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04.09.2013

17:47 Uhr

Börse Frankfurt

Dax-Anleger orientieren sich an der Wall Street

Die Nachrichtenlage ist unverändert. Noch immer bleibt das Thema Syrien brisant. Allerdings blickten die Dax-Anleger heute nach Amerika. Dort zogen die Kurse an. Für viele reichte das, um an die Märkte zurückzukehren.

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FrankfurtLange sah es nach einem weiteren schwachen Handelstag aus. Schon zu Beginn gab der Dax nach. Bis zum Nachmittag vergrößerte sich das Minus auf knapp ein Prozent. Doch mit Eröffnung der US-Börsen änderte sich das Bild. Obwohl durch keinerlei positiven Impulse erklärbar, schienen die Anleger mit der positiv notierenden Wall Street das Interesse an Aktien wieder zurückbekommen zu haben. Der Dax reduzierte zunächst augenblicklich seine Verluste, später gelang ihm sogar der Sprung ins Plus. Am Ende notierte der Leitindex immerhin 0,2 Prozent fester auf 8196 Punkte.

In der zweiten Reihe sprang der TecDax mit 0,6 Prozent auf 1042 Punkte ebenfalls ins Positive. Der MDax hingegen musste einen Abschlag von 0,2 Prozent auf 14.515 Zähler hinnehmen.

In den USA war der schwache Start schnell vergessen. Nach Frankfurter Börsenschluss verzeichnete der Dow Jones ein Plus von 0,6 Prozent auf 14.920 Punkte. Der S&P-500 lag 0,7 Prozent im Plus. Der Nasdaq stieg sogar um 0,9 Prozent.

Ein Auslöser des Stimmungsumschlags konnte nicht ausgemacht werden. Zwar stiegen in den USA die Autoabsatzzahlen, wirklich relevant für die Aktienmärkte waren diese Daten aber nicht.

Der Börsenexperte Uri Landesman von Platinum Partners sagte, die Kurse gingen derzeit rauf und runter angesichts der Spekulationen, wann es einen Militärschlag geben werde und wie genau dieser aussehe. Die Furcht vor einer Eskalation der Krise sorgt seit Tagen für einen nervösen Handel. Seit vergangenen Montag schwankt der Dax zwischen 8000 und 8400 Punkten hin und her. Der Volatilitätsindex VDax spiegelt diese Entwicklung bis zum Nachmittag wieder. In der Spitze stieg er um 5,8 Prozent. Später beruhigte sich die Lage wieder. Am Ende sank der VDax um ein Prozent.

„Es ist schwer für die Märkte, zurzeit stabilen Grund zu finden“, sagte Händlerin Anita Paluch vom Broker Gekko in London. „Und das alles wegen der Situation rund um Syrien“, ergänzte sie.

Mit der Rückendeckung für Obama wird ein Militärschlag gegen Syrien wahrscheinlicher. In den USA stellte sich der Republikaner John Boehner - Obamas wichtigster politischer Gegenspieler - hinter die Syrien-Pläne des Präsidenten. Auch andere hochrangige Politiker sprachen sich für einen Angriff wegen eines mutmaßlichen Giftgas-Einsatzes durch die syrische Führung aus. Obama will den Kongress über sein Vorhaben abstimmen lassen.

Nach Börsenschluss (20:00 Uhr MESZ) werden sich die Blick nach Amerika richten. Dann werden die Beige Books der Federal Reserve veröffentlicht. Händler versprechen sich von den Mitschriften der geldpolitischen Sitzungen weitere Hinweise auf das Vorgehen der US-Notenbank.

Die morgige Veröffentlichung des ADP-Arbeitsmarktberichts des privaten Sektors wird weitere Hinweise auf die Fed-Politik liefern. Experten prognostizieren einen Zuwachs von 180.000 bis 210.000 Stellen. Sollte die obere Intervallgrenze erreicht werden, dürfte eine Drosselung des Anleihekaufprogramms der Fed immer wahrscheinlicher werden.

Thyssen-Krupp muss einen Verkauf seiner Übersee-Stahlwerke womöglich vorerst abhaken. "Plan B ist, die Werke zu behalten", sagte eine mit den Überlegungen vertraute Person Reuters nach Beratungen des Aufsichtsrats. „Man kann nicht ewig verhandeln, wenn die andere Seite nur den Preis drücken will.“ Es könne auch die Produktion in den Verluste schreibenden Werken in Brasilien und den USA zurückgefahren werden, um Kosten zu sparen. Es gebe kaum noch eine Chance, die Fabriken zu verkaufen, sagte ein zweiter Insider. An den Aktienmärkten war die Enttäuschung deutlich zu sehen. Die Anleger verkauften ihre Anteilsscheine und ließen die Aktien des Stahlherstellers 1,5 Prozent ins Minus fallen.

Kommentare (37)

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Pepito

04.09.2013, 08:55 Uhr

Folgendes Muster wäre typisch für die letzten Handelstage:

Vorbörslich gings erstmal nach anfänglichem Anstieg runter, Anleger kaufen Calls, weil sie mit einer Erholung rechnen. Der Dax macht das die ersten Handelsminuten mit & geht dann wieder auf unter 8200 zurück.

Wer heute im Hinblick auf Syrien Aktien kauft (außer Öl- und Rüstungswerte) weiss ich beim besten Willen nicht. Muss entweder jemand sein, der nicht sein eigenes Geld investiert oder mit sehr, sehr langem Anlagehorizont.

Beobachter

04.09.2013, 09:07 Uhr

Alles spielt sich mittlerweile außerhalb der regulären Handelszeiten ab
Gestern auch wieder VOR Handelsstart Tageshoch und nach Börsenschluss
das Tagestief. Freitag nach Börsenschluss gar Kurse von 8085

http://m.welt.de/article.do?id=finanzen/article119677613/EU-will-Schattenbanken-regulieren&cid=finanzen

Pepito

04.09.2013, 09:28 Uhr

@Beobachter

Das deckt sich auch mit meiner Wahrnehmung. Was hat das mit Schattenbanken zu tun? Vor-/nachbörslich geht das ganze ja auch schon mit sehr geringen Umsätzen.

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