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19.08.2015

17:56 Uhr

Börse Frankfurt

Dax-Anleger flüchten vom Parkett

Dax-Anleger sind noch immer gebannt von den Turbulenzen in Fernost. Am Mittwoch rauschte der Leitindex nach unten. Zuletzt krachten außerdem die Ölpreise ein. Grund genug für viele, das Weite zu suchen.

Börse am Abend

Lanxess und Lufthansa bald nicht mehr im Dax?

Börse am Abend: Lanxess und Lufthansa bald nicht mehr im Dax?

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FrankfurtAn der Börse in Frankfurt stehen die Zeichen auf deutliche Kursverluste. Der Index eröffnete bereits im Minus und rutschte im Tagesverlauf 2,1 Prozent nach unten auf 10.682 Punkte – ein Verlust gegenüber dem Vortag von rund 230 Zählern.

Vor allem die wirtschaftlich angespannte Lage in China und der damit einhergehende Preisverfall der Rohstoffe sorgt dafür, dass zahlreiche Börsianer die Aktienmärkte derzeit meiden. Am Donnertagnachmittag sind die Ölpreise heftig eingekracht. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee und das US-Öl WTI verbilligten sich jeweils drei beziehungsweise vier Prozent auf rund 47 und 40,7 Dollar je Barrel.

Auch der chinesische Aktienmarkt sorgt nicht eben für Ruhe. Die Festlandbörsen in Shanghai und Shenzhen waren im Handelsverlauf am Mittwoch zunächst um mehr als fünf Prozent abgesackt, bevor die Indizes am Ende sogar deutlich ins Plus drehten. Händler begründeten dies mit der Hoffnung, dass die Regierung die Aktienmärkte stützen könnte. Seit zwei Monaten bereits erleben Chinas Börsen eine extreme Berg- und Talfahrt angesichts der Unsicherheiten über die chinesische Wirtschaft.

Die vier größten Risiken für die deutsche Wirtschaft

Stabile Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft hat ihr Wachstum im zweiten Quartal leicht beschleunigt – vor allem dank boomender Exporte und kauffreudiger Verbraucher. Während Rekordbeschäftigung, steigende Löhne und niedrige Inflation den Konsum auch künftig ankurbeln dürften, steht eine Fortsetzung des Exportaufschwungs auf wackligeren Beinen. Das sind die größten Risiken für die deutsche Wirtschaft. (Quelle: Reuters)

China

Erst der Börsencrash, dann ein Exporteinbruch, jetzt eine Währungsabwertung: In China läuft es nicht mehr rund. In diesem Jahr droht das schwächste Wachstum seit einem Vierteljahrhundert. Das sind schlechte Nachrichten für die deutsche Wirtschaft, hat sich die Volksrepublik doch zu einem ihrer wichtigsten Kunden entwickelt. Waren im Wert von 75 Milliarden Euro verkaufte sie 2014 dort – nur in Frankreich, den USA und Großbritannien setzte sie noch mehr um.

Schwellenländer

Auch in anderen großen Schwellenländern ist nach Jahren des Booms Ernüchterung eingetreten. Russland steckt auch durch die westlichen Sanktionen wegen des Vorgehens in der Ukraine in einer schweren Rezession. Brasilien macht der Preisrückgang bei vielen Rohstoffen zu schaffen, während Korruptionsskandale die Wirtschaft lähmen. Auch in der Türkei ist die Hoch-Zeit erst einmal vorbei. Etwa 40 Prozent der deutschen Exporte gehen inzwischen in die großen Schwellenländer. Die Flaute dort dämpft die Nachfrage nach Waren „Made in Germany“.

Griechenland

Der klamme Staat ringt derzeit mit seinen internationalen Geldgebern um ein drittes Hilfspaket von rund 92 Milliarden Euro. Die dafür geforderten Sparmaßnahmen und Reformen drohen allerdings die Regierungspartei Syriza zu zerreißen, weshalb es noch in diesem Jahr zu Neuwahlen kommen könnte. Zwar gehen nicht einmal 0,5 Prozent der deutschen Exporte nach Griechenland. Doch eine verschärfte Debatte um einen Euro-Abschied könnte deutsche Unternehmen wegen der dann drohenden Marktturbulenzen verunsichern und zurückhaltender investieren lassen.

US-Zinswende

Im September wird wohl die US-Notenbank Fed erstmals seit Jahren ihren Leitzins anheben, erwarten die meisten Ökonomen. Weil Anlagen in der weltgrößten Volkswirtschaft damit attraktiver würden, könnten Investoren Geld aus vielen anderen Ländern abziehen – von Lateinamerika bis Asien. Dadurch drohen Turbulenzen an den Aktien- und Devisenmärkten, die Gift für Investitionen und Konsum sind. Zumal einige rohstoffreiche Länder wie Brasilien wegen der gefallenen Weltmarktpreise ohnehin unter Druck stehen. Die ohnehin lahmende Weltkonjunktur könnte dadurch weiter geschwächt werden – auch zum Schaden Deutschlands.

Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba merkte kritisch an, dass sich auch insgesamt die wirtschaftliche Lage in verschiedenen Schwellenländern immer mehr eintrübe. Insofern nähmen die Risiken an den Aktienmärkten zu. Zudem rückt Griechenland wieder stärker in den Blick: Der Bundestag stimmt in einer Sondersitzung über neue Milliardenhilfen für Athen ab.

„Anleger erleben derzeit mit der Unsicherheit in China, den abwertenden Schwellenlanddevisen und der Aussicht auf eine Leitzinsanhebung in den USA die ultimative Abschreckung”, stellt auch Jonathan Ravelas von der BDO Unibank in Manila fest. Jetzt werde das Geld zusammengehalten, und zwar „bis der Rauch sich wieder legt”.

Kommentare (11)

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Herr walter rehm

19.08.2015, 09:28 Uhr

Das Tagestief natürlich VORbörslich

Herr walter rehm

19.08.2015, 15:29 Uhr

Falsch sowohl gestern als auch heute war das Tageshoch VOR Eröffnung des Xetrahandels.
Geld vermehrt man zur Zeit mit Puts die man ausserbörslich kauft

Account gelöscht!

19.08.2015, 16:34 Uhr

Hahaha, einer fällt immer darauf rein.

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