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15.11.2013

18:19 Uhr

Börse Frankfurt

Dax auf Schlagdistanz zum Rekordhoch

Nach satten Gewinnen am Donnerstag verlief der Handel heute lange Zeit behäbig. Doch ab Mittag nahm der deutsche Leitindex an Fahrt auf, erlahmte etwas mit der Wall Street, und kam am Ende auf einen neuen Schlussrekord.

Dax robbt sich wieder an sein Allzeithoch heran

Video: Dax robbt sich wieder an sein Allzeithoch heran

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FrankfurtDie Kauflaune hielt sich heute zunächst in Grenzen, der Dax gönnte sich eine kleine Ruhepause auf hohem Niveau. Am Donnerstag noch hatte der deutsche Leitindex im Nachmittagshandel einmal mehr kräftig zugelegt und am Abend ein Prozent höher bei 9150 Punkten geschlossen.

Doch im Laufe des Handels kletterte der Leitindex aus dem leichten Minus am Morgen heraus wieder in Richtung seines Rekordes von 9194 Punkten. Die Börsen der Wall Street öffneten nach den gestrigen Rekorden wieder im leichten Plus, dem Frankfurter Parkett brachte das aber keine Impulse.

So schloss der Dax den Wochenhandel mit 9168 Punkten ab, was ein Plus von 0,2 Prozent bedeutet. Auch in der zweiten Reihe konnten sich die Indizes festigen. Die Nebenwerte im MDax notierten 0,1 Prozent stärker auf 16.096 Punkten, der TecDax legte ganze 0,6 Prozent zu auf 1153 Zähler. Über Wochensicht legte der Dax 0,7 Prozent zu.

Folgen der Leitzinssenkung

Wie funktioniert der Leitzins?

Der Leitzins bestimmt die Konditionen, zu denen sich Kreditinstitute Geld bei der EZB leihen können. Außerdem richten sich die Banken auch bei ihren Geldgeschäften untereinander nach den Entscheidungen der EZB.

Was, wenn der Leitzins sinkt?

Sinkt der Leitzins, fallen in der Regel auch die Interbankzinssätze. Die niedrigeren Zinsen am Geldmarkt können die Banken an ihre Kunden weiterreichen. Sparzinsen - wie für Tages- oder Festgeld - liegen dabei oft unterhalb des Leitzinssatzes, Kreditzinsen eher darüber. Mit dieser Spanne zwischen Geldmarktzins und den Zinssätzen, die Banken Verbrauchern gewähren oder von diesen kassieren, verdienen die Institute ihr Geld.

Was bedeutet die Leitzinssenkung für Sparer?

Die erneute Leitzinssenkung deutet nach Angaben von Marcus Preu vom Finanzportal Biallo darauf hin, dass die Niedrigzinsphase länger anhält als erwartet. Eine schnelle Trendwende sei damit unwahrscheinlich. „Da schauen die Anleger jetzt erstmal in die Röhre“, sagt Preu. Andererseits profitierten die Verbraucher derzeit von der niedrigen Inflationsrate. Die Verbraucherpreise in Deutschland waren im Oktober im Vergleich zum Vorjahr nur um 1,2 Prozent gestiegen.

Was sollten Verbraucher mit ihrem Ersparten tun?

Nach den Worten von Max Herbst von der FMH Finanzberatung ist es derzeit„"ziemlich egal, ob ich mein Geld zur Bank trage oder zuhause lasse. Einige Sparkassen böten schon jetzt einen Zinssatz von 0,1 Prozent für Tagesgeldkonten. Die Finanzinstitute seien wegen des billigen Geldes derzeit nicht auf das Geld von Privatleuten angewiesen und müssten sie nicht mit attraktiven Sparzinsen locken. „Die Banken brauchen den Anlagekunden momentan nicht“, stellt Herbst fest.

Was bringen langfristige Anlagen?

Verbraucher, die nicht unbedingt auf ihre Rücklagen zurückgreifen müssen, sollten ihr Geld den Experten zufolge längerfristig anlegen, um sich auskömmliche Zinsen zu sichern. Bei zweijähriger Laufzeit gibt es laut Herbst derzeit maximal 1,9 Prozent Zinsen, bei drei Jahren Laufzeit 2,15 Prozent. Bei vierjähriger Laufzeit gebe es 2,30 oder 2,40 Prozent, „aber da wird die Luft schon dünn“, sagt Herbst mit Blick auf die Auswahl attraktiver Festgeldangebote.

Werden Baukredite billiger?

Auch wenn der Leitzins nicht unbedingt der Referenzzins für Baukredite ist, können Bauherren nach den Worten von Preu derzeit "in Ruhe planen". Der zwischenzeitige Zinsanstieg beim Baugeld sei inzwischen wieder gestoppt. Laut Michiel Goris vom Immobilienfinanzierer Interhyp sind die Zinsen für Immobilienkredite mit zehnjähriger Zinsbindung in den vergangenen Tagen zum Teil auf rund 2,5 Prozent gesunken. Er empfehle Immobilienkäufern und Bauherren daher, die derzeit günstigen Zinsen zu nutzen und sie sich langfristig zu sichern.

Was wird aus der Restschuld?

Käufer mit viel Eigenkapital bekämen derzeit einen Immobilienkredit mit einem Zinssatz von 2,5 Prozent, erklärte Goris. Darlehen mit fünfjähriger Zinsbindung seien sogar für rund 1,7 Prozent erhältlich. Derart kurzfristige Finanzierungen kämen aber nur für Anschlussfinanzierungen mit geringer Restschuld in Frage.

Es war ein ruhiger Handelstag. Die Berichtsaison neigt sich dem Ende zu, am Nachmittag kamen einige Konjunkturdaten aus den USA. So vermeldete die US-Wirtschaft überraschend einen leichten Rückgang der Industrieproduktion im Oktober. Doch das spielte an der Wall Street nur eine untergeordnete Rolle.

Die Vorgaben aus Amerika und Asien waren gut. Die von der künftigen US-Notenbankchefin Janet Yellen angekündigte weitere Konjunkturstützung durch die Fed hat die US-Börsen am Donnerstag auf Rekordstände getrieben. Auch in Asien zeigte das Wirkung: Die Tokioter Börse wurde auf den höchsten Stand seit sechs Monaten getrieben.

Vor diesem Hintergrund sagte Händler Mark Priest vom Brokerhaus ETX Capital weiter steigende Aktienkurse voraus. „Das einzige, was uns stoppen könnte, wäre eine Diskussion um eine vorzeitige Drosselung der Fed-Wertpapierkäufe. Das scheint derzeit aber in weiter Ferne.“

Die Preise für Exporte der US-Wirtschaft sind im Oktober überraschend gesunken und signalisieren eine schwächelnde globale Nachfrage. Die Ausfuhren verbilligten sich um 0,5 Prozent zum Vormonat, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Der Rückgang legt nahe, dass die US-Firmen wegen der Schwäche ihrer Handelspartner und der geringen Nachfrage kaum Spielraum für Preiserhöhungen haben.

Die Preise für US-Importe sanken um 0,7 Prozent - vor allem wegen billigerem Öl. Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang von 0,4 Prozent gerechnet.

Für einige Ausschläge beim Dax sorgten die Besitzer von Derivaten. Denn heute war Stichtag für die Optionen auf den Dax. „Die Karten werden wohl erst nach dem kleinen Verfall neu gemischt“, schrieb Helaba-Analyst Christian Schmidt in einem Kommentar. Gegen Mittag liefen die Optionen auf Indizes und einzelne Aktien aus.

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Während sich Dax & Co. ausgesprochen stabil halten, rauschen immer wieder einige Werte nach unten – aus vielerlei Gründen. Doch auch diese Woche gab es natürlich auch einige Champions an den Aktienmärkten.

So wurde der Settlement-Kurs, bei dem die Optionen verfallen, auf 9192,25 Punkte festgesetzt. Anleger versuchten daher, die Preise für diejenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung zu bewegen.

Kommentare (68)

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Herr_Dax

15.11.2013, 09:04 Uhr

Heute werden die 9200er Puten abgeholt,das ist so einprogrammiert.
Egal welche Daten und Unternehmenszahlen veröffentlicht werden,egal, solange die Notenbanken weiterhin den Markt fluten geht das Spiel weiter.
Man kann täglich auf rot oder schwarz setzen.
Die Politik schaut zu wie einige Mächtige ihr Geld vermehren,denn Geld macht Geld, doch wenn man das Spiel verstanden hat kann man mitmachen.
VOR Handelsstart wie immer die besten Kurse und heute Nachmittag geht es Dank der Amis wie immer bergauf,das sieht ein Blinder mit Krückstock.
Täglich neue Gewinnchancen von 200% und mehr,das geht nur mit dem Cybergeld.

Best_case_scenario

15.11.2013, 09:10 Uhr

Hi delta,
bist Du eigentlich noch aktiv mit Deinem ETF bzw. planst Du irgendwelche Aktionen diesbezüglich?

Long_bis_der_Arzt_kommt

15.11.2013, 09:14 Uhr

Der Dax wird niemehr, niemehr unter 9000 fallen. Korrekturen bewegen sich im Rahmen von 30-50 Punkten. Der Rest geht nur noch UP.

Heute morgen erstmal die dummen 9150 Puten abgekocht. Was für Volldeppen in so einem Markt auf fallende Kurse zu setzen.

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