschen Bank beendeten den Handel 4,7 Prozent höher. Dax-Spitzenreiter waren die Werte von Infineon mit einem Plus von 6,2 Prozent.

Im MDax verbuchte die Aktie von Hochtief ein Kursplus von 5,1 Prozent. Der spanische Großaktionär ACS regiert künftig bei Deutschlands größtem Baukonzern durch. Hochtief-Chef Frank Stieler soll den Vorstand verlassen, falls der Aufsichtsrat zustimmt. Auf Stielers Posten soll der von ACS entsandte Manager Marcelino Fernandez Verdes rücken. Am Markt dürfte nun über eine Zerschlagung des MDax-Wertes spekuliert werden, kommentierte ein Händler. Kurz vor Handelsschluss kursierte, dass bei Hochtief 700 Stellen abgebaut werden sollen.

Kommentare (20)

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Account gelöscht!

19.11.2012, 11:29 Uhr

"Die Optimisten bestimmen den Handel"....

und das seit Juni

Account gelöscht!

19.11.2012, 11:45 Uhr

Die Definition "Optimist" gleichbedeutend immer mit steigenden Kursen in Verbindung zu bringen, halte ich zumindest für gewagt, HB. Ein Optimist ist der, bei dem es in der Kasse klingelt.

Investoerchen

19.11.2012, 11:55 Uhr

@PrivatTrader: Ohne zu philophisch werden zu wollen... aber ist ein Optimist nicht eher der, der immer daran glaubt, dass es bei ihm in der Kasse klingelt?!
Was ich damit sagen will, ist, dass sicherlich schon viele Optimisten an der Börse gegrillt wurden, weil sie eben zu sehr daran geglaubt haben, dass alles "gut" wird.
Das Optimismus nicht unbedingt an steigende Kurse gekoppelt sein muss, das sehe ich genauso.

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