Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.12.2012

17:51 Uhr

Börse Frankfurt

Dax-Anleger proben Winterschlaf

Die Jahresendrally geht weiter - wenn auch nur sehr träge. Dax-Anleger schwankten am Montag zwischen Unsicherheit und Optimismus. Das größte Thema am Markt blieb der Haushaltsstreit der USA.

Ein Händler an der Frankfurter Börse. Ein lahmer Dax-Wochenstart. dpa

Ein Händler an der Frankfurter Börse. Ein lahmer Dax-Wochenstart.

FrankfurtDer Streit um den US-Haushalt hat zum Wochenstart die Stimmung der Marktteilnehmer geprägt. Da immer noch keine Einigung vorlag, hielten sich die Investoren überwiegend zurück. Der Dax schloss nach einigen Schwankungen 0,1 Prozent höher bei 7.604 Punkten.

Im frühen Vormittagshandel hatte der Leitindex noch ein neues Jahreshoch von 7.627 Punkten erreicht. Den restlichen Handelstag über wirkte der Markt wie im Winterschlaf. In den USA stünden die Chancen für eine vorübergehende Anhebung der Schulden-Obergrenze derzeit zwar bei 90 Prozent, sagte Anlage-Strategin Michala Marcussen von der Societe Generale. „Aber jeder Tag der Tatenlosigkeit verringert diese Zahl.“

So beeinflussen die US-Etatverhandlungen die Börsen

Szenario I: Einigung

Demokraten und Republikaner verständigen sich auf einen Haushalt, der einen Mix aus Steuererhöhungen für Wohlhabende und Ausgabenkürzungen beinhaltet.

"Die Wahrscheinlichkeit einer Einigung liegt bei 50 Prozent, denn wir befinden uns nicht mehr im Wahlkampf", sagt Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. "Dollar und die Aktienmärkte werden von einer Einigung profitieren." Wegen der starken Exportorientierung der deutschen Wirtschaft könne beim Dax mit einem überdurchschnittlichen Plus gerechnet werden.

Gertrud Traud, Chef-Volkswirtin der Helaba, betont dagegen, eine große Erleichterungsrally sei nicht zu erwarten. Schließlich werde allseits mit einer Einigung gerechnet. Auch Marktanalyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz äußert sich skeptisch. Angesichts der kräftigen Kursgewinne in den vergangenen Wochen sei das Enttäuschungspotenzial gewachsen.

Szenario II: Hängepartie

US-Präsident und Parlament einigen sich auf einen Minimal-Kompromiss, der vor allem die Anhebung der Schuldenobergrenze vorsieht. Damit verschaffen sie sich Luft für weitergehende Verhandlungen.

Dieses Ergebnis und eine umfassende Einigung machten für Anleger keinen großen Unterschied, sagt Otmar Lang, Chef-Anlagestratege der Targobank. "Dass es bei den Verhandlungen Reibungsverluste gibt, ist klar. Man wird zu einer Lösung kommen, die den USA nicht schadet. Und was den USA nicht schadet, schadet auch den Märkten nicht."

Szenario III: Keine Einigung

Die US-Politik kann sich nicht auf einen neuen Haushalt einigen. Steuererleichterungen laufen aus und die automatischen Ausgabenkürzungen greifen. Das Land stürzt über die "Fiskalklippe" in eine Rezession.

Dies würde die chinesische Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen und damit auch eine Gefahr für das weltweite Wachstum, warnt Analyst Ruland. "Der Dollar wird voraussichtlich nicht allzu tief fallen, denn schließlich hat die Euro-Zone ebenfalls Probleme. Denkbar wäre eine Aufwertung des chinesischen Yuan."

Lang & Schwarz-Experte Amato malt ein weniger schwarzes Bild. "Wir haben einige Fallschirme im Gepäck." Die Notenbanken - allen voran die Federal Reserve Bank der USA - würden mit frischen Geldspritzen sicher alles daran setzen, einen Absturz der Weltwirtschaft zu verhindern.

Das Angebot einer Steuererhöhung für Einkommensmillionäre durch die Republikaner wertete sie grundsätzlich positiv, allerdings liege die Schwelle deutlich höher als beim Obama-Lager, das bereits Einkommen ab 250.000 Dollar jährlich stärker zur Kasse bitten will. „Das würde ein Loch in Obamas Ziel von 1,4 Billionen Dollar an Steuer-Mehreinnahmen reißen“, betonte Marcussen.

Auch die Analysten der National-Bank bezweifelten, dass sich die Demokraten auf den Vorschlag der Republikaner einlassen. Schließlich sei dieser an Kürzungen von Sozial-Leistungen geknüpft. „Obwohl sich die Verhandlungsparteien im Laufe dieser Woche sicher mehrfach beraten werden, ist es wenig wahrscheinlich, dass bis Ende der Woche noch ein tragfähiger Kompromiss gefunden wird, der zum 1. Januar 2013 in Kraft treten kann.“

Börse Frankfurt am Mittag

Video: Börse Frankfurt am Mittag

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die Analysten der Schweizer Privatbank Pictet & Cie gehen davon aus, dass die USA eine Lösung in ihrem Haushaltsstreit finden werden und das Wachstum in der weltgrößten Volkswirtschaft wieder anziehen wird. Damit sollten auch die derzeit sehr niedrigen Gewinnerwartungen im Jahresverlauf wieder nach oben revidiert werden, erklärte Finanzmarktexperte Alfred Roelli. Die Umsätze dürften heute gering bleiben. In der letzten kompletten Handelswoche des Jahres werden viele Anleger ihre Bücher wohl schon geschlossen haben und 2012 ad acta gelegt haben.

Griechenland hat Schuldenrückkauf abgeschlossen

Griechenland hat den Rückkauf eigener Staatsanleihen im Wert von 31,9 Milliarden Euro unter Dach und Fach gebracht. Alle Angebote der Investoren seien akzeptiert worden, teilte das Finanzministerium am Montag in Athen mit. Griechenland hat für den Kauf knapp 11,3 Milliarden Euro ausgegeben, die es zuvor von seinen internationalen Geldgebern bekommen hatte.

Die Staatsanleihen wurden zu einem durchschnittlichen Preis von 33,8 Prozent des Nennwertes zurückgekauft. Damit konnte der klamme Staat seinen Schuldenstand drücken, und so den Weg für neue Hilfsgelder freimachen. Die Euro-Länder gaben vorige Woche grünes Licht für knapp 50 Milliarden Euro. Davon sollten 34,3 Milliarden Euro noch am Montag überwiesen werden. 

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

17.12.2012, 09:25 Uhr

Prima! Meine Salami-Verkaufstaktik setzte ich auch heute weiter fort (genauso wie beim Kaufen). Jetzt auch die BMW teilweise angefangen zu liquidieren (bei 72 1K). Die restlichen 4K liegen bei 72,25, 72,5, 72,75 und 73.
Die 3K übriggebliebenen BASF wurden heute schon auf 2K reduziert (1K weg bei 72,75). Die verbliebenen werden jeweils 1K bei 73 und 73,25 exekutiert. Und gleichzeitig wird der SL für alle Bestände auf +10% (69,30) weiter hochgezogen (69,30). Die Investitionsquote sinkt somit momentan auf unter 50% von in der Spitze 86%.
Wenn alles verkauft ist, dann "schließe ich auch meine Bücher", gehe in den Winterschlaf und warte bis der Markt um 500 bis 1000 Punkte gefallen ist, um mal wieder billig einsteigen zu können. Oder es einzelne Sondersituationen gibt (FB, Nokia etc.). Bis dahin liegt das Geld wieder auf dem Tagesgeldkonto und wird dort mit 2% verzinst.

Account gelöscht!

17.12.2012, 10:02 Uhr

So sieht also ne Jagd nach dem neuen Jahreshoch aus?
Ok kann sein aber hält mich nicht davon ab weiter auf fallende Kurse zu setzen.
Seit 7640 investiert und bisher siehtws ganz gut aus.
Mal schauen was um 11 Uhr so für Zahlen kommen.

GottoGott

17.12.2012, 11:43 Uhr

@silokonbrueste.de

Du bist mein Held! Ein bischen neidisch bin ich schon...wenns so ist wie beschrieben, dann wurde alles richtig gemacht! Aber nun ist auch gut mit der Nabelschau!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×