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23.06.2011

17:45 Uhr

Börse Frankfurt

Dax an Fronleichnam deutlich im Minus

Die schwache US-Konjunktur dämpft Europas Märkte. Der Dax fiel nach Eröffnung der US-Börsen stark ins Minus. Bayer-Aktien haben heute einen rabenschwarzen Tag erwischt und erlebten einen Kurssturz.

Der Dax verliert viele Punkte Quelle: Reuters

Der Dax verliert viele Punkte

FrankfurtDieser Feiertag gab keinen Anlass zum Feiern: Der skeptische Konjunkturausblick der US-Notenbank und das vorläufige Ende geldpolitischer Hilfen für die weltgrößte Volkswirtschaft haben dem Dax am Donnerstag einen kräftigen Dämpfer versetzt. Nachdem er zu Handelsbeginn wie erwartet mit 0,6 Prozent im Minus schwach gestartet war, vergrößerte der deutsche Leitindex seinen Verlust kontinuierlich über den heutigen Feiertagshandel und schloss bei 7.149 Punkten mit einem Abschlag von 1,77 Prozent tief im Minus. In den vergangenen Tagen hatte sich der deutsche Leitindex von der 7.000-Punkte-Marke nach oben abgesetzt und seit dem Wochenstart bis zum Vortageshoch in der Spitze fast zwei Prozent gestiegen. In der zweiten Reihe sah es auch nicht besser aus. Der MDax verlor 1,44 Prozent auf 10.508 Punkte und der Technologie-Index TecDax ging mit minus 1,40 Prozent auf 862 Zähler aus dem Handel.

Analyst Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel sagte: „Die schwächeren Konjunkturdaten und die Hängepartie in der Schuldenkrise beschäftigen den Markt weiter und das sorgt für anhaltende Unsicherheit.“

Die schwachen US-Börsen belasteten zusätzlich den Dax am heutigen Tag. „Die Aussagen der Fed sorgen nicht gerade für Beruhigung“, sagte ein Händler. Die US-Notenbank hatte eingeräumt, die Stärke des US-Aufschwungs zuletzt überschätzt zu haben. Sie korrigierte ihren Konjunkturausblick nach unten und rechnet nun nur noch mit einem BIP-Plus von 2,7 bis 2,9 Prozent. In dieses Bild passten auch die neuen Daten vom US-Arbeitsmarkt: In der Vorwoche beantragten mit 429.000 Amerikanern mehr Menschen erstmals Arbeitslosenhilfe als angenommen. Zudem beschloss die Fed, das 600 Milliarden Dollar schwere Bond-Ankaufprogramm zur Stützung der Konjunktur wie geplant Ende des Monats auslaufen zu lassen.

US-Notenbank: Aufschwung frustrierend langsam

Video: US-Notenbank: Aufschwung frustrierend langsam

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Ausgelöst wurde die Skepsis bei den Anlegern durch US-Notenbankchef Ben Bernanke, der sich am gestrigen Abend ernüchternd über die weitere Entwicklung der US-Konjunktur geäußert hatte. „Ich glaube, dass das Wachstum zum Jahresanfang 2012 anziehen wird, jedoch nicht so stark wie (bei der letzten Zinssitzung) im April angenommen“, sagte Bernanke im Anschluss an den Zinsbeschluss vor der Presse in Washington. „Der wirtschaftliche Gegenwind könnte stärker und hartnäckiger sein als ursprünglich erwartet.“ Die Erholung verlaufe „frustrierend langsam“.

Bayer bekommt Konkurrenz

Tagesthema im Dax waren Bayer-Aktien, die wegen Sorgen um den Blockbuster Xarelto seit Handelsbeginn stark einbüßten und dessen Kurssturz sich nach Eröffnung der US-Börsen weiter verschärfte. Die Aktien des Pharmakonzerns notierten bis zu sieben Prozent schwächer und schlossen mit einem kräftigen Defizit von 6,3 Prozent auf 54,40 Euro. Studienergebnisse zu dem von Bayer-Konkurrenten Bristol-Myers Squibb und Pfizer entwickelten Gerinnungshemmer Apixiban sind besser als erwartet ausgefallen. Einem Analysten zufolge belaste dies den Bayer-Kurs, da der Konzern nicht an seine geplanten Marktanteile herankommen könnte. Laut Analyst Sachim Jain von Merrill Lynch würden geringere Marktanteile wiederum die auf Umsatzerwartungen für Xarelto drücken und das könnte den fairen Wert der Bayer-Aktie um bis zu zwei Euro senken. Experten gehen zudem davon aus, dass eine langfristige Marktführerschaft Apixibans möglich sei.

Bayer-Aktie kräftig unter Druck - Dax sackt ab

Video: Bayer-Aktie kräftig unter Druck - Dax sackt ab

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Neben Bayer gehörten heute auch die Finanzwerte zu den schwächeren Werten im Dax. Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank starteten zunächst mit geringen Verlusten, zur Mittagszeit und nach Eröffnung der US-Börsen weiteten sich dann die Verluste aus. Die Deutsche Bank schloss bei 40,04 Euro 2,6 Prozent im Minus, die Commerzbank gab mit 3,8 Prozent auf 3,02 Euro noch deutlicher nach. Händler führten die Abschläge auf die anhaltenden Sorgen um eine mögliche Pleite Griechenlands zurück. Griechenland muss bis Ende des Monats ein milliardenschweres Sparpaket verabschieden, um im Juli die dringend benötigten zwölf Milliarden Euro Kredit von der EU und dem Internationalen Währungsfonds zu bekommen.

Kommentare (6)

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Kenner

23.06.2011, 08:41 Uhr

Dafür dass die "überraschenden" News aus den USA so schlecht sind halten sich die Kurse noch zu gut.
Jeder weiss wie schlecht es bestellt steht und trotzdem gibt es immer noch ein paar Idioten die schon vorbörslich Action machen machen

Account gelöscht!

23.06.2011, 09:37 Uhr

die armen schweine, die bei 7200 runtermischen müssen...

Kenner

23.06.2011, 11:29 Uhr

hahaha....das stimmt wohl.bei 100 punkten mehr hatte wohl keiner Lust,die haben wohl bei 7300 gekauft und bekommen jetzt die Panik

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