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05.11.2012

17:41 Uhr

Börse Frankfurt

Dax-Anleger vor US-Wahl skeptisch

Kurz vor den US-Wahlen haben sich die Investoren am deutschen Aktienmarkt nicht aus der Deckung getraut. Auch Diskussionen um Griechenland belasteten die Stimmung und ließen Finanzwerte einknicken.

Ein Händler an der Frankfurter Börse: Der Montag endete mit Verlusten. dapd

Ein Händler an der Frankfurter Börse: Der Montag endete mit Verlusten.

FrankfurtDie bevorstehende US-Wahl hat bei Anlegern zum Wochenstart europaweit für Unbehagen gesorgt. „Die beiden entscheidenden Fragen sind: Wie wird die Wahl ausgehen und wie werden die Märkte reagieren?“, sagte Marktanalyst Roger Peeters vom Bankhaus Close Brothers Seydler. Der Dax lag den ganzen Handelstag im Minus und schloss 0,51 Prozent tiefer bei 7.326 Punkten, der Euro-Stoxx verlor rund ein Prozent.

Die Investoren scheinen keine klaren Präferenzen zu haben. „Offenbar gehen sie davon aus, dass beide die Probleme ähnlich angehen werden.“ Anderen Experten zufolge wäre den Händlern ein Sieg von Obama lieber als der seines republikanischen Herausforderers Romney: Ein Machtwechsel würde schon allein wegen Romneys Kritik an Fed-Chef Bernanke am Markt für Unsicherheit sorgen, sagen sie.


Dax-Aktien im Check A-D

Adidas

Mit Abstand europäischer Marktführer, seitdem Konkurrent Puma ins Straucheln gekommen ist. Stabile Geschäftsentwicklung, weiteres Wachstum in Sicht. Analytisch nicht billig, aber stabile Halteposition.

Quelle: Wiwo.de, Anton Riedl, 12.10.2012

Allianz

Operative Fortschritte im klassischen Versicherungsgeschäft, allerdings bleibende Unsicherheiten durch aktuelle Schuldenkrise. Kurstechnisch zuletzt vielversprechende Entwicklung – große Aufwärtswende bis nächstes Jahr möglich.

BASF

Durch breites Produktspektrum immer weniger anfällig vom reinen Chemiezyklus; strategisch vielversprechender Ausbau der Agrarchemie. Bewertung akzeptabel, Dividende gut, bei Schwäche kaufen.

Bayer

Starke Kursentwicklung trotz gemischter Nachrichtenlage. Gleicht Schwäche im Pharma-Kerngeschäft zunehmend besser aus; strategischer Ausbau in Richtung Pflanzenschutz aussichtsreich. Kurzfristig Rücksetzer möglich, dann interessant als Basisinvestment.

Beiersdorf

Sehr trendstarke Aktie, oft gegenläufige Entwicklung zum Dax, analytisch nicht billig, aber durch neues Management und Strategie wieder interessant, Dauerinvestment.

BMW

Zuletzt wieder merklich stabilisiert, auch durch gute Absatzzahlen. Bewertung günstig, Dividende gut, Kaufsignal bei Kursanstieg über 63 Euro.

Commerzbank

Nach heftigem Absturz hohes, aber sehr spekulatives Erholungspotenzial. Analytische Zahlen je Aktie durch Rettungsaktionen verwässert, deshalb fundamental keineswegs billig. Kurstechnisch riskant, aber Wende nach oben durchaus möglich; heißeste Aktie im Dax.

Continental

Nach jüngstem Kursanstieg erst Beruhigung abwarten. Aktie keineswegs günstig, starke Konkurrenz durch neue Offensive von Bridgestone. Wenig Dividende, kein Kauf.

Daimler

Derzeit schwächster Autowert, kurstechnisch angeschlagen. Modellpolitik schwierig, wird immer stärker von Konkurrenten bedrängt. Hat mit zyklischem Lastwagengeschäft dazu eine offene Flanke. Kein Kauf.

Deutsche Bank

Chance auf Turn-around besteht, doch große Unsicherheit durch die Umwälzungen der Branche. Bewertung nicht überzogen, substanziell und operativ deutlich stärker als Commerzbank.


Ob US-Präsident Barack Obama oder sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney gewinnt, spiele nur eine untergeordnete Rolle, bemerkte hingegen Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. „Das wirkliche Worst-Case-Szenario wäre ein Patt oder ein langer Streit um das Wahlergebnis.“ Dieses politische Vakuum könnten sich die USA angesichts der wirtschaftlichen und haushaltspolitischen Probleme kaum erlauben.

Dax-Aktien im Check D-I

Deutsche Börse

Nach Fehlschlag der Fusion mit Nyse Euronext Wachstum aus eigener Kraft. Langfristig stabiles Geschäftsmodell mit nachhaltigen Gewinnen; kurzfristige Entwicklung eher unsicher. Indifferentes Kursbild.

Quelle: Wiwo.de, Anton Riedl, 12.10.2012

Deutsche Lufthansa

Anfällig für Schwankungen der Treibstoffpreise und konjunkturbedingter  Auslastungen. Kurstechnisch in der Bodenbildung, fundamental noch keine Zeichen einer Erholung erkennbar.

Deutsche Post

Geschäftliche Entwicklung zuletzt erstaunlich stabil, gute Dividende, Bewertung nicht überzogen. Daueranlage mit eher begrenzten Kurschancen.

Deutsche Telekom

Zuletzt sogar auf dem schwierigen US-Geschäft Fortschritte, in Deutschland läuft die Offensive gegen Dauerrivalen Vodafone. Kurstechnisch in großer Bodenbildung, Dividende sollte auch nach Auslaufen der bisherigen Garantie überdurchschnittlich hoch bleiben. Für langfristige Anleger.

Eon

Gewinner der abermaligen Energiewende. Umstrukturierung durch neues Management kommt voran, Schuldenabbau muss noch weiter gehen. Bleibt großer Spieler auf dem Energiemarkt, operative Erfolge sollten weiterhin ansprechende Dividende ermöglichen. Kurstechnisch vielversprechende Aufwärtswende.

Fresenius SE

Tritt schrittweise aus dem Schatten der dominierenden Tochter FMC. Durch breiteres Geschäft weniger risikoanfällig, dennoch Profiteur des weltweiten Wachstumsmarkts Gesundheit. Bewertung noch angemessen, Daueranlage.

Fresenius Medical Care

Weltweiter Marktführer bei Dialyse, stabile Wachstumsraten. Expansion in Asien sollte weiteres Potenzial erschließen. Als Daueranlage eignet sich mittlerweile die Muttergesellschaft eher.

HeidelbergCement

Aktie und Unternehmen mit hoher Volatilität – also hohem Risiko. Analytisch keineswegs billig, geringe Dividende.

Henkel

Konnte sich in den vergangenen Jahren durch strategische Weiterentwicklung schrittweise von der Anfälligkeit eines zyklischen Chemiekonzerns lösen. Gutes, margenstarkes Produktportfolio. Aktie technisch und fundamental in fortgeschrittener Entwicklung, bei Schwäche aber weiterhin interessant.

Infineon

Schwierige, hochzyklische Branche, deren Aussichten derzeit eher verhalten sind. Kurstechnisch schwer angeschlagen, meiden.

Daniel Zindstein, Portfolio-Manager des Fondsanbieters Gecam, wies zudem darauf hin, dass der neue Präsident voraussichtlich einem gespaltenen US-Kongress gegenübersteht, dessen beide Kammern von jeweils einer der großen Parteien dominiert wird. „Es ist also ein Moderator im Weißen Haus gefragt, der mehr verbindet als spaltet und fähig ist, Kompromisse zu schließen, auch wenn dies der Parteilinie widerspricht.“

Dax-Aktien im Check K-V

K+S

Langfristig interessante Geschäftsaussichten durch Erschließung neuer, großer Kali-Vorkommen. Mittelfristig durch Impulse vom Agrarmarkt interessant. Starkes Kaufsignal bei Kursanstieg über 40 Euro.

Quelle: Wiwo.de, Anton Riedl, 12.10.2012

Lanxess

Kursberuhigung nach Aufstieg in den Dax abwarten, dann dank analytisch günstiger Bewertung ein Kauf. Strategisch erfolgreiche Geschäftsentwicklung durch Schwerpunktverlagerung von Basischemie zu Spezialchemie.

Linde

Langfristig eine der stärksten Aktien im Dax, Basisinvestment. Gewinner bei der Renaissance der Industriegase  und der Verflüssigung von Erdgas. Fundamental nicht billig – aber das sind Linde-Aktie nie.

Merck

Pharmaspezialist mit spekulativem Potenzial. Entwicklung in den vergangenen Monaten besser als erwartet. Durch Flüssigkristalle auch stark im zyklischen Geschäft  - eine Chance, wenn sich die Wirtschaft 2013 deutlicher als erwartet erholt.

Münchener Rück

Wegen geringer Schadenquote gutes Ergebnis 2012 in Aussicht, dazu hohe und sichere Dividende (derzeit der Hauptgrund für die Aktie). Erstversicherungstochter Ergo dämpft die Entwicklung allerdings; weitere Zukäufe durch Großaktionär Buffett eher unwahrscheinlich.

RWE

Wie Eon mitten im Comeback. Umbau des Energiemix hin zu mehr alternativen Quellen läuft. Hohe Dividende aber kurstechnisch kurzfristig angeschlagen.

SAP

Stabile Geschäftsentwicklung, langfristig der Dax-Wert mit der besten Performance. Kurzfristig nach Anstieg auf bis zu 57 Euro zunächst noch laufende Korrekturbewegung abwarten.

Siemens

Wieder einmal vor grundlegendem Konzernumbau. Aktie nimmt positive Ergebnisse vorweg, hat aber erst bei Anstieg über 80 Euro die große Wende geschafft.

Thyssen-Krupp

Spekulativer Turn-around. Die Lösung vom amerikanischen Stahldebakel sollte möglich sein, kurstechnisch in einer vielversprechenden Startposition.

Volkswagen

Langfristig der beste deutsche Autowert. Erweiterung ins Billigsegment bringt weitere strategische Option. Bisher ist VW der Spagat zwischen den vielen, unterschiedlichen Marken erstaunlich gut gelungen. Aktie nicht überteuert, bei Schwäche ein Kauf.

Bis Januar müssen sich Präsident, Repräsentantenhaus und Senat auf einen Plan zum Schuldenabbau einigen. Sonst droht der weltgrößten Volkswirtschaft wegen auslaufender Steuererleichterungen und automatischer Ausgabenkürzungen eine Rezession: Die USA würden über die sogenannte „Haushaltsklippe“ (Fiscal Cliff) stürzen.

Die Furcht hiervor war auch an den Terminmärkten zu spüren: Die Volatilitätsindizes VDax und VStoxx, die die Nervosität der Anleger messen, stiegen um jeweils knapp sechs Prozent. Insgesamt hielten sich die Anleger allerdings mit Engagements zurück. Der Umsatz aller gehandelten Dax-Werte lag am Montagvormittag mit gut 500 Millionen Euro rund ein Drittel unter dem Niveau zur gleichen Zeit am Freitag.


Kommentare (3)

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Montag

05.11.2012, 09:01 Uhr

Falls bereits nach der ersten US-Stimmenzählung ein Ergebnis feststeht, gibt es für den Gewinner keinen Grund mehr, die Märkte noch länger oben zu halten. DAX follows DJ.

Account gelöscht!

05.11.2012, 13:12 Uhr

Wahl verunsichert DAX??? Was für ein Quatsch! Kein mensch ist verunsichert!

Auch von einem ´"Abwarten" kann keine Rede sein. Im Gegenteil, die Kurse haben sich allen Unkenrufen zum Trotz in den letzten Monaten recht kontinuierlich entwickelt. Da ist ein Minus des heutigen Maßes einfach n ur normal. Warum schreint das HB nicht einfach mal die banale Sachlage auf, wie heute z.B.:

"Nix Besonderes von der Börse. Bussines as usual!"

DAX_endlich_im_Winterschlaf

05.11.2012, 13:31 Uhr

Kann man den DAX verunsichern? Ist ja nicht so, als ob das eine Person wäre, der der Selbstwert fehlte. Ist halt alles nur noch Automaten-getradete Aktien-Weichwährung. Zuviele Shorts und Longs klopfen die Kurse eben weich, insbesondere bei dem wenigen Handel, den wir da sehen.

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