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16.02.2017

18:09 Uhr

Börse Frankfurt

Dax-Anleger scheuen den großen Sprung

Der deutsche Leitindex will einfach nicht vom Fleck kommen. Am Donnerstag schließt der Dax leicht im Minus. Erwärmen können sich Anleger für Aktien der Lufthansa. Commerzbank-Titel sind der größte Verlierer.

Börse am Abend

Dax im Minus — Skandal bei der Deutschen Börse lässt Positiv-Bilanz verblassen

Börse am Abend: Dax im Minus — Skandal bei der Deutschen Börse lässt Positiv-Bilanz verblassen

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FrankfurtDer Dax hat am Donnerstag gegenüber der Wall Street weiter an Boden verloren. Während die US-Börsen zuletzt laufend neue Bestmarken aufgestellt haben, scheint für den deutschen Leitindex selbst das Jahreshoch von 11.893 Punkten eine zu hohe Hürde zu sein. Zum Börsenschluss notiert der Dax 0,3 Prozent schwächer bei 11.757 Punkten.

Den Experten des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar schwant nichts Gutes: „Je länger ein Ausbruch über das bisherige Jahreshoch auf sich warten lässt, desto ungeduldiger werden die Anleger“, warnten sie in einem aktuellen Kommentar. Damit steige die Gefahr einer Korrektur.

Das Protokoll der jüngsten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgte ebenso wenig für Impulse wie durchwachsene Konjunkturnachrichten aus den USA. Europas Währungshüter sehen sich beim Kampf gegen die zu niedrige Inflation noch nicht am Ziel. Bei der jüngsten Zinssitzung hätten die Mitglieder des geldpolitischen Rates weitgehend darin übereingestimmt, die lockere Geldpolitik beizubehalten, hieß es in dem Protokoll.

Zudem belaste auch der andauernde Poker um die Hilfe für Griechenland die Stimmung, sagte ein Börsianer. Die Geldgeber und die Regierung in Athen haben ihre Meinungsverschiedenheiten über die Erfüllung griechischer Reformzusagen bislang nicht überwunden. Von einem erfolgreichen Abschluss der aktuellen Prüfrunde hängt ab, ob Griechenland weitere Milliarden aus dem Hilfsprogramm über bis zu 86 Milliarden Euro erhält.

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

Der MDax fiel leicht auf 23.298 Punkte zurück. Er hatte gemeinsam mit dem Nebenwerteindex SDax tags zuvor noch seinen Höhenflug fortgesetzt. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es ebenfalls leicht auf 1.891 Zähler nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab ebenfalls leicht auf 3.308 Punkte nach.

Im Mittelpunkt standen einmal mehr die jüngsten Unternehmens-Geschäftszahlen. Bei den Lufthansa-Aktionären hielt die Freude über eine Teillösung im Gehaltsstreit mit den Piloten an – hinzu kamen gute Geschäftszahlen des Konkurrenten Air France-KLM. Die Papiere der Fluggesellschaft gewannen rund zwei Prozent, was den Spitzenplatz im Dax sowie den höchsten Kurs seit Mai vergangenen Jahres bedeutete.

Aktien der Deutschen Börse legten um über ein halbes Prozent zu. Der Frankfurter Börsenbetreiber habe im vergangenen Jahr besser als von ihm und vom Markt erwartet abgeschnitten, lobte Analyst Philipp Häßler von der Investmentbank Equinet. Dagegen enttäusche der Ausblick auf 2017 etwas. Der wesentliche Kurstreiber bleibt laut Börsianern die geplante Fusion mit dem Wettbewerber London Stock Exchange (LSE).

Dagegen zollten die Anteilsscheine von Commerzbank und Deutsche Bank ihrer jüngsten Zwischenerholung Tribut, beide Werte mussten Kursverluste hinnehmen: Der Kurs der Deutsche-Bank-Aktie gab um knapp zwei Prozent nach, Commerzbank-Titel verloren 2,5 Prozent und waren damit der Verlierer im Dax .

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Ähnlich erging es den im MDax gelisteten Fielmann-Aktien, die seit Anfang Dezember eine bemerkenswerte Kursrally hingelegt hatten. Sie verloren knapp ein halbes Prozent. Fuchs Petrolub gingen annähernd unverändert aus dem Handel und zeigten sich damit recht unbeeindruckt von den aktuellen Zahlen. Die endgültigen Jahresresultate des Schmierstoffherstellers entsprächen den im Januar veröffentlichten ersten Indikationen, schrieb Analyst Markus Mayer von der Baader Bank. Zudem sei der Ausblick für 2017 erwartungsgemäß vage ausgefallen.

Spekulationen über einen Einstieg des belgischen Investors Albert Frere bei Hugo Boss haben Anleger angelockt. Die im MDax notierte Aktie des schwäbischen Modekonzerns legte am Donnerstag in der Spitze um knapp neun Prozent auf 65,54 Euro zu und markierte damit ein Zwölf-Monatshoch. „Das zeigt, dass Investoren offenbar wieder Vertrauen in Boss bekommen“, sagte ein Händler. Bei Börsenschluss lag die Aktie noch 6,5 Prozent im Plus und war damit Spitzenreiter im Index der mittelgroßen Werte.

Im SDax erfreute Takkt die Anleger mit einem Kursanstieg von über dreieinhalb Prozent. Der auf Büroausstattung spezialisierte Versandhändler konnte seinen Jahresumsatz und den Gewinn deutlich steigern und will die Dividende anheben. Spitzenreiter war der Immobilieninvestor Patrizia Immobilien, dessen Papiere um gut fünf Prozent zulegten.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,12 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 142,22 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,09 Prozent auf 163,53 Zähler. Der Kurs des Euro stieg auf 1,0638 US-Dollar. Am Mittwoch hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,0555 (Dienstag: 1,0623) Dollar festgesetzt.

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