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15.04.2016

17:49 Uhr

Börse Frankfurt

Dax-Anleger gönnen sich Verschnaufpause

VonIlias Stampoulis

Nach starken Handelstagen mit einem Plus von fast sechs Prozent fehlt im Freitagshandel der Ansporn. Anleger machen Kasse und drücken den Dax moderat ins Minus. Die 10.000-Punkte-Marke ist aber nicht in Gefahr.

Börse am Abend

Dax hält 10.000 Punkte zum Wochenende

Börse am Abend: Dax hält 10.000 Punkte zum Wochenende

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FrankfurtDer deutsche Aktienmarkt hat am Freitag leicht nachgegeben. Nach fünf Gewinntagen in Folge und einem Plus von nahezu sechs Prozent ging es zum Wochenausklang etwas runter für den Dax. Der Index ging 0,4 Prozent tiefer aus dem Handel bei 10.051 Punkten. Mit der starken Wochenperformance im Rücken schauten Anleger mit Spannung nach China, wo neue Daten eine Stabilisierung der ins Stocken geratenen Konjunktur anklingen ließen, das Parkett aber auch nicht großartig in Bewegung versetzten. Für einen weiteren Anstieg fehlten schlicht die klaren Impulse.

Das Bruttoinlandsprodukt der zweitgrößten Volkswirtschaft ist im ersten Quartal des Jahres um 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Dies ist zwar das geringste Wachstum seit den Ausläuferquartalen der Finanzkrise, 2009, und sorgt wahrlich nicht für Freudensprünge – der Wert erfüllt immerhin die Prognosen der Ökonomen die den Anstieg auf zwischen 6,7 und 6,8 Prozent bezifferten. Doch es gab trotzdem positiv stimmende Signale. So legte die Industrieproduktion im März ganze 6,8 statt der prognostizierten 5,9 Prozent zu.

Fakten rund um den Dax

Die Anfänge

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung” fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Wer ist gelistet?

Im Dax sind die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse enthalten.

Wie wird der Dax berechnet?

Der Index wird sekündlich auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet und ist ein Performance-Index. Damit unterscheidet er sich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Wonach werden die Aktien gewichtet?

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Was entscheidet über die Aufnahme in den Dax?

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse nach diesen Kriterien eine Rangliste, die dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index dient. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Wie beeinflussen Dividenden den Index?

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Wer bestimmt über den Dax?

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt aber vier Mal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.

Auch der Einzelhandel stach die Erwartungen aus und steigerte seinen Märzumsatz um 10,5 Prozent. Damit deutet sich an, dass die Konjunkturabkühlung ihren Boden erreicht hat und eine Stabilisierung einsetzen könnte. Das Reich der Mitte hatte seit mehreren Monaten mit einer sinkenden Nachfrage zu kämpfen, die sich in anderen Schwellenländern und den tiefen Rohstoffnotierungen widerspiegelte. Bisher verlief die von Peking ausgerufene Transformation der Wirtschaft hin zu einer reiferen, auch auf den Binnenmarkt bauenden Ökonomie dementsprechend holprig. Zum Anfang des Jahres waren die überhitzten Lokalbörsen durch schwache Daten stark ins Wanken geraten und hatten weltweit für einen desolaten Aktienmonat Januar gesorgt.

Seitdem gerieten Konjunktureingaben aus China mehr und mehr in den Fokus der Anleger. Nicht selten lösten sie im vergangenen Halbjahr bei unerwartetem Ausgang Turbulenzen aus. Am Mittwoch waren sie es, die denn Dax wieder in die Fünfstelligkeit hievten. „Ich denke, diese ganze Besessenheit mit einer harten chinesischen Landung ist ein bisschen zu viel“, kommentiere Suan Teck Kin nun die aktuellen Zahlen. Der Experte der United Overseas Bank in Singapur sieht Indizien dafür, dass sich die Volkrepublik gefangen hat. Einige Profis schätzen die Stimmung auf den verunsicherten Märkten ohnehin schlimmer ein, als es die Realität in der Wirtschaft hergibt. Zusätzlich sollte man die Fragen nach der Belastbarkeit der Zahlen aus Peking beachten.

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Neben einer simplen Ausgelaugtheit und den Fragen um China mahnt am Freitag ein dritter Punkt zur Zurückhaltung – der Ölpreis. Nach mehreren Ankündigungen und öffentlichen Statements kommen am Sonntag wichtige Ölförderstaaten zusammen, um dem Überangebot und den damit verbundenen Preisverfall des weltweit wichtigsten Rohstoffes, Einhalt zu gebieten. Ob sich Russland und die Länder des Opec-Kartells tatsächlich auf ein Einfrieren der Fördermengen einigen können, ist noch völlig offen.

In Antizipation dieser Situation, in der die Ölstaaten trotz gegensätzlicher Interessen immer weiter unter Zugzwang geraten, konnte sich der Fasspreis der entscheidenden Sorten in den letzten Wochen wieder stabilisieren. Auch heute verteuerten sich die Barrels Brent und WTI etwas. So oder so – das Treffen wird das bestimmende Börsenthema am Montag sein.

Durch die Bank weg gaben Europas Börsen am Freitagnachmittag leicht bis moderat nach. Der Leitindex der Währungsunion, der Euro-Stoxx-50, kam mit einem Abschlag von 0,4 Prozent auf 3046 Punkte. Ein ähnliches Bild in der zweiten Frankfurter Reihe. Die Nebenwerte im MDax verloren 0,4 Prozent auf 20.367 Zähler, der TecDax ebenfalls 0,4 Prozent bei dann 1651 Stellen.

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