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03.01.2017

18:11 Uhr

Börse Frankfurt

Dax-Anlegern fehlt die Orientierung

Trotz schwachem Euro fand der Dax keine klare Richtung. Auch ein freundlicher Wall Street-Auftakt brachte keinen Schwung. Zwar reichte es zwischenzeitig für ein neues Anderthalbjahreshoch, doch am Ende ging es runter.

Börse am Abend

Steigende Teuerung - Folgen und Ausblicke

Börse am Abend: Steigende Teuerung - Folgen und Ausblicke

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FrankfurtFrüh haben Europas Anleger in diesem Jahr eine Verschnaufpause eingelegt. Am zweiten Handelstag verlor sich der Dax in Pendelei, ein frühes und ein spätes Aufbäumen trug keine Früchte. Am Ende schloss der Deutsche Aktienindex mit 11.584 Punkten 0,1 Prozent leichter. Zwischenzeitig bescherten die 11.637 Punkte immerhin den höchsten Stand seit August 2015. Obwohl zum Dienstag nun auch die Börsen in London New York und China ins Jahr starteten, verpuffte ein anfänglicher Schwung schon früh. Erst mit der Wall Street zogen die Notierungen etwas an. Um kurz darauf wieder nachzugeben. Bis dahin hatte ein schwacher Euro – sonst Garant für Kursgewinne in der alten Welt – nicht viel ausrichten können.

Große Frage des Tages war der Wall Street-Auftakt. Die Trump-Rally seit November war in einem heißem Tanz des Dow-Jones-Index mit der 20.000-Punkte-Marke gegipfelt. Doch dem Weltleitindex fehlte zum Ende des Jahres die Kraft, in drei Wochen war es den Anlegern nicht gelungen, ihn erstmals in seiner Geschichte über diesen Meilenstein zu hieven. Wie also würde New York ins neue Jahr starten? Man startete stark, doch ließ nach. Der Dow-Jones-Index lief zum Frankfurter Börsenschluss 0,2 Prozent fester bei 19.811 Punkten. Doch ein Angriff auf die runde Marke wurde es nicht.

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Und auch aus Fernost kamen erfreuliche Botschaften. Im Reiche der Mitte China überraschte der Caixin-/Markit-Einkaufsmanagerindex ergab. Dieser stieg den sechsten Monat in Folge auf 51,9 Punkte von 50,9 Stellen im November auf das höchste Niveau seit vier Jahren. Volkswirte hatten mit einem leichten Rückgang gerechnet. Die Produktion läuft sogar so gut wie seit sechs Jahren nicht mehr. Für das neue Jahr aber erwarten Fachleute spürbaren Gegenwind. Im vergangenen Jahr hatte der Blick gen Osten mit dem Börsencrash in Shanghai und dem darauf einsetzenden Konjunkturpessimismus die Börsen weltweit abstürzen lassen. „Die chinesischen Konjunkturdaten sind der Schlüssel“, sagte James Hughes, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses GKFX

Während der Jahresauftakt ähnlich freundlich wirkt wie der Jahresausklang, dämpfen Experten die Erwartungen. Es sind nicht wenige, die von einer Übertreibung sprechen, etwa beim Vorgriff auf Trumps Wirtschaftspolitik, die sich erst beweisen muss. Charttechniker Dirk Oppermann von der DZ Bank sieht ein Übertreibungspotenzial bis auf 11.890 Dax-Punkte. „Recht schnell sollte diese positive Phase jedoch durch eine Schwächeperiode abgelöst werden“, schrieb er.

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Der Euro-Stoxx-50, der anders als der Dax trotz Dezember-Rally auf ein maues Jahr 2016 zurückschauen muss, rückte 0,2 Prozent vor auf 3313 Punkten und kam damit auf ein Zwölf-Monats hoch. Schwungvoller ging es in der zweiten und dritten Frankfurter Reihe zu. Dort gab es Allzeithochs. Der MDax rückte 0,6 Prozent vor auf 22.531 Punkten, der SDax um 0,5 Prozent auf 9682 Zähler. Der schwache Euro treibt Europas Aktien, vor allem die deutsche Wirtschaft – traditionell exportorientiert – profitiert von der billigen Gemeinschaftswährung, fördert sie doch die Ausfuhren und wirkt wie ein Konjunkturprogramm.

Der Euro befindet sich seit längerem im Abwärtstrend, denn die Zinsschere öffnet sich. Während jenseits des Atlantiks die US-Notenbank Fed die Zügel straffer zieht und die Leitzinsen nach langem Warten im Dezember erhöht hatte, bleiben die Geldschleusen in Europa voll geöffnet. Um Inflation und Konjunktur anzuheizen entschied die EZB jüngst eine Verlängerung ihres billionenschweren Anleihekaufprogramms.

Spätestens mit dem Wahlsieg Donald Trumps vom Anfang November befindet sich der Euro auf Talfahrt, setzen die Börsianer ihre Hoffnungen doch auf eine wirtschaftsfreundliche Politik des zukünftigen US-Präsidenten, was wiederum die Aufwertung des Dollars treibt und somit den Verfall des Euros. Seitdem hat er sechs Prozent verloren. Allein heute ging es 0,9 Prozent runter für den Euro, der nur noch auf auf 1,0367 Dollar kommt, fast auf den Tag genau ein 14-Jahres-Tief.

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