Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.04.2015

17:54 Uhr

Börse Frankfurt

Dax-Anleger beschwören den Bären

Der Dax hat heute seinen Korrekturkurs fortgesetzt, die Anleger kamen nicht aus der Deckung. Selbst die guten Einkommenserwartungen und das Konsumklima konnte die Stimmung der Anleger nicht bessern.

Konjunktursorgen belasten Dax - Rekordstrafe für Deutsche Bank

Video: Konjunktursorgen belasten Dax - Rekordstrafe für Deutsche Bank

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Frankfurt/DüsseldorfDer Dax kannte am Donnerstag nur eine Richtung: abwärts. Nach einem kleinen Plus zur Handelseröffnung schickten die Anleger den Index auf Talfahrt. Am Ende ging er mit einem Minus von 1,2 Prozent bei 11.723 Zählern aus dem Handel. Auch in der zweiten Reihe gab es Verluste. Der MDax schloss rund einen Prozent leichter auf 21,010 Punkten. Der TecDax verlor 0,7 Prozent auf 1654 Zähler -0,7. Der EuroStoxx50 büßte 0,8 Prozent ein und schloss bei 3.694 Punkten.

Eine überraschenden Eintrübung der Stimmung in den europäischen Firmen machen Börsianer für die Talfahrt des Dax verantwortlich. Der Einkaufsmanagerindex ging um 0,5 Punkte auf 53,5 Zähler zurück, blieb aber über der Wachstumsschwelle von 50 Stellen. „Obwohl es eine deutliche Verbesserung der europäischen Wirtschaft gibt, ist das Spiel noch nicht gewonnen”, sagte Philippe Gijsels, Chef-Analyst von BNP Paribas Fortis Global Markets.

Fakten rund um den Dax

Die Anfänge

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung” fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Wer ist gelistet?

Im Dax sind die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse enthalten.

Wie wird der Dax berechnet?

Der Index wird sekündlich auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet und ist ein Performance-Index. Damit unterscheidet er sich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Wonach werden die Aktien gewichtet?

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Was entscheidet über die Aufnahme in den Dax?

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse nach diesen Kriterien eine Rangliste, die dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index dient. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Wie beeinflussen Dividenden den Index?

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Wer bestimmt über den Dax?

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt aber vier Mal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.

Sein Kollege Andreas Paciorek vom Online-Broker CMC Markets mahnte zur Besonnenheit: „Auch ohne diese Daten wäre der Deutsche Aktienindex wohl wieder ins Minus gerutscht.” Viele Anleger gingen derzeit lieber auf Nummer sicher und strichen Gewinne ein. Der Dax notierte am Donnerstag immer noch rund 20 Prozent über seinem Niveau vom Jahreswechsel.

Dabei gab es heute durchaus Nachrichten, welche die Börsianer hätten aufheitern können. Die Einkommenserwartungen der Bundesbürger haben im April den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht, geht aus dem monatlichen Konsumklimaindex des Marktforschungsunternehmens GfK hervor.

Der Konsumklimaindex prognostiziert für Mai einen Anstieg um 0,1 Zähler auf 10,1 Punkte, das ist etwas weniger als in den Monaten zuvor. Grund für den verlangsamten Zuwachs ist der unterschiedliche Verlauf der Teilindikatoren, die in den Index einfließen. Die Einkommenserwartungen stiegen im April, aber Anschaffungsneigung und Konjunkturerwartung gingen auf hohem Niveau etwas zurück.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Juan Garcias

23.04.2015, 08:20 Uhr

Ich bleibe dabei. Zu jedem normalen Markt gehören 1-2 Rücksetzer um die ca. 10% pro Jahr. Völlig normal & das Fehlen wäre eher unnormal. Der schwache EUR, Öl und vorallem QE werden noch für weitaus höhere Kurse sorgen. Buy the dip.

Herr Michael Müller

23.04.2015, 09:11 Uhr

Allein das Fehlen von Anlagealternativen wird die Kurse von Qualitätsaktien weiter steigen lassen.

Zudem dürfte ein Grexit wesentlich günstiger sein, als Griechenland weiterhin über Jahrzehnte zu alimentieren. Die Alimentierung Griechenlands wäre auch ein deutliches Signal für die restlichen "Krisenländer" Europas. Wer würde dann noch die Auflagen der EU einhalten? Keiner! "Idem ius Omnibus", Gleiches Recht für alle! Allein deshalb muß es einen Grexit geben. Alles andere ist alternativlos!

Juan Garcias

23.04.2015, 09:33 Uhr

Liebe HBO-Redaktion,

kleiner Tipp, falls Ihnen das mit dem "Grexit" als Grund zu langweilig wird, hier noch ein paar Alternativen:

1) Fehlende Impulse
2) Verfallstag
3) China
4) Draghi
5) Yellen
6) ZEW/ifo
7) Bloomberg
8) Steigender Euro

Sowohl für steigende als auch für fallende Kurse einsetzbar.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×