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08.12.2016

17:45 Uhr

Börse Frankfurt

Dax-Anleger feiern Draghis Worte mit Jahreshoch

VonIlias Stampoulis

Mit der Verlängerung ihres Anleihekaufprogramms lieferte die EZB das erhoffte Weihnachtsgeschenk. Der Dax legte fast 200 Punkte zu und knackte die 11.000-Punkte-Marke nicht nur, sondern ließ sie weit hinter sich.

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Düsseldorf/FrankfurtDer Dax hat die 11.000-Punkte-Marke dank der EZB nicht nur erklommen, sondern weit hinter sich gelassen. Erstmals in diesem schwierigen Börsenjahr 2016 sprang der Leitindex über den Meilenstein, den er das letzte Mal vor genau einem Jahr erreicht hatte. Und weil die Europäische Zentralbank mit einer Verlängerung ihres Anleihekaufprogramms die Märkte am Donnerstag zufrieden stellte, geht der noch junge Aufschwung bei Europas Aktien weiter. Der Dax ging am Ende ganze 1,8 Prozent fester bei 11.179 Punkten aus dem Handel.

Sein neues Jahreshoch markierte er bei 11.193 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 rückte 1,5 Prozent vor auf 3188 Zählern. Nach vier Monaten Seitwärtsbewegung scheint sich damit doch noch eine Jahresendrally ihren Weg zu bahnen. „Damit dürfte nunmehr der Grundstein für eine Jahresendrally gelegt worden sein“, schreiben etwa die Experten der britischen Investmentbank HSBC. Aktuell stellt sich EZB-Chef Mario Draghi den Fragen der Presse.

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Auf ihrer heutigen Ratssitzung beschlossen die Notenbanker eine Verlängerung des Anleihekaufprogramms bis mindestens Dezember 2017. Das Programm wäre im März 2017 ausgelaufen. Eine Verlängerung galt in der Finanzwelt als ausgemachte Sache. Mit Käufen bis zum nächsten Jahresende überraschten die Währungshüter die Börsianer aber positiv, war eine sechsmonatige Verlängerung bis September auf dem Parkett als die wahrscheinlichste Option gehandelt worden.

Gleichzeitig aber reduzierte die EZB-Führungsriege das monatliche Kaufvolumen. Bis März sollen weiterhin 80 Milliarden Euro pro Monat in die Märkte gepumpt werden, von April bis Dezember 2017 dann nur noch 60 Milliarden. Man sei aber jederzeit bereit, das Volumen zu erhöhen, betonte Mario Draghi anschließende. Das als Quantitative Easing bekannte Anleihekaufprogramm soll die Kreditvergabe stimulieren, damit sich die Inflation im Euro-Raum dem angestrebten Wert annähert, bei dem die Währungshüter von Preisniveaustabilität ausgehen.

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Von den anvisierten knapp zwei Prozent ist die Teuerungsrate aber noch weit entfernt. Genau deswegen flutet die Notenbank die Märkte mit Geld, was aber vorzugsweise auf die Aktienmärkte geht und so die Rally an den Börsen treibt. Mit ihrer extrem lockeren Geldpolitik versucht die EZB die Konjunktur in der Euro-Zone anzukurbeln, doch diese entwickelt sich nur schwerfällig.

Die Funktionsweise des Kaufprogramms: Weil die EZB so viele Staatsanleihen ihrer Mitgliedsländer kauft, sinken bei diesen Papieren die Renditen, was sie für Banken unattraktiv machen soll. Die Geldhäuser sollen dann wiederum ihr Geld in Form von Krediten in die Realwirtschaft leiten. Nicht nur Staatsanleihen, auch Schuldscheine von Privatunternehmen sind inzwischen Teil des Programms, das durch die Verlängerung auf ein Gesamtvolumen von 2,28 Billionen Euro kommt.

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Börsianer feierten vor allem Draghis anschließende Ausführungen währende der Pressekonferenz. Denn im Detail gibt es weitreichende Neujustierungen für das Programm. Von nun an können die Anleihekäufe auch Titel umfassen, die unterhalb des gewählten Referenzzinses von minus 0,4 Prozent liegen. Kritiker könnten das als erneuten Tabubruch auslegen. Damit geht die EZB möglichen Engpässen aus dem Weg, wie etwa bei den Bundesanleihen, von denen nicht wenige aufgrund der großen Nachfrage deutlich niedriger rentieren.

Kommentare (7)

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Herr Percy Stuart

08.12.2016, 09:30 Uhr

„Soll die EZB ihr Ankaufprogramm für Anleihen verlängern? Stand jetzt würde es Ende März 2017 auslaufen. Dann hätte die Notenbank rund 1,7 Billionen Euro in die Finanzmärkte kanalisiert.
Doch ein Stop im März könnte zu Turbulenzen an den Börsen führen. Dort geht man fest davon aus, dass Draghi verlängern wird, womöglich sogar bis Dezember 2017, um auch noch die Wahlen in Frankreich und Deutschland in einen weichen geldpolitischen Kokon einzubetten.
Wenn er verlängert, würden wohl weiter jeden Monat 80 Milliarden Euro in den Ankauf der Schuldscheine fließen.
Viel EZB-Geld fließt in überteuerte Immobilien und Aktienmärkte. Dort könnte sich die nächste Preisblase aufbauen.
Das billige Geld raubt dem Markt die Fähigkeit, Unrentables von Rentablem zu unterscheiden.
Es besteht die Gefahr, dass man Projekte zu einem Nullzins finanziert, die in der „normalen“ Zinswelt keine Chance hätten zu überleben.
Geld versickert nutzlos.“

(Quelle/Zitat: Süddeutsche Zeitung: Geld versickert nutzlos-Wieviel Schulden sind noch tragbar? vom 08.12.2016)

Herr Percy Stuart

08.12.2016, 09:31 Uhr

Die AKTIENMÄRKTE sind ÜBERTEUERT und trotzdem will man weiterhin Kleinanleger hineintreiben! WARUM?

Herr Chris Woodley

08.12.2016, 09:59 Uhr

Mit der EUPHORIE stirbt die HAUSSE.
ETF004 - Dax Short ;)

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