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24.09.2013

18:13 Uhr

Börse Frankfurt

Dax beendet Handelstag mit leichten Gewinnen

Trotz schlechter als erhofft ausgefallenen Ifo-Daten kann der Dax nach den Vortagesverlusten wieder leicht zulegen. Nach einer drastischen Gewinnwarnung fallen die Titel des TecDax-Wertes PSI um bis zu 14,4 Prozent.

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FrankfurtUngeachtet negativer Vorgaben von den US-Börsen und eines schwächer als erwartet ausgefallenen Geschäftsklimaindex kann der Dax am Montag zulegen. Er schloss 0,34 Prozent fester bei 8664 Punkten. Gestern war das Börsenbarometer den Großteil des Tages um seinen Vorwochenschlussstand gependelt und hatte mit 8635 Punkten 0,47 Prozent tiefer als am Freitag geschlossen.

„Es gibt ja schon erste, zaghafte Signale, dass sich eine große Koalition bilden könnte, und das wäre für den Markt eine Entspannung", sagte ein Händler. Große Sprünge nach oben seien allerdings nicht zu erwarten. Anleger stellten sich auf langwierige Verhandlungen ein. Nach der Bundestagswahl, aus der die Union deutlich als stärkste Kraft hervorgegangen ist, gibt es letztlich nur zwei Optionen für eine neue Regierung: Eine große Koalition aus Union und SPD oder ein schwarz-grünes Bündnis. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte dazu am Montag bereits einen ersten Kontakt mit SPD-Chef Sigmar Gabriel gehabt, schließt Gespräche mit anderen Parteien aber nicht aus. Die SPD will sich bei einem kleinen Parteitag am Freitag positionieren.

Die Woche an den Märkten

Dienstag

Das Ifo-Institut sagt, wie es um das Geschäftsklima in Deutschland bestellt ist, die Universität Michigan, wie es um das Verbrauchervertrauen in den USA steht.

Mittwoch

Das Marktforschungsinstitut GfK publiziert den Konsumklimaindex. In Frankreich wird über das Geschäftsklima, in Italien über das Verbrauchervertrauen informiert. Am Nachmittag können Ökonomen die jüngsten Daten zum Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter und zum Eigenheimabsatz in den USA interpretieren. Aktienfans können ihre eigenen Erwartungen mit der jüngsten Prognose des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands vergleichen.

Donnerstag

Zum ersten Mal in dieser Woche kommen Quartalszahlen von Unternehmen in nennenswertem Umfang - so vom US-Sportartikelkonzern Nike zum ersten Geschäftsquartal, vom schwedischen Moderiesen H&M und von der deutschen Baumarktkette Hornbach. Doch auch dieser Tag geht nicht ohne marktrelevante Konjunkturdaten zu Ende, etwa die endgültigen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal in den USA und Großbritannien sowie zum Verbrauchervertrauen in Frankreich im September. Die EZB veröffentlicht die Geldmenge M3 für die Euro-Zone im August.

Freitag

Aus Brüssel erfahren Interessierte mehr über Wirtschaftsvertrauen, Geschäftsklima und Verbrauchervertrauen für die Euro-Zone im September. Um das Geschäftsklima geht es auch in Italien und Portugal, um das Verbrauchervertrauen in den USA - und in Deutschland um den vorläufigen Verbraucherpreisindex für September. Der europäische Automobilverband Acea nennt die jüngsten Neuzulassungszahlen von Nutzfahrzeugen.

Auch der EuroStoxx50 legte zu und gewann 0,57 Prozent auf 2922 Punkte. Händler sagten, die Fusionsfantasie der europäischen Investoren nehme nach jüngsten Deals im Telekomsektor zu. Einen vorübergehenden Dämpfer erhielt der Markt von einem nur leicht verbesserten Ifo-Geschäftsklimaindex. Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen hat sich zwar den fünften Monat in Folge aufgehellt. Das Plus blieb aber hinter den Erwartungen von Analysten zurück. Der Euro fiel daraufhin zeitweise unter 1,34 Dollar, die als sichere Häfen geltenden Bundesanleihen verbuchten eine steigende Nachfrage.

Nach den Verlusten gestern zählten die Versorgerwerte RWE und Eon mit einem Plus von 1,4 und 1,05 Prozent zu den größten Gewinnern. „Ein Bündnis aus Union und SPD wäre für die Versorger wirklich gut, schließlich ist die SPD ja auch eher ein Vertreter der Braunkohle und will nicht nur auf regenerative Energien setzen“, sagte der Händler. Spitzenreiter war bei Börsenschluss Thyssen-Krupp mit einem Plus von 1,95 Prozent.

Schlusslicht waren K+S-Aktien mit einem Minus 5,5 Prozent. Börsianern zufolge belastete der Einstieg des chinesischen Staatsfonds CIC beim russischen Konkurrenten Uralkali. Mit dem Engagement Chinas, das zu den größten Konsumenten von Kali-Düngemitteln gehört, ist es aus Sicht von Experten wahrscheinlich, dass Uralkali den Preis für Kali wie angekündigt drücken und dies durch größere Verkaufsmengen wettmachen wird. Commerzbank-Aktien leiden mit minus 1,7 Prozent unter einer Abstufung von Equinet.

Mit Enttäuschung reagierten Investoren auf die jüngste Bilanz von Südzucker. Die Titel rutschen im MDax um 3,26 Prozent ab. „Die Zahlen waren deutlich schlechter als erwartet“, sagte ein Börsianer. Der Konzern hat für das zweite Quartal einen Ergebnisrückgang bekanntgegeben und für das Gesamtjahr 2013/2014 ebenfalls einen deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses in Aussicht gestellt. Deutsche Wohnen verloren angesichts einer Aktien-Platzierung 2,2 Prozent. Händlern zufolge hat Blackrock seinen 4,8-prozentigen Anteil zu 13,10 Euro je Aktie verkauft.

In Reaktion auf eine drastische Gewinnwarnung rutschen PSI im TecDax um bis zu 14,4 Prozent ab. Die Entwicklung neuer Software für Bahnstrom und die Logistikbranche, mit der sich PSI unabhängiger von der Nachfrageschwäche der Energieversorger machen will, verschlinge mehr Geld als erwartet, hieß zur Begründung. Equinet kassierte daraufhin seine Kaufempfehlung und stufte die Titel auf „Reduce“. „Überall laufen die Kosten aus dem Ruder“, sagte Analyst Michael Schäfer. Eine Verbesserung der Ertragssituation sei nicht erkennbar.

Kommentare (22)

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Account gelöscht!

24.09.2013, 08:52 Uhr

Was heißt hier "Linksschwenk erwartet"?

Alles bleibt (fast) wie bisher. Die Märkte sollten jubeln, Eurobonds sind nur eine Frage der Zeit. Nur man wird sie nicht mehr Eurobonds nennen, der Name ist verbrannt. Wie wär es denn mit "European Future Bonds"?

Sparer sollten in die Tischkante beißen. Kein Land in Sicht!

Programmierer

24.09.2013, 09:13 Uhr

Nutze die Chance, solange sie es gibt. Draghi hat gestern wieder die "Bankengelder" gesichert. Die ziehen schon noch einmal nach oben, das Geld arbeitet doch für uns

Programmierer

24.09.2013, 09:45 Uhr

Alles eine "technische" Rallye. Die moderne Börse spielt mit Stoppbuy. Fangen die Kurse das laufen an, geht es schnell weiter nach oben. Die Anschlusskäufer werden ja vollautomatisch wieder einstoppt und die nächsten auch wieder. Es ist ein ziemlich simples "Spiel".
Ich bleibe vorerst bei Allianzzocks, täglich werden die Calls nachbörslich wesentlich günstiger angeboten.
Es werden schon wieder fast ausschliesslich Puten gekauft, ganz oben die 8800er Derivate. Daher setze ich darauf das die 8800 heute oder morgen fällt. Zumal der DOW jetzt gewaltiges Aufholpotenzial hat. Geld setzen und gewinnen. Ist doch so einfach heute wo man am PC reich wird.

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