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14.06.2013

17:56 Uhr

Börse Frankfurt

Dax-Anleger warten auf Ben

Der Dax konnte seine Talfahrt beenden. Dennoch überwiegt die Skepsis. Die Anleger bleiben weiterhin von den Fed-Geldern abhängig – und ob diese weiter fließen werden, entscheidet sich erst kommende Woche.

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FrankfurtDer Dax schließt den letzten Handelstag der Woche mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 8.128 Punkte. Auf Wochensicht machte der Leitindex allerdings keine außerordentlich gute Figur. Die mehrtägige Talfahrt hat Spuren hinterlassen. In Zahlen ausgedrückt steht hinter der Handelswoche ein Minus von etwa 0,5 Prozent.

In der zweiten Reihe ging der MDax mit einem Plus von ein Prozent auf 13.965 Punkte ins Wochenende und der TecDax konnte einen Gewinn von 0,3 Prozent auf 947 Zähler mitnehmen.

Die Aussagekraft des heutigen Handelstage hält sich aber in Grenzen. Händler sprachen vielfach von einer technischen Gegenreaktion auf die gestrigen Verluste. Am Donnerstag fiel der Dax kurzzeitig unter die Marke von 8.000 Punkten, was einige Anleger zum Einstieg nutzten. Auch die niedrigen Umsätzen bezeugen, dass sich heute nur wenige Investoren an den Aktienmärkten tummelten.

Letztlich haben die Kursgewinne am Freitag altbekannte und wiederkehrende Gründe. Anleger kommen auf der Suche nach Renditen einfach nicht an Aktien vorbei. Zu niedrig sind die Zinsen und zu billig das Geld. Dafür sorgen die Notenbanken, allen voran die Federal Reserve. Ihr Anleihekaufprogramm bestimmt seit Wochen das Aktienmarktgeschehen. Investoren auf der ganzen Welt schauen auf die Zentralbank. Fundamentaldaten spielen kaum noch ein Rolle. Und wenn sie mal in den Fokus rücken, dann sorgen sie für Nervosität, weil Börsianer bei einer zu guten Konjunktur- beziehungsweise Arbeitsmarktlage befürchten, dass die Fed ihre Geldpolitik drosseln könnte.

Wie es mit der US-Notenbank weitergeht, wird am Dienstag und Mittwoch verhandelt. Dann treffen sich die Notenbanker um im Rahmen des Offenmarkt-Ausschusses (FOMC) das weitere geldpolitische Vorgehen zu besprechen. Fest steht, dass die Notenbank das Anleihekaufprogramm drosseln wird, sofern der US-Arbeitsmarkt eine signifikante Erholung erfährt. Dies ist bisher noch nicht geschehen, weshalb einige Händler optimistisch in die Zukunft blicken. "Okay, die Fed wird ihre Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur vielleicht etwas reduzieren, aber ich rechne nicht im laufenden Jahr damit", äußerte sich Philippe Gijsels, Chef-Analyst von BNP Paribas Fortis Global Markets, über die Kursaussichten.

Unterdessen zeigt sich, dass zuletzt das Interesse nach europäischen Aktien bei US-Anlegern so groß war, wie nie zuvor. In der Woche zum 12. Juni flossen unter dem Strich über Fonds und börsennotierte Indexfonds (ETFs) 1,2 Milliarden Dollar in europäische Dividendenpapiere, wie am Freitag veröffentlichte Daten von Thomson Reuters Lipper zeigten. Das ist der größte Zufluss seit Beginn der Lipper-Datensammlung 1992. Rund 3,3 Milliarden Dollar zogen Fonds mit Sitz in den USA hingegen in der Woche aus hochverzinslichen Unternehmensanleihen ab. Hintergrund des Wechsels sind Spekulationen, dass die amerikanischen Notenbank den Geldhahn langsam zudrehen könnte, was den Anlegern den Appetit auf riskantere und weniger liquide Anlageklassen verdirbt. Deshalb sind auch Aktieninvestments in Schwellenländern weniger gefragt. Aus den entsprechenden Fonds flossen vergangene Woche 2,1 Milliarden Dollar ab und damit so viel wie seit Februar 2011 nicht mehr.

Kommentare (12)

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Paulchen

14.06.2013, 07:22 Uhr

Der Crash fällt offensichtlich aus. Also geht die Hausse weiter.

Marktbeobachter

14.06.2013, 08:04 Uhr

Ja selbstverständlich, das Spiel geht doch weiter.
Die Notenbanken sind doch die Garantie dafür, das den
Akteuren am Finanzmarkt. Das Geld ist doch nicht echt,
es ist Luftspekulation. So schnell wie wir zwinkern,
haben die Hochfrequenzrechner wieder ein Kursfeuerwerk
erzeugt. Per Knopfdruck, das ist bekannt. Aber die
Maschinen werden nicht gestoppt, sondern jeden Tag kommen neue dazu. Und alle laufen im gleichen Takt.
Laufen die Kaufprogramme macht jeder mit und die Kurse
explodieren, oder so wie gestern dann wird abverkauft
Und besonders ausufernd läuft das ganze System im
unkontrollierten Handel. Wenn die Rechner auf 8500
programmiert sind, machen sie das auch

Marktbeobachter

14.06.2013, 08:21 Uhr

Da wollten wohl um 8 Uhr noch ein paar billig einsteigen,
als der Dax bei 8140 gehandelt wurde, 10 Minuten später
schon bei 7175. Das alles ist erlaubt und legal, aber
unfassbar wie das Geld wiederrum Geld erzeugt das es gar
nicht wirlich gibt. hs

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