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16.12.2014

18:05 Uhr

Börse Frankfurt

Dax beendet Handel mit furiosem Endspurt

Viel Betrieb und Nervosität beim Dax. Der Leitindex pendelte heute zwischen Verlusten und Gewinnen. Am Ende reichte schon eine leichte Stabilisierung des Ölpreises und des Rubels um einen wahren Aktienrun auszulösen.

Börse am Abend

Dax dreht heftig durch: „Irre, irre, nochmals irre“

Börse am Abend: Dax dreht heftig durch: „Irre, irre, nochmals irre“

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FrankfurtDer Dax wird zum Spielball der Rohstoff- und Devisenmärkte. Heute waren es zunächst der anhaltende Ölpreisverfall und die Talfahrt des Rubels, die den Dax nach Kursverlusten am Montag erneut ins Negative drückten. Doch genau der Rubel und das Rohöl waren es, die den Leitindex am Ende wieder deutlich ins Plus katapultierten. Der Dax schloss am Dienstag mit einem satten Plus von 2,5 Prozent auf 9564 Punkte. Bemerkenswert waren angesichts der starken Pendelbewegungen des Dax die überaus hohen Handelsumsätze. „Die Leute sind hochgradig nervös“, sagte ein Händler. „Was da auch an den russischen Märkten abgeht ist der nackte Wahnsinn.“ Was war geschehen?

Die russische Notenbank hatte auf die anhaltende Abwertung des Rubels mit einer drastischen Leitzinserhöhung auf sage und schreibe 17 Prozent reagiert. Zuvor lag die Verzinsung bei 10,5 Prozent. Stoppen konnte die Notenbank die Talfahrt damit allerdings zunächst nicht. Im Vergleich zum Dollar rutschte der Rubel gnadenlos ab. In der Spitze bekam man am Dienstag für einen Dollar über 79 Dollar. In Moskau brach Leitindex im Anschluss um fast 20 Prozent ein. Zu schaffen machten den Aktienmärkten auch der fortschreitende Ölpreisverfall. Zwischenzeitlich rutschte der Preis für ein Barrel der Sorte Brent auf unter 58 Dollar. Auch die Leichtölsorte WTI litt unter einem starken Preisverfall.

Händler an der Frankfurter Börse. Der Dax hat in den vergangenen Tagen mehr als fünf Prozent eingebüßt. dpa

Händler an der Frankfurter Börse. Der Dax hat in den vergangenen Tagen mehr als fünf Prozent eingebüßt.

„Die russische Wirtschaft droht, sollte sich der Kurs für WTI unterhalb 50 Dollar je Barrel halten, im nächsten Jahr um 4,5 Prozent zu schrumpfen“, erklärte Niall Delventhal, Marktanalyst von DailyFX. „Für die Zentralbank wird es schwierig den Rubel zu stabilisieren, solange der Ölpreis weiter fällt“, sagt Wladimir Miklashevsky, Volkswirt bei der Danske Bank. Es sehe nicht so aus, als ob der Zinsschritt ausreiche.

Am späten Nachmittag dann die überraschende Wende. Ohne erkennbaren Grund zogen Preis an den Rohölmärkten an. Ein Barrel Brent kostete am Abend wieder über 60 Dollar, WTI verzeichnete bei 56 Dollar sogar ein Plus von 0,3 Prozent.

Das Anziehen der Rohölpreise ließ auch die Kurse an der Wall Street steigen. Der Dow Jones lag nach Frankfurter Börsenschluss 1,2 Prozent im Plus auf 17.388 Punkte. Der S&P-500 stieg um 1,1 Prozent. Der Nasdaq notierte 0,7 Prozent fester.

Aktienarten

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Der Aktionär ist mit einem prozentualen Beitrag am Grundkapital beteiligt.

Nennwertaktie

Der Aktionär ist mit einem bestimmten Euro-Betrag (mindestens ein Euro) am Grundkapital beteiligt.

Quelle

„Aktien für Dummies“, Autoren: Christine Bortenlänger und Ulrich Kirstein. ISBN: 978-3-527-71018-8

Neben der prekären Lage in Russland blicken die Anleger mit Spannung auf den morgigen Tag. Am Mittwoch wird die Federal Reserve über ihre weitere Geldpolitik entscheiden. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Notenbanker am Mittwoch den wichtigen Passus „Niedrigzinsen für eine längere Zeit“ in ihrer Erklärung streichen werden. Damit würden sie nach Darstellung der NordLB andeuten, dass als nächster Schritt im Grunde eine erste Zinsanhebung anstehen würde, vermutlich etwa ein halbes Jahr später. Auch die ebenfalls für Mittwoch geplante erste Runde der Präsidentenwahl in Griechenland dürfte für Gesprächsstoff sorgen.

Kommentare (32)

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Herr Edgar Cayce

16.12.2014, 09:10 Uhr

Auch dieses Mal bleibt der Megacrash aus. Auch dieses Mal kann man vereinzelt ein paar Schnäppchen einsammeln oder wer das nicht mag über einen breiten ETF an der Erholung in den nächsten Wochen nach der aktuellen Minidelle teilnehmen.

Werden die Notenbanken Ihre Unterstützung (jetzt schon) zurückfahren/einstellen? Gibt es andere Möglichkeiten ein besseres Chance/Risikoverhältnis zu bekommen? Etwa bei Anleihen, Immobilien oder Gold?

Die, die 10 Jahre oder mehr Zeit haben, die interessiert dieses Schwanken zwischen der 9.000 und 10.000 überhaupt nicht. Da lautet die Frage eher, wo steht der Dax, Dow etc. 2025 oder 2035? Über 9.300 / 17.000 Punkten?

Ruhe bewahren und (nach)kaufen! Quasi ein vorgezogener Winterschlussverkauf.

Herr Peter Delli

16.12.2014, 09:35 Uhr

So ist das, immer die günstigen Aktien kaufen, ein Prinzip ohne Fehler.

Herr Thomas Albers

16.12.2014, 09:37 Uhr

"Einige Börsianer schreiben bereits die Jahresendrally ab. Vermutlich zu früh."

Die Frage ist, ob sich es lohnt zum Ende des Jahres vor der Griechenland-Wahl oder dem Fed-Zinsentscheid sich noch mal aus dem Fenster zu lehnen. Zugegeben: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed ihre Sprachregelung nicht ändert ist durchaus gegeben. Wirklichen Druck wird Yellen, so wie wir sie kennen, diesbezüglich nicht verspüren. Auch in Griechenland ist nicht zwingend ein negatives Ergebnis ausgemachte Sache. Es ist nicht unmöglich, dass es deswegen noch mal kräftig aufwärts geht. Ist aber für die meisten eher mehr geraten, als kalkuliert.

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